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| 18:23 Uhr

Blumen statt Waffen
Friedensgruß für die Ewigkeit

Seit drei Jahren gibt es „DIE Rose“ vor dem Rathaus in Brody.
Seit drei Jahren gibt es „DIE Rose“ vor dem Rathaus in Brody. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Forst erhält am Freitag die neunte und letzte Grenzrose. Weitere gibt es entlang der Neiße in Bad Muskau und bald in Guben und Gubin. Von Katrin Kunipatz

Grenzrosen verblühen nicht. In der Rosenstadt Forst sind sie seit vier Jahren an verschiedenen Stellen präsent. Insgesamt neun dieser metallenen Blumenskulpturen hat der Essener Künstler Thomas Rother für Forst vorgesehen – jede soll dabei symbolisch für eines der neun deutschen Nachbarländer stehen. Acht Grenzrosen haben bereits ihren Platz gefunden: sechs in Forst (siehe Grafik), eine vor dem Rathaus in Brody und eine weitere vor dem Kulturhaus in Lubsko. An diesem Freitag soll nun die neunte und letzte am Seufzersteg enthüllt werden.

Für Thomas Rother sind die Grenzrosen Friedensbotschaften. „Blumen statt Waffen“ laute Rothers Motto – ein friedlicher Gruß an den Nachbarn jenseits des Flusses, erläuterte Rothers Grafiker Frank Münschke bei der Einweihung der ersten Grenzrose im Oktober 2014 am Kegeldamm. Seinen Anfang nahm das Projekt nach langer Vorbereitungszeit 2013 in Kehl am Rhein und der französischen Nachbarstadt Straßburg. Dort erinnern die Grenzrosen an neun französische Widerstandskämpfer, die im November 1944 von der Gestapo erschossen wurden. Weitere stählerne Rosen „erblühen“ im deutsch-belgisch-luxemburgischen Dreiländereck in Welchenhausen.

Entlang der Neiße gibt es zusätzlich zu den Forster Grenzrosen zwei weitere in Bad Muskau. Und am 11. November werden jeweils in Guben und in Guben zwei Grenzrosen eingeweiht. Für eine dritte sammelt das die deutsch-polnische Kommission in Guben noch Spenden. In Forst wurde die Aufstellung der Grenzrosen zu einem großen Teil durch Paten sowie die Stadt und Förderprogramme realisiert, so Verwaltungsvorstand Sven Zuber, bei der Einweihung der achten Rose im Februar.

Ausgewählt wurden alle neun Motive der Forster Grenzrosen in Vorbereitung der 750-Jahrfeier. Wer die Standorte der Grenzrosen aufsucht, stellt fest, dass jede eine andere Form hat. „DIE Rose“ steht beispielsweise am Pflegeheim Rosenstadt. Die Blüte vor dem Rathaus trägt den Titel „Herzblatt“ und an der alten Grenzbrücke in Sacro zeigt sich die „Sonnenblüte“. Am Kegeldamm direkt neben dem immer noch zerstörten Seufzersteg wird Bürgermeisterin Simone Taubenek am Freitag die Grenzrose mit dem Namen „Blüte in der Blüte“ enthüllen. Hergestellt wurden die neun unterschiedlichen Rosen in einem Stahlwerk. Die Forster Metallbaufirma Mebra schweißte die Blüte auf den Sockel und veredelte die Oberfläche durch Sandstrahlen.

Eine kleine Besonderheit soll nicht unerwähnt bleiben: Forst hat sogar eine zehnte kleinere Grenzrose von Künstler Thomas Rother bekommen. Sie steht vor dem Sitzungssaal im Rathaus.

Grenzrosen in Forst
Grenzrosen in Forst FOTO: LR / Katrin Janetzko