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| 14:22 Uhr

Freibad
Letzte Schwimmzüge in Forst

Karin Zschärlich nutzt das Forster Freibad noch immer täglich und freut sich über die verlängerte Öffnungszeit.
Karin Zschärlich nutzt das Forster Freibad noch immer täglich und freut sich über die verlängerte Öffnungszeit. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Freibad verlängert Öffnung bis 23. September. Schwimmhalle ist bis 2020 wegen Umbaus zu. Von Steffi Ludwig und Katrin Kunipatz

Blauer Himmel, Sonnenschein, 24 Grad, das Wasser 21 Grad: Karin Zschärlich hat es sich am Mittwochvormittag im Forster Freibad gut gehen lassen. Die 70-Jährige kommt, seit sie Rentnerin ist, fast jeden Tag zum Schwimmen. „Es ist doch so ein schönes Bad hier“, schwärmt sie. „Durch das leise Rauschen des Wassers denkt man, man ist am Meer.“ Die am Mittwochvormittag getroffene Entscheidung der Stadt, das Bad wegen des schönen Wetters bis zum 23. September zu öffnen und nicht schon am 15. zu schließen, begrüßt sie.

Bäderleiter Lutz Berbig hatte bereits seit Anfang September früher geöffnet: nicht erst ab 12 Uhr, sondern bereits ab 9 Uhr. Diese Öffnungszeiten von 9 bis 19 Uhr werden bis zum 23. September beibehalten, sagt er. Schon bis zum 31. August war der Besucherrekord aus dem Jahr 2003 eingestellt worden: mit 48 071 Besuchern kamen rund 500 mehr als damals.

Seit 1991 ist es das dritte Mal, dass das Forster Freibad im September seine Öffnungszeiten verlängert. Zuletzt war dies 2016 der Fall. „Noch länger geht nicht, da ab dem 24. September die Firmen zur Außerbetriebnahme des Freibades kommen“, erklärt Berbig. Das Wasser werde abgelassen, die Wasseraufbereitungsanlage für die Wartung außer Betrieb genommen.

Bisher hatte für die Forster Wasserratten ab Oktober die Schwimmhalle geöffnet. Doch ab diesem Jahr bis 2020 ist das nicht mehr möglich, da die Halle saniert wird. Auch Karin Zschärlich findet die Schließung schade, aber notwendig. Sie selbst nutze die Halle zwar nicht, aber einige Bekannte. Und ihre Nichte wollte mit ihrem Kind zum Babyschwimmen. „Es fragen viele Badegäste nach, wohin sie ausweichen können“, sagt Lutz Berbig. Er empfiehlt Guben und Spremberg, das nehme sich von der Strecke her nicht viel. Auch Cottbus sei möglich. Aber hier kämen die Badegäste eher selbst nach Forst wegen der höheren Eintrittspreise der Lagune.

Auch für den Schwimmunterricht müssen andere Lösungen her. Für die dritten Klassen der Forster Grundschulen werde es im Juni 2019 jeweils für eine Woche ein Schwimmlager geben, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. Die Termine stünden bereits fest und seien mit den Schulen abgestimmt worden. Ein Schlechtwetter-Ausweichtermin sei ebenfalls festgelegt. Die Schülerbeförderung zum Freibad und zurück werde von der Stadtverwaltung organisiert.

Die Wasserwacht des DRK, die immer montags in der Schwimmhalle trainierte, sucht laut Reiner Hoffmann noch nach einer Lösung für die 25 bis 30 Kinder und Jugendlichen. Guben, Spremberg und Weißwasser seien im Gespräch, aber es sei schwierig, freie Uhrzeiten zu finden, die auch für die Kinder passen. Vorerst werde sich deshalb auf die theoretische Ausbildung konzentriert, so Hoffmann.

Anfang Oktober sollen die Bauarbeiten in der Schwimmhalle beginnen. Der Vergabeausschuss soll  am 18. September den Zuschlag für die Baustelleneinrichtung und die Abbruch- und Demontagearbeiten erteilen. Laut Bäderleiter Berbig ist in der Halle alles geräumt worden: Wasserspielzeug wurde eingelagert, Möbel  und andere Dinge abgebaut.

Das Geld für die rund 6,4 Millionen Euro teure Sanierung der Schwimmhalle ist zum großen Teil beisammen. Wie Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke jüngst erläuterte, liegt die erste Zusage für das Förderprogramm RENplus vor. Ein weiterer Antrag bei RENplus für die energetische Sanierung der Schwimmhalle laufe noch. Vier Millionen Euro erhält die Stadt Forst vom Bund und  rund 1,17 Millionen vom Land aus dem Ausgleichsfond für finanzschwache Kommunen.