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| 11:50 Uhr

Forst
Ärger mit Unkraut in angelieferter Erde

Gemeiner Stechapfel heißt die Pflanze, die sich bei einer Leserin im Garten breit macht. Im angelieferten Mutterboden waren die Pflanzensamen enthalten.
Gemeiner Stechapfel heißt die Pflanze, die sich bei einer Leserin im Garten breit macht. Im angelieferten Mutterboden waren die Pflanzensamen enthalten. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Forsterin beschwert sich über Mutterboden. Firma empfiehlt, regelmäßig zu mähen oder unerwünschte Pflanzen auszureißen. Von Katrin Kunipatz

Höchst verärgert ist die 76-jährige Annerose Schuster (Name geändert). Sie hatte sich Ende Mai Mutterboden liefern lassen, um damit ihren Vorgarten neu zu gestalten. Anstelle des gefällten großen Nadelbaums sollte eine grüne Wiese vors Haus. Doch statt des angesäten Rasens wächst Unkraut. Innerhalb von sechs Wochen sind die Pflanzen jetzt kniehoch und beginnen zu blühen. Weiße trichterförmige Blüten zeigen sich. „Diese Pflanzen habe ich noch nie gesehen“, sagt sie. Deshalb hat sie sich beim Lieferanten, der Forster Firma Schmidt-Dunkel, über die mit Samen verunreinigte Erde beschwert. Die Antworten, die sie bekam, seien nicht zufriedenstellend. „Man sagte mir, ich solle mähen oder die Pflanzen ausreißen“, so die Rentnerin. Doch dies falle ihr aufgrund ihres Alters schwer. An Rasenmähen sei erst gar nicht zu denken.

Bei der Straßen- und Tiefbaufirma ist das Problem nach den Anrufen der Seniorin bekannt. Anne Dunkel, kaufmännische Buchhalterin, erklärt: „Mutterboden enthält immer Unkrautsamen.“ Grund dafür ist die Art und Weise der Herstellung. Bei Mutterboden handelt es sich um die oberste Bodenschicht, die beispielsweise bei Baumaßnahmen aufgenommen wird. Steine und Graswurzeln werden auf einem Sieb entfernt. Anschließend werde der Mutterboden verkauft oder im Rahmen öffentlicher Baumaßnahmen in Beeten und Grünanlagen verteilt. Durch regelmäßiges Mähen werde das Aufwachsen des Unkrauts verhindert, so Anne Dunkel. Dafür sei die Mithilfe des Kunden nötig.

Eine Alternative sei gedämpfte Erde. Durch Hitze werden viele Unkrautsamen unbrauchbar gemacht. Jedoch sei dieses Verfahren aufwendig und die Erde entsprechend teuer, so die Mitarbeiterin von Schmidt-Dunkel. Gedämpfte Erde habe die Forster Firma nicht im Angebot, weil sie sich nicht verkaufe.

Der Forster Seniorin bleibt deshalb nichts anderes übrig, als die Pflanzen auszureißen. Zwei Schubkarren voll mit den unbekannten Pflanzen habe sie schon weggebracht. Es ist ein Lichtblick, auf etwa der Hälfte der Fläche sind jetzt zarte Grashalme zu sehen.

Die charakteristische Blüte des Gemeinen Stechapfels.
Die charakteristische Blüte des Gemeinen Stechapfels. FOTO: LR / Katrin Kunipatz