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| 13:35 Uhr

Seltenes Jubiläum
Freude über 70 Jahre Abitur in Forst aus der Ferne

 Fritz Kanter beim 65. Abi-Jubiläum im Juni 2014.
Fritz Kanter beim 65. Abi-Jubiläum im Juni 2014. FOTO: Candy Hecht
Forst. Fritz Kanter, der bei Regensburg lebt, erinnert sich gern zurück. Aufgrund des Alters gibt es kein Treffen mehr.

Mit einem Brief hat sich der 88-jährige Fritz Kanter an die RUNDSCHAU gewandt. Er und seine ehemaligen Mitschüler aus dem Forster Abiturjahrgang 1949 haben dieser Tage 70-jähriges Schulabschluss-Jubiläum. „Ein gemeinsames Treffen schaffen wir leider nicht mehr, denn die teilweise sehr lange Anreise ist doch für viele von uns zu anstrengend“, so Fritz Kanter, der selbst im 500 Kilometer entfernten Nittendorf bei Regensburg lebt. Dennoch möchte er seine Mitschüler – von denen bis auf zwei Forster alle in Deutschland verstreut lebten, eine sogar in Kanada – herzlich grüßen und erinnert auch an die Lehrer und die Verstorbenen. „Ich wünsche allen aus unserer Klasse recht viel Gesundheit und Freude“, schreibt Fritz Kanter.

Vor fünf Jahren, also zum 65-jährigen Abi-Jubiläum, hatten sich die Mitschüler noch einmal in Forst getroffen – bereits mit dem Hintergedanken, dass dies das letzte Mal sein würde. „Ich erinnere mich noch sehr gern an die schönen Stunden, die ich gemeinsam mit vielen Mitschülern im Juni 2014 in unserer Heimatstadt Forst erleben durfte“, so Kanter. Höhepunkt des Abends sei der Besuch des damaligen Bürgermeisters Jürgen Goldschmidt gewesen und dessen Informationen über die Entwicklung von Forst.

Bis 1992 hatte sich die Klasse aus den Augen verloren. Doch einer der Schüler, Rochus Strangfeld, hatte in geduldiger Recherche auch über Zeitungsinserate die ehemaligen Mitschüler gefunden und zu einem ersten Klassentreffen nach Forst geladen, so Kanter. Ab da habe es regelmäßige Klassentreffen-Wochenenden an unterschiedlichen Orten mit Besichtigungsprogramm und gemütlichem Zusammensein gegeben, unter anderem in Quedlinburg, Naumburg, Fulda, Höxter oder Coburg. „Wem es nicht möglich war zu kommen, der erhielt einen Brief, in dem das Treffen geschildert wurde und jeder Teilnehmer einen Gruß schrieb“, berichtet Fritz Kanter, der zunächst in Großräschen und Schipkau als Lehrer gearbeitet hatte, bevor er in Köln Chemie studierte und bis zu seiner Pensionierung beim Pharmazieunternehmen Boehringer Mannheim für die Laborfortbildung zuständig war.

Beim 65-jährigen Jubiläum in Forst sei Rochus Strangfeld bereits verstorben gewesen. „Doch wir sind ihm immer dankbar, dass er unsere Klassentreffen ins Leben gerufen und so interessant wie kompetent vorbereitet und organisiert hat.“

 Fritz Kanter beim 65. Abi-Jubiläum im Juni 2014.
Fritz Kanter beim 65. Abi-Jubiläum im Juni 2014. FOTO: Candy Hecht
(slu)