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| 16:24 Uhr

Forster Wasserwerk: Elektrozaun gegen Wildschweine

Wolfgang Gäbler zeigt auf den Elektrozaun am Absetzbecken. Er verhindert, dass Tiere hineinfallen. Eine einzelne dieser Litzen umgibt in 20 Zentimetern Höhe das Areal des Forster Wasserwerks und soll Wildschweine draußen halten.
Wolfgang Gäbler zeigt auf den Elektrozaun am Absetzbecken. Er verhindert, dass Tiere hineinfallen. Eine einzelne dieser Litzen umgibt in 20 Zentimetern Höhe das Areal des Forster Wasserwerks und soll Wildschweine draußen halten. FOTO: Katrin Kinipatz
Forst. Besorgt rief ein Forster am RUNDSCHAU-Lesertelefon an. "Rund um das Wasserwerk ist ein Elektrozaun gezogen", sagte er. Katrin Kunipatz

Bedenken äußerte er, weil der Strom im Zaun für die Kinder des Kindergartens oder der nahen Siedlung eine Gefahr sein könnte. Vorschüler könnten die Warnhinweise schließlich nicht lesen.

Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Stadtwerke Forst bestätigt, dass seit Dienstag vergangener Woche das Wasserwerk von einem Elektrozaun umgeben ist. Es handelt sich um eine in 20 Zentimetern Höhe gespannte Litze, die an ein handelsübliches Weidezaungerät angeschlossen ist. Dieses erzeugt Hochspannungsimpulse von rund 10 500 Volt, die nur Millisekunden andauern. "Üblicherweise wird es bei Pferden und Kühen verwendet", sagt Wolfgang Gäbler. "Wir wollen damit die Wildschweine vom Gelände fernhalten." Der Stromstoß sei unangenehm, aber für Tier und Mensch ungefährlich, versichert Wolfgang Gäbler. Als er später unfreiwillig die Litze berührt, schreckt er zurück und beschreibt es als Kribbeln.

Vor der Montage des Weidezauns habe man mit der Leiterin des Kinderhauses am Wasserwerk gesprochen. Sabine Dittmann berichtet "Wir waren über die Pläne und den Bau informiert." Mit den Kindern habe die Kita-Leiterin über den Elektrozaun gesprochen. "Es ist nichts Gefährliches", so Dittmann. Bei Spaziergängen seien Hunde oder Autos eine größere Gefahr.

Die Wildschweine am Wasserwerk sind seit Jahren ein Ärgernis für die Stadtwerke Forst. In diesem Jahr hätten sich 20 Tiere, darunter zwei Bachen mit Frischlingen, im Waldstück einquartiert, so Wolfgang Gäbler. Sie durchwühlen den Wall, der die Reinwasserbehälter im Sommer vor Hitze und im Winter vor Frost schützt. Vor allem zerstören die Schwarzkittel den Zaun. Vandalismus und Verschmutzung des Geländes seien nicht mehr auszuschließen. Dabei sind die Stadtwerke für die Sicherheit verantwortlich, denn hier stehen die Trinkwassertiefbrunnen.

Wildtiere sind in dem 25 Hektar großen Wald am Wasserwerk nicht ungewöhnlich. Rehe kamen durch den offenen Zaun aufs Gelände, so Gäbler. Damit keins im Absetzbecken ertrinkt - fünf waren es im Verlauf der zurückliegenden 60 Jahre - wurde auch darum ein Elektrozaun gezogen. Bei Trockenheit finden eventuell eingeschlossene Tiere am Auslauf der Filterrückspülung einen neu angelegten kleinen Teich. Hier kommen Rehe gefahrlos ans Wasser - und Wildschweine auch. Einzelne haben es trotz Elektrozaun wieder ans Wasserwerk geschafft. Wolfgang Gäbler hofft, dass es Einzelfälle bleiben.