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Für Fledermaus und Wildblume

Die Bühlower Friedhofskapelle wird Fledermausquartier – und bleibt auch als wertvolles Bauwerk in der Dorfgeschichte erhalten.
Die Bühlower Friedhofskapelle wird Fledermausquartier – und bleibt auch als wertvolles Bauwerk in der Dorfgeschichte erhalten. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Die Friedhofskapelle in Bühlow ist bautechnisch so instand gesetzt, dass sie jetzt als Fledermausquartier "möbliert" werden kann. Das Biotop "Mutzoka" in Weskow soll weiter gepflegt werden. Annett Igel-Allzeit

Die Teichsanierung in Schönheide soll 2017 vorbereitet werden. In Hornow wird ein Trafohäuschen für die Fledermäuse hergerichtet. Für die Cantdorfer Wiesen gibt es nach einem Schreiben von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg noch Hoffnung auf Fördermittel. Das Konzept, das Angler, Naturschützer und Cantdorfer mitentwickelt hatten, muss allerdings noch einmal überarbeitet werden.

Wie Wieland Böttger, der Vorsitzende des Regionalverbandes, in der jüngsten Jahresversammlung des Spremberger Nabu-Regionalverbandes ankündigt, wollen die Spremberger Naturschützer künftig noch enger mit den Ortsbeiräten zusammenarbeiten. "Sie leben dort, wissen, wo es Probleme gibt und wo wir ihnen helfen könnten", erklärt Böttger. Für die Projekte in den Ortsteilen von Spremberg hat sich der Dorfentwicklungsverband Niederlausitz zu einem wichtigen Partner des Spremberger Regionalverbandes des Naturschutzbundes. 69 Mitglieder hat der Regionalverband Spremberg des Naturschutzbundes, etwa zwölf Prozent gelten als ständig aktiv, helfen bei der Pflege, bei Montagen, beobachten Vögel, ganze Biotope, fotografieren, werten Fotofallen aus. Und wenn in der großen Versammlung zum Jahresbeginn Bilanz gezogen, zu den Finanzen referiert und über die Vorhaben 2017 diskutiert wird, ist jeder Platz im kleinen Klassenraum im Nabu-Domizil am Wasserwerk besetzt.

Im Vorjahr hatten sie ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert, den achten Wasser- und Naturschutztag mit Fachvorträgen auf hohem Niveau abgehalten und zum zweiten Kindernaturschutztag viele Kinder mit Eltern und Großeltern begrüßt. Und von den 35 ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten, die der Landkreis Spree-Neiße hat, stellt fünf der Spremberger Nabu. Als Krönung bekamen die Spremberger Naturschützer 2016 den Umweltpreis des Spree-Neiße-Kreises für ihr Engagement für Fledermäuse. Mehrere Schulklassen besuchten den "Kleinen Naturpark". Christa Wölk, die mit den Kindern Bäume bestimmt und Wasserproben an den kleinen Biotopen nimmt, brauche aber mehr Unterstützung im Verein, sagt Böttger. "Überhaupt müssen wir die Breitenarbeit im Verband ausbauen und die Zahl der Naturfreunde erhöhen, die mit uns aktiv werden."

Als Neuer im Regionalverband konnte der Stadtverordnete und Bauausschussvorsitzende Peter Reininger in der Jahresversammlung begrüßt werden. "Wieland Böttger hat seinen Vortrag jüngst im Bauausschuss wirklich gelebt. Das hat mich beeindruckt. Der Nabu sollte regelmäßig im Bauausschuss berichten", schlägt Reininger vor. Ob es um Nachpflanzungen oder die Zukunft einzelner Flächen gehe - die Naturfreunde könnten den Ausschussmitgliedern bei manchen Vorhaben die Augen öffnen, vermutet Reininger. Sind zum Beispiel Amberbäume auch mit Blick auf die Vögel und Insekten ein Ersatz für Linden und Ebereschen in Spremberg? Im März wird es erneut Gespräche zu den Cantdorfer Wiesen geben. Schwerpunkt sollen in diesem Jahr die Wiesen und Wildblumen werden. Wenn im öffentlichen Bereich zum Beispiel am Hang zum Schwanenteich zu oft gemäht wird, schadet das den Insekten. Weil dieses Thema aber sehr verschiedenen diskutiert wird, müssen hier auch die Bürger informiert und sensibilisiert werden, so Wieland Böttger.

Zum Thema:
Der 9. Wasser- und Naturschutztag ist am 16. September geplant. Eine Vogelwanderung in den Frühling startet Ronald Beschow am 7. Mai. Und dass der Vogelkundler die gefiederten Wintergäste am 7. Januar 2018 beobachten will, steht auch schon fest. Nur für den 3. Kindernaturschutztag muss der Termin noch mit den Anglern abgesprochen werden: Denn dieser Tag soll diesmal auf dem Gelände des Anglerheims stattfinden.