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Baumaßnahme
Fußgänger sollen es besser haben

Im Eilschritt geht es über die Cottbuser Straße. Im Zuge der Erneuerung soll auf Höhe der Apotheke eine Querungshilfe entstehen.
Im Eilschritt geht es über die Cottbuser Straße. Im Zuge der Erneuerung soll auf Höhe der Apotheke eine Querungshilfe entstehen. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Aufmerksam wird im Seniorenbeirat verfolgt, wie die Cottbuser Straße umgebaut werden soll. Die Leiterin des Fachbereiches Bauen erläuterte dort laufende und kommende Straßenbauprojekte. Von Katrin Kunipatz

Mal schnell zwischen zwei Fahrzeugen über die Cottbuser Straße huschen. Den kleinen Schritt über die Bordsteinkante nehmen Menschen, die gut zu Fuß sind, kaum war. Ganz anders geht es Heidrun Wilhelm. Die Seniorin ist auf den Rollstuhl angewiesen. Nur an abgesenkten Bordsteinen kann sie eine Straße gut überqueren. Deshalb achtet sie genau darauf, was Sabine Jahnke zur Erneuerung der Cottbuser Straße erläutert.

Die Leiterin des Fachbereichs Bauen ist beim Seniorenbeirat zu Gast, um genau dieses Projekt und die vielen anderen laufenden und künftigen Straßenbaumaßnahmen in der Stadt zu erläutern. Entlang der Cottbuser Straße müssen der Schmutz- und Regenwasserkanal komplett erneuert und die Oberfläche der Straße saniert werden. 2018 wird aber nur der Teilabschnitt zwischen dem Berliner Platz und der Kreuzung Bahnhofstraße gebaut. Jedoch ist das Projekt so umfangreich, dass eine Vollsperrung nötig wird. „Aber es ist abgesprochen, dass der Fußgängerverkehr auf beiden Straßenseiten gewährleistet sein muss“, sagt Sabine Jahnke. Denn der Fußweg bleibt bestehen. Nur die Oberfläche des Radweges asphaltiert der Landesbetrieb Straßenwesen.

Anhand von Plänen – die jederzeit auch im Bauamt eingesehen werden können – erläutert sie, wie die Straße nach der Sanierung aussehen wird. Eine Querungshilfe entsteht in Höhe der Apotheke. Helmut Ließ erkundigt sich, ob denn trotz des Höhenunterschieds diese Querung auch für Rollstuhlfahrer nutzbar sein wird? Sabine Jahnke verweist auf die Zusage des Landesbetriebs. Der Planer habe zugesichert, dass die Neigung der Straße entsprechend ausgeführt wird.

Außerdem muss die Straße in diesem Bereich breiter sein, und die Bushaltestellen rücken etwas weiter auseinander. Im Zusammenhang mit der Mittelinsel verschwindet auch der Behindertenparkplatz vor der Apotheke. Dies macht Sabine Jahnke jedoch die wenigsten Sorgen. „Der Parkplatz ist genau genommen nicht behindertengerecht“, sagt sie. Er sei zu schmal und nicht barrierefrei zu erreichen. Die Fachbereichsleiterin verweist auf die geeigneteren Parkflächen hinter der Sparkasse. Von dort sei die Apotheke zwar über einen längeren Weg, aber tatsächlich barrierefrei zu erreichen.

Ähnlich komplexer wird der Ausbau der Kreuzung Cottbuser Straße und Bahnhofstraße. Auch hier muss grundhaft ausgebaut werden, um letztlich den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Die im Moment vorhandenen Abbiegespuren fallen weg. Die Straße wird etwas schmaler, und der Radweg schwenkt im Kreuzungsbereich bis an die Fahrbahn. „Auch das Grün wird entfernt, damit die Radfahrer für die Autofahrer besser sichtbar sind“, sagt Sabine Jahnke. Angenehmer Nebeneffekt. Der Fußweg vor dem Café wird breiter, und dem Betreiber ist es möglich, Tische nach draußen zu stellen. Und genau das sei wichtig für Forst, so Jahnke. Laut Plan soll dieser Abschnitt der Cottbuser Straße bis Ende kommenden Jahres fertig sein.

Erst in den nächsten Jahren folgen die weiteren Abschnitte bis zur Ziegelstraße und der Euloer Straße bis zum Ortsausgang. In diesen Bereichen sind wiederum Querungshilfen geplant, etwa an der Pension Haufe, statt der Fußgängerampel an der Grundschule und auch in Höhe der Euloer Kirche. „Ich bin ein Verfechter von Querungshilfen“, bekennt Sabine Jahnke. Sie machen es den Fußgängern leichter und tragen weiterhin zu einer Verkehrsberuhigung bei.

Für Rollstuhlfahrerin Heidrun Wilhelm sind sie aber nur ein Teil der Lösung. Oft nutzt sie auch Bereiche mit abgesenktem Bordstein, um über die Straße zu kommen. Sie wünscht sich, dass diese Stellen möglichst gegenüberliegend angeordnet sind, damit sie nicht auf der Fahrbahn fahren muss, um die nächste Absenkung zu erreichen. Eine Hinweis, den Sabine Jahnke mitnimmt.

Die Liste der laufenden und geplanten Bauvorhaben ist lang. Im kommenden Jahr wird an der Domsdorfer und Muskauer Straße weitergebaut. Hier entstehen keine Querungshilfen. Anders ist es an der Gubener Straße. Vor der Raiffeisenbank und am Pestalozziplatz werden Mittelinseln gebaut. Im Plan für 2018 ist auch die Skurumer Straße zwischen Muskauer und Triebeler Straße. Die Stadt Forst möchte – den Fördermittelbescheid vorausgesetzt – die Straße sanieren und in Höhe der Bushaltestelle ebenfalls eine Querungshilfe einbauen.

Beim Seniorenbeirat beantwortet Sabine Jahnke die Fragen zur Cottbuser Straße. Vorsitzender Helmut Ließ erkundigt sich zur Gestaltung der Kreuzung Bahnhofstraße.
Beim Seniorenbeirat beantwortet Sabine Jahnke die Fragen zur Cottbuser Straße. Vorsitzender Helmut Ließ erkundigt sich zur Gestaltung der Kreuzung Bahnhofstraße. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Sabine Jahnke, Leiterin des Fachbereichs Bauen der Stadtverwaltung Forst
Sabine Jahnke, Leiterin des Fachbereichs Bauen der Stadtverwaltung Forst FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Im Bereich vor der Apotheke soll die Cottbuser Straße aufgeweitet werden und eine Mittelinsel als Querungshilfe entstehen.
Im Bereich vor der Apotheke soll die Cottbuser Straße aufgeweitet werden und eine Mittelinsel als Querungshilfe entstehen. FOTO: Katrin Kunipatz / LR