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| 16:15 Uhr

Bürgermeisterwahl
Fünf Kandidaten – nur eine Lösung für Innenstadt

Forst. Forst attraktiver machen, indem Leerstand verschwindet und Häuser um die Kirche entstehen. Vier wollen eine Stadtbrücke.

In wenigen Wochen findet die Bürgermeisterwahl statt. In loser Folge veröffentlicht die RUNDSCHAU bis zum 22. April die Positionen der fünf Kandidaten zu anstehenden Problemen in der Stadt. Diesmal geht es um die Fragen: Wie das Forster Zentrum entwickelt werden kann und ob Forst eine Stadtbrücke braucht?

Für Helge Bayer (CDU) ist klar: „Wir brauchen einen Stadtkern, der mit zwei Straßen gut erreichbar ist.“ Dafür sei das Areal an der Stadtkirche am besten geeignet. Bevor es an die konkrete Planung geht, sollte aus Sicht Bayers geklärt werden, „ob wir eine Stadtbrücke wollen“. Sie sei bisher als Option im Stadtentwicklungskonzept verankert. Bayer sieht in der Stadtbrücke „erhebliches Potenzial“, anerkennt aber auch die damit verbundenen Ängste in der Bevölkerung. Wichtig ist ihm, bei der Innenstadtgestaltung auch Parkplätze vorzusehen, da „viele im Außenrand wohnen“.

Thomas Engwicht (parteilos) sieht in der Gestaltung des Zentrums eine große Herausforderung: Den Freiraum um die Nikolaikirche mit Leben zu füllen, ohne den Bereich des Berliner Platzes zu schwächen. Dazu will er alle Beteiligten und neue Partner ansprechen. Ein „zuversichtlicher Impuls“ könnte vom „kurzfristigen Start bei der Südbebauung des Marktes“ ausgehen. Ebenfalls erwartet Engwicht positive Impulse von einer Stadtbrücke, eventuell als Verlängerung der Straße Am Haag. Trotz Sicherheitsbedenken, „sollten wir uns nicht von der Angst den Blick in die Zukunft verbauen lassen“. Grundsätzlich sollte die Stadtbrücke Thema einer Bürgerbefragung sein, so Engwicht.

Eine umfangreiche Bürgerbeteiligung hält auch Ingo Paeschke (Die Linke) im Zusammenhang mit der Stadtbrücke für erforderlich. Sie mache nur Sinn, wenn sie in Forst und Polen gewünscht wird, müsste den Tourismus unterstützten und könnte alte Wegebeziehungen wiederherstellen, so Paeschke. Für den Markt sei eine Wohnbebauung zwingend erforderlich. „Geschäfte und Gastronomie wären wünschenswert, sind aber aktuell unrealistisch“, sagt er. Eine weitere Aufgabe sei es die leerstehenden Läden im Zentrum zu beleben.

Um die Kreisstadt Forst – insbesondere für Touristen – attraktiv zu machen, schlägt Simone Taubenek (parteilos) eine „Beseitigung des Leerstands von vorhandenen Gewerbeflächen vor – vor allem mit einem Sortiment, das in der Stadt noch nicht vorhanden ist“. Auch einer Bebauung um die Nikolaikirche, so diese förderrechtlich möglich ist, stehe sie offen gegenüber. Die Stadtbrücke ist dagegen kein Punkt auf ihrer Agenda. „Zu viele Fragen sind offen“, sagt Taubenek. Gute Beziehungen zum Nachbarland seien aber selbstverständlich.

Aimo Bartel (parteilos) will das städtebauliche Konzept hinsichtlich des demografischen Wandels mit ökonomischer und gewerblicher Weitsicht überdenken. Ziel sei eine Rundumbebauung des Zentrums mit Wohnungen und Geschäften, so Bartel. Es dürfte jedoch schwierig werden, geeignete Investoren zu finden, schränkt er ein. Für wünschenswert hält Bartel auch eine Stadtbrücke: „die Lange Brücke als Mahnmal, beim Seufzer Steg eine Wiederbelebung als Fußgängerbrücke“. Mittelfristig sollte diese Planung in Angriff genommen werden, so Bartel.