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| 11:56 Uhr

Aktion
Einblicke in die Jobzukunft

Jonas Haase (M.) und seine Mutter im Gespräch mit Ausbilder Jürgen Kieschnick von der Firma Metallbau Ullrich GmbH.
Jonas Haase (M.) und seine Mutter im Gespräch mit Ausbilder Jürgen Kieschnick von der Firma Metallbau Ullrich GmbH. FOTO: Margit Jahn
Forst. Der erste Tag des offenen Unternehmens im Forster Gewerbegebiet ist gut angekommen. Von Margit Jahn

Erstmalig präsentierten sich Forster Unternehmen im Industrie- und Gewerbegebiet zum Tag des offenen Unternehmens für die Öffentlichkeit. Egal, ob noch dringend ein Ausbildungsplatz für Sohn oder Tochter benötigt wurde, oder man selbst wegen einer Umschulung schauen wollte, die Fülle der Angebote war überraschend.

Nach der Eröffnung und Ansprachen unter anderem von Landrat Harald Altekrüger (CDU), Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) und Rosenkönigin Stephanie II. konnte in der Ausbildungsbörse im Hotel Rosenstadt oder direkt in den anliegenden Betriebe vorbeigeschaut werden. Überall konnte die Produktion besichtigt und Fragen gestellt werden. Auf einer großen Aufstelltafel konnten sich die Besucher einen Überblick über 44 Firmen verschaffen, die entweder einen Ausbildungsplatz, ein Praktikum oder einen Job anboten oder nur dort ansässig waren.

Lèon Sebastian Ram (17) bediente kurz vor seinem 18. Geburtstag zuvorkommend die Gäste, die am Stand von Bäcker Klaus Merschank vorbeikamen. Er selbst ist unter den 90 Mitarbeitern Azubi im zweiten Lehrjahr als Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. „Spaß habe ich auf jeden Fall. Es ist immer etwas Neues dabei“, sagt er strahlend. Innerhalb seiner Ausbildung steht ein halbes Jahr Praktikum in der Backstube auf dem Programm. Weil ihm das Brotbacken so gut gefällt, möchte er noch die Ausbildung zum Bäcker anhängen. Sichtlich stolz sind Bäckermeister Merschank und Antje Kirschner auf „ihren“ Azubi. Eine gute abgeschlossene Schulausbildung der 10. Klasse sei neben der Liebe zum Handwerk wichtig, ebenfalls eine gute Teamfähigkeit. Fast alle Unternehmen, auch Bäcker Merschank, empfehlen den Interessierten zum Kennenlernen des Berufes ein Praktikum. In der Bäckerei werde ­dreischichtig gearbeitet, sodass man nicht jede Nacht arbeiten müsse.

Pendelnd unterwegs ist auch Niclas Lehmann, der 15-jährige Gymnasiast. Er hält Ausschau nach einer kaufmännischen Ausbildung. Lea Gerlach und Josephine Peters nutzen mit Vater und Bruder den Tag, um sich zu orientieren. Lea interessiert sich für die Gestaltung und Bearbeitung von Bildern und Videos, ist aber nicht recht fündig geworden. Josephine favorisiert einen sozialen Beruf und hat sich beim Behindertenwerk Spremberg  schon beraten lassen.

Jonas Haase (16) aus der Oberschule Döbern schaut mit seiner Mutter bei der Metallbau Ullrich GmbH vorbei, die sich momentan auf Treppengeländebau spezialisiert. Er interessiert sich für einen Metallberuf, aber auch Garten- und Landschaftsbau oder Holzarbeiten wären möglich. „Da wäre ein kleines Praktikum angebracht“, empfiehlt Ausbilder Jürgen Kieschnick. „Wird hier auch Sonnabend gearbeitet?“, ist eine der Fragen, die sie dem Ausbilder stellen.

Die Gärtnerei Engwicht ist am Stand mit einem Floristik-Azubi vertreten. Dieser Betrieb bietet auch Ausbildungsplätze, Praktika und Jobs an. Mit großem Fahrzeug und putzigem felligem Patienten auf der Trage ist Fahrdienst Sommer präsent. Verantwortungsvolle und zuverlässige Fahrer sowie Beifahrer werden in diesem Unternehmen gesucht. Jasmin Diener, die den Stand betreute, befindet sich derzeit in Umschulung zur Kauffrau für Büromanagement im zweiten Jahr.

Aus ganz anderen Gründen schaute Domenik Albrecht aus Hoyerswerda beim Forster Handwerk vorbei. Der 22-jährige ausgelernte Maler sucht einen neuen Job vielleicht als Raumausstatter, weil seine Malerfirma in Insolvenz gegangen war. Weil er derzeit in Forst zu Besuch weilte, ergriff auch er die Chance und interessierte sich besonders für die Firma Onnecken. Chef Klaus Onnecken und Domenik Albrecht kamen gut ins Gespräch. Auch hier wurde empfohlen, erst einmal ein Praktikum zu absolvieren und dann zu entscheiden, ob sich eine Ausbildung lohnt. Der junge Mann erzählte, dass eine Jobsuche nicht einfach sei. Viele Firmen suchten junge Maler mit viel Berufserfahrung, welches ein Widerspruch in sich sei. 15 Bewerbungen hat er derzeit laufen, berichtete er, während Klaus Onnecken ihm anbot, sich schon mal mit Tacker und Leder auszuprobieren, was er sofort gerne tat.

Die Standbetreuer waren durchweg positiv angetan von der Resonanz, welche der erste Tag des offenen Unternehmens brachte. Vielleicht kann das nächste Mal die Kennzeichnung der mitmachenden Betriebe im Umfeld noch etwas komprimierter, auffälliger oder farbenfroher an der Straße gestaltet werden. Der Anfang ist getan.