| 16:15 Uhr

Konzert
Rockige Klänge, während die Nadeln glühen

Frontfrau Tereza Rays von „The Electric Lady“ begeisterte im Forster „Manitu“.
Frontfrau Tereza Rays von „The Electric Lady“ begeisterte im Forster „Manitu“. FOTO: Margit Jahn
Forst. Forster Tattoo-Tag wurde mit einem rockigen Konzert von „Electric Lady“ abgeschlossen.

Der erste Family-Tattoo-Tag im Forster „Manitu“ hat mit einem rockigen Konzert der tschechischen Band „Electric Lady“ ein gelungenes Ende gefunden. Während die beiden Tätowierer „Zukurra-ar-can“ und David Liebner bis zum Abend beide Hände voll zu tun hatten, konnten die ersten abendlichen Konzertbesucher den beiden Künstlern live über die Schulter schauen. Die letzte Arbeit von David Liebner, dem Tätowierer aus Lauta, war eine Old Scool Schwalbe mit dicken Außenlinien und weichen Schattierungen. Diese Vier-Stunden-Arbeit begann am frühen Abend und wurde erst während des Konzertes fertig. Während der Tätowierer sich eine große Pause nahm und an der Luft verschnaufte, drehte die Powerfrau Tereza Rays von „Electric Lady“ mit ihrer scheinbar an den Leib gewachsenen Gitarre so richtig auf der Bühne auf.

Da die englisch singende Band im deutschen Raum noch völlig unbekannt ist, ist sie dabei, auch dieses Territorium mit beginnenden Konzerten zu erobern. Rock, Funk und Blues sind das Repertoire der drei jungen tschechischen Musiker mit ihrer quirligen Frontfrau Tereza Rays. Sie selbst gründete 2013 das Funk-Rock-Projekt „Electric Lady“ und ist für die Musik und Texte verantwortlich. Im amerikanischen Süden vertiefte sie ihre Liebe zur Musik und kehrte mit viel Blues und Funky im Herzen zurück und baute ihre Band auf. Von der tschechischen Musikpresse werden die drei Musiker gefeiert, viele Konzerte stehen auf der Tagesordnung und sind quer durch das Land begehrt.

Regine Arlt, die sich auch kurz vor dem Konzert die Buchstaben der Kinder und Enkelkinder in den Oberarm eingravieren ließ, sagte zur anschließenden Musik, dass „man sie gut hören könne“. Außerdem mag die „Manitu“-Gängerin, die auch das Mittelalterspektakel Johannes Gaudium immer besucht, das berühmte Würzfleisch des „Manitu“, welches hier „am besten schmeckt“ un mit viel Liebe noch selbst gekocht wird.

Hermann Kostrewa, seit Langem ein Freund der Erlebnisgaststätte „Manitu“ und deren einmaliger Atmosphäre, war am Nachmittag nicht wegen des Tattooangebotes gekommen. „Aus dem Alter bin ich raus“, sagte der Sozialdezernent des Landkreises Spree-Neiße mit einem Augenzwinkern. Aber eine entspannte Musik zum Tagesausklang höre er sich gerne an. „Ich höre mir auch gerne mal etwas Unbekanntes an. Was ich jetzt höre, klingt erst einmal gut“, sagte er und ging wieder in den Saal, um den Konzertabend weiter zu genießen.