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| 02:38 Uhr

"Friedrich hasste Brühl sein Leben lang"

Jürgen Luh.
Jürgen Luh. FOTO: lr
Wie ist die große Feindschaft zwischen König Friedrich II. und Graf Brühl entstanden? Die RUNDSCHAU sprach mit dem Historiker und Kurator der Potsdamer Friederisiko-Ausstellung, Jürgen Luh von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Mit Jürgen Luh sprach Bodo Baumert

Preußen König Friedrich II. hat ein sehr negatives Brühl-Bild verbreitet? Wo liegen die Ursachen dafür?
Friedrich hatte ein persönliches Motiv. Zum einen, denke ich, hat Friedrich Brühl verfolgt, weil dieser im Zeithainer Lager die Fluchtabsicht des preußischen Kronprinzen an den preußischen König verraten hat. Zum anderen fürchtete Friedrich Brühl und dessen anti-preußische Politik, die, hätte sie Erfolg gehabt, Friedrichs Ruhm und Ansehen in Europa erschüttert hätte.

Friedrich der Große ließ Brühls Besitzungen plündern, sein Schloss in Pfröten verbrennen. Welche Motivation steckte dahinter?
Friedrich hasste Brühl - sehr, und dies ein Leben lang. Anders lässt sich diese physische und psychische Verfolgung Brühls durch den preußischen König nicht erklären.

Wie dachte Brühl im Gegenzug über Friedrich? Gibt es dazu Quellen?
Brühl war kein Freund Friedrichs. Dass er den preußischen König persönlich gehasst hätte, lässt sich allerdings nicht erkennen. Politisch aber wollte Brühl zu Sachsens - und damit auch zu seinen Gunsten - Friedrich schaden. Das kann man allein aus den publizierten Quellen ersehen. Persönlich hat Brühl dann versucht, sich gegen Friedrich zur Wehr zu setzen, indem er zum Beispiel die Zerstörung seines Besitzes "auf Befehl S. M. des König", wie es hieß, durch die Veröffentlichung einer Kupferstichfolge publizieren ließ.