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| 17:24 Uhr

Weihnachtsmarkt
Weihnachtsflair mit vielen Lichtern

Premiere: Die vielen tausend Lämpchen an den Platanen bildeten optisch eine Art Dach über den Weihnachtsmarktbesuchern.
Premiere: Die vielen tausend Lämpchen an den Platanen bildeten optisch eine Art Dach über den Weihnachtsmarktbesuchern. FOTO: Thoralf Haß
Forst. Das neue Forster Weihnachtsmarkt-Konzept kommt gut an, birgt aber noch Reserven. Von Thoralf Haß

Mit der einsetzenden Dämmerung erwacht der Forster Weihnachtsmarkt erst so richtig zum Leben. Immer mehr Besucher passieren die Eingangspforte neben der Stadtkirche und schlendern geruhsam durch die Budengasse, begrüßen gute Bekannte oder schauen sich die Auslagen der Anbieter an.

In diesem Jahr hat der Weihnachtsmarkt sein Gesicht ein wenig verändert. Mit der Einbeziehung des Plantanenhains hinter der Kirche wollte die Stadt als Veranstalter neue Akzente setzen. Und tatsächlich wirkt der rechteckige Hain wie eine kleine Halle. Die vielen tausend Lämpchen an den Ästen und Zweigen hoch über den Köpfen bilden dabei optisch eine Art Dach. Dadurch wirkt der gesamte Weihnachtsmarkt noch größer. An den Rückseiten haben zwei Gastronomen ihre Stände aufgebaut, an denen sich die Besucher etwas stärken können.

Doch nicht jeder kann sich mit der Idee eines weitläufigeren Weihnachtsmarktes anfreunden. „Ich finde, mit den wenigen Buden auf dem gesamten Weihnachtsmarkt einschließlich der neuen Fläche hinter der Kirche sieht der Markt ziemlich lückenhaft aus“, sagt ein Besucher, der anonym bleiben möchte. Seine Begleiterin pflichtet ihm bei. Es fehle zwischen den Buden die „gemütliche Enge, wie man sie von anderen Weihnachtsmärkten kennt“. Die einzelnen Standbereiche sollten noch dichter aneinander rücken. Dann wäre sicherlich auch Platz, den Weihnachtszoo vom Parkplatz gegenüber auf dem eigentlichen Weihnachtsmarktgelände unterzubringen.

Eng wurde es nämlich nur bei den Auftritten der Künstler im Festzelt. Beim Auftritt von Stargast Linda Feller am Samstagabend fanden gar nicht alle Zuschauer Platz im Inneren, sodass viele Besucher vor dem Zelt der Sängerin lauschten.

Am Stand des Forster Museumsvereins zog Gundolf Fiehler mit seinem futuristischen Kostüm die Aufmerksamkeit auf sich. Am Gemeinschaftsstand von Museumsverein und der Künstlergruppe „Ravenchild“ wurde fleißig Werbung gemacht für das große „Steamrose“-Festival in Forst im nächsten Jahr. Viele Standbesucher informierten sich über das Ereignis und wollten wissen, was es damit auf sich hat.

„Es wurde auch Kritik an uns herangetragen“, sagt Gundolf Fiehler. So fanden die im Programmheft angekündigten Feuershows von „Ravenchild“ außerhalb des Weihnachtsmarktes statt. Viele Besucher hätten davon gar nichts mitbekommen und waren dementsprechend enttäuscht, weil sie meinten, die Shows seien ausgefallen. Eine Lautsprecherdurchsage oder Informationen zum genauen Auftrittsort gab es nämlich seitens des Veranstalters nicht.

Etwas dunkel und verlassen wirkte auch das „Hexenhaus“ an der Nordseite der Stadtkirche. Nur selten traute sich ein Kind hinein. Mehr Andrang herrschte dagegen gegenüber an den Losbuden und am Kinderkarussell.

Aus Dresden ist Familie Sonntag angereist. Sie verbindet den Besuch bei Freunden mit einer Besichtigung der Stadtkirche St. Nikolai. „Wir wussten gar nicht, dass unser Graf Brühl hier seine letzte Ruhestätte gefunden hat“, erzählt Werner Sonntag (74). Der anschließende Bummel über den Weihnachtsmarkt ist schnell erledigt. „Ein bisschen dürftig für eine Kreisstadt“, stellt Werner Sonntag fest, um schmunzelnd gleich darauf hinzuweisen, dass man den Forster Weihnachtsmarkt schließlich nicht mit dem weltberühmten Dresdner Striezelmarkt vergleichen darf.

„Alle Jahre wieder“ sorgt der Forster Weihnachtsmarkt für Diskussionsstoff bei den Besuchern. Es jedem Recht zu machen, dürfte auch der Stadt als Veranstalter nicht gelingen. Mit der Einbeziehung neuer Flächen ins Veranstaltungskonzept ist man jedoch auf einem guten Weg. Und schließlich kommen die meisten Besucher ja doch nur wegen der einzigartigen Atmosphäre zur Weihnachtszeit, dem Glühweinduft, dem Lichterglanz rund um die Kirche oder einfach nur, um Freunde zu treffen. Dann erwacht der Forster Weihnachtsmarkt bei Einsetzen der Dämmerung erst so richtig zum Leben.