| 16:11 Uhr

Adventstür geöffnet
Forster Wasser von bester Qualität

Thomas Winkler hielt auf der Plattform einen Fachvortrag.  Foto: Margit Jahn
Thomas Winkler hielt auf der Plattform einen Fachvortrag. Foto: Margit Jahn FOTO: Margit Jahn / LR
Forst. Vortrag von Fachmann fand in luftiger Höhe am beliebten Wahrzeichen statt.

Die ersten zarten Schneeflocken umtanzten am Sonnabend den 72 Meter hohen Forster Wasserturm. Viele Kinderaugen waren nach oben gerichtet, der dicke Schal der Eltern wurde noch einmal etwas strammer gezogen, als sich das zweite Kalendertürchen in frischer Luft am Wasserturm öffnete. Diana Loichen hatte mit Ihrem Stadtwerke-Team Gebäck, Kinderpunsch und Glühweinstand zu Füßen des „Dicken“ aufgefahren.

Pünktlich um 10 Uhr kamen die ersten Besucher, um das Angebot der Führung mit Thomas Winkler von der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) zu nutzen. Eigentlich wollte er auf der ersten Plattform etwas zur Geschichte des Wasserturmes sagen. Da die meisten Gäste aber schnurstracks zur höheren Plattform eilten, fand der Vortrag dann auf dieser Ebene statt, in 36 Metern Höhe, wie Thomas Winkler den interessiertes Gästen erklärte. Dort konnten die Besucher auch direkt einen Ausflug in das Jahr 1992 unternehmen. Denn die großen Bilder an den dicken runden Wänden, die Aufnahmen in alle Himmelsrichtungen aus der Wasserturmperspektive zeigen, stammen aus diesem Jahr. Mit etwas Wehmut ließ sich vergleichen, wie sich das Stadtbild in diesen Jahren verändert hat und welche Gebäude es inzwischen nicht mehr gibt: zum einen die vielen Neubaublöcke, die nicht mehr benötigt wurden, aber auch die beiden großen Türme des ehemaligen Eltwerkes, die auf den Bildern noch stolz gen Himmel wachsen und im Jahr 2008 gesprengt wurden.

Thomas Winkler unternahm einen Abstecher in die 114-jährige Geschichte des schon von weithin sichtbaren Forster Wahrzeichens. Er erzählte, für welche Dimensionen der am 1. September 1903 in Betrieb genommene Wasserturm damals gebaut wurde, und wie wenig Wasser heute im Vergleich verbraucht wird. Die meisten Gäste nickten zustimmend, als ein Grund dafür benannt wurde: die im Verhältnis zum Wasser sehr teuren Abwasserpreise. Diese lassen die Forster jeden Tropfen des kostbaren Wassers sparen.

Thomas Winkler machte aber auch klar, das der geringe Wasserverbrauch zu Problemen am Durchlauf führen kann. Eine Million Liter Wasser fasst der Hochbehälter, der selbst einen Durchmesser von 13 Metern aufweist. Er ist für den Druckausgleich zuständig. 138 Treppenstufen müssen Fachleute absolvieren, um dorthin zu gelangen.

Regelmäßige Wartungen und ständige Kontrollen sorgen für tägliches frisches Wasser, mit den rundum besten Qualitäten der Region, wie Thomas Winkler anmerkte. Auch die Forster Bewohner können sich über einen Wasserhärtegrad zwischen 10 und 11 freuen. Damit gilt das Forster Wasser als weich, verschont Waschmaschine, Kaffeemaschine und weitere Geräte von unnötig zerstörerischen Kalkablagerungen.

Als Novum, und noch ein wenig geheim, werden die Forster in den kommenden Tagen das erste Elektroauto, den „smart fortwo electric drive“, in den Straßen zu sehen bekommen. Die Stadtwerke wollen damit den Weg in eine neue Zukunft gehen. Derzeit ist der umweltfreundliche Smart noch in der „Maske“: Er erhält seine Beschriftung, bevor er auf Jungfernfahrt geschickt wird, sagte Diana Loichen von den Stadtwerken, selbst schon ein wenig in Vorfreude schwelgend. Er soll künftig als Betriebswagen genutzt werden. Bis zu 160 km Reichweite, bevorzugt in der Stadt einsetzbar, reicht eine voll aufgeladene Batterie.

Seit November stehen den Forstern und Besuchern drei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Forst zur Verfügung. Nach dem Parkplatz am Rathaus, dem Parkplatz am Ostdeutschen Rosengarten und dem Parkplatz des Kreishauses sind die Ladesäulen gut im Stadtgebiet verteilt. Da auch E-Bikes auf Strom angewiesen sind, stehen den Radlern vier Tanksäulen zur Verfügung.

Somit setzen die Stadtwerke Forst nach eigenen Angaben auf eine nachhaltige E-Mobilität zur Schonung der Umwelt.

Diana Loichen und ihr Team sowie Thomas Winkler hatten am Sonnabend viele interessante Fragen der Besucher zu beantworten. Auf diese gesellige Art und Weise konnten die Forster einen informativen Einblick in die Wasserversorgung von Forst und Umlandgemeinden bekommen. Henriette Blossey, als Schülerin mit Eltern und Oma dabei, fand den Vormittag „sehr schön“.