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| 02:41 Uhr

Fusion wird zum wichtigsten Thema

Döbern. Die Zukunft des Amtes Döbern-Land hat am Mittwochabend die Diskussion im Amtsausschuss bestimmt. Dabei herrschte großer Unmut über jüngste Äußerungen aus Forst und Spremberg sowie von Staatssekretär Rudolf Zeeb (SPD). Einig war sich der Amtsausschuss in der Frage, wie es weitergehen soll. Erst soll der Amtsdirektor sein Konzept für eine Großgemeinde vorlegen, dann sollen die Gemeinden beraten, dann die Bürger entscheiden. Bodo Baumert

Von einem "Erpressungsversuch" und "Lobby-Arbeit aus Forst und Spremberg" spricht Eberhard Müller, Bürgermeister von Neiße-Malxetal. Grund sind Äußerungen des Staatssekretärs in Innenministerium, Rudolf Zeeb. Bei Gesprächen mit Gemeindevertretern hatte er mehrfach betont, dass es für Döbern-Land keine andere Chance gebe als die Aufteilung nach Forst und Spremberg. "Unsere Überlebensfähigkeit als Döbern-Land wird negiert", beklagt Müller. Ähnliche Erfahrungen hat der Vorsitzende des Amtsausschusses, Egbert S. Piosik, aus einem Gespräch in Potsdam gewonnen. "Herr Zeeb traut uns nicht zu, dass wir das hinbekommen", sagt Piosik mit Blick auf die Großgemeinde.

"Ich denke, dass wir den Nachweis erbringen können", sagt hingegen Amtsdirektor Günter Quander (parteilos), der bis spätestens 13. April ein Konzept und einen fiktiven Haushalt für eine Großgemeinde in den Strukturen des jetzigen Amtsgebietes vorlegen will.

"Wir haben bereits mehrfach gezeigt, dass wir zu Dingen in der Lage sind, die uns Potsdam nicht zutraut", betont Quander. Auch Müller verweist auf die Solidarität, die die Gemeinden etwa beim Thema Abwasser jüngst geübt haben. Die wird auch diesmal nötig sein. Denn nur wenn alle Gemeinden den gemeinsamen Weg gehen wollen, hat das Konstrukt Großgemeinde eine Chance. Schert eine Gemeinde aus, um freiwillig nach Forst oder Spremberg zu wechseln, scheitert der Ansatz.

Den Willen haben alle Gemeinden bisher geäußert. Auch für Hornow-Wadelsdorf kündigte Bürgermeisterin Antoinette Leesker am Mittwoch im Amtsausschuss an, dass man das von der Verwaltung vorzulegende Konzept prüfen werde. Entscheidend sei, dass eine schwarze Null erkennbar sei, so Leesker. Dem stimmten auch die anderen Ausschussmitglieder zu. "Es geht darum, ob es wirtschaftlich machbar ist oder nicht", so Horst Hallasch, Bürgermeister von Jämlitz-Klein Düben.

Das Konzept soll nun nach Ostern in allen Gemeinden beraten werden. Danach könnten in einer Klausur alle Lokalpolitiker darüber diskutieren. Am Ende allerdings haben die Bürger das Wort. Nur wann es einen Bürgerentscheid oder Ähnliches gibt, das steht noch nicht fest.