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| 17:37 Uhr

Klima, Sport und Stadtumbau
Schwere Brocken auf dem Feld

 Ein Gruppenbild vor der letzten Sitzung: Für ein gemeinsames Foto versammelten sich die Forster Stadtverordneten am Freitag vor dem Rathaus. Danach wurden noch drei wichtige Konzepte auf den Weg gebracht.
Ein Gruppenbild vor der letzten Sitzung: Für ein gemeinsames Foto versammelten sich die Forster Stadtverordneten am Freitag vor dem Rathaus. Danach wurden noch drei wichtige Konzepte auf den Weg gebracht. FOTO: Sven Hering
Die Forster Stadtverordneten haben am Freitag in ihrer letzten Sitzung vor der Kommunalwahl noch einige Grundsatzentscheidungen getroffen. Ihren Nachfolgern hinterlassen sie dennoch viel Arbeit. Von Sven Hering

Ein bestelltes Feld – das wird im Idealfall dem Nachfolger überlassen, wenn man selbst eine Aufgabe für sich abgeschlossen hat. Die Forster Stadtverordneten haben in ihrer letzten Sitzung der Legislaturperiode am Freitag zwar noch einige wichtige Konzepte auf den Weg gebracht. Doch auf dem Acker gibt es noch einiges zu tun. Das machte die Debatte des Parlamentes deutlich.

Beispiel Sportstätten: In dem am Freitag verabschiedeten Konzept zeigt die Zustandsanalyse schonungslos die Mängel vieler städtischer Sportanlagen auf. Drei Projekte sollen in den nächsten Jahren Priorität haben. Die Entwicklung des Stadions am Wasserturm als moderne Sportstätte für den Schul-, Vereins- und Freizeitsport. Der Ausbau der Sportstätte Sperlingsgasse als Nachwuchszentrum für den Fußball- und den Schulsport. Und die Weiterentwicklung des Rad- und Reitstadions sowie der angrenzenden Sportflächen. Für SPD-Fraktionschef Klaus-Dieter Stenzel „ein Konzept, das wir schon lange benötigt haben.“ Dennoch schickte er auch ein paar kritische Bemerkungen hinterher. „Eine Reihe von Sportanlagen ist in einem sehr schlechten Zustand“, fasste Stenzel das Papier zusammen. „Jetzt müssen wir deshalb tatsächlich rangehen“, forderte er, um die Defizite abzustellen. Das sei eine Frage der Glaubwürdigkeit. Am Ende wurde das Konzept einstimmig verabschiedet.

Beispiel Klimaschutzkonzept: Hier gab es in der Stadtverordnetenversammlung deutlichen Gegenwind. Linke-Fraktionschef Ingo Paeschke erklärte: „Wir werden nicht zustimmen, weil wir in dem Papier nicht erkennen können, wo der Nutzen für die Stadt liegt.“ Dr. Thomas Jaehn (Forster Freunde der Demokratie) wurde noch drastischer: „Die 38 000 Euro, die das Konzept gekostet hat, hätten wir lieber an kinderreiche Familien oder Rentner geben sollen.“ Die CDU hingegen verteidigte das Papier. Fraktionschef Dr. Jens-Holger Wußmann sagte: „Wir stimmen zu, weil das Konzept notwendig ist.“ Dieser Meinung folgte auch die Mehrzahl der Stadtverordneten.

Beispiel Stadtumbaukonzept: Um dieses Papier hatte es in den vergangenen Monaten die meisten Diskussionen gegeben. In letzter Sekunde brachte am Freitag die SPD-Fraktion noch einen Änderungsantrag durch: Die Festschreibung der Cottbuser Straße 10 als Verwaltungsstandort wurde aus dem Konzept genommen. Hans-Jörg Auerswald (SPD) betonte: „Wir wollen nicht, dass die Cottbuser Straße 10 als Verwaltungsstandort in dem Konzept steht, weil es so schwierig werden könnte, das später wieder zu ändern.“ Erst vor wenigen Tagen wollte die Verwaltung mit einem Vorstoß einen Beschluss aus dem Jahr 2011 kippen, in dem die Aufgabe des Verwaltungsstandortes Cottbuser Straße festgeschrieben ist. Das Gebäude Cottbuser Straße 10 sei eines der wenigen Häuser der Gründerzeit in der Innenstadt, das unbedingt zu erhalten sei, hieß es aus dem Rathaus. Zudem sei für die Sanierung als Verwaltungsstandort eine 100-prozentige Förderung möglich.

Kritisiert wurde auch ein fehlendes Konzept für den Stadtrückbau. Ingo Paeschke: „Wir wollen ein vernünftig bebautes Stadtzentrum und nicht einen Radikalabriss.“ Er bedaure die Entwicklung in den letzten Jahren. „Wir konnten sie leider nicht stoppen.“ Jens-Holger Wußmann betonte, dass das Konzept wichtig sei, um Fördermittel zu bekommen. „Über das Thema Abriss müssen wir aber unbedingt nochmal diskutieren.“ Am Ende gab es dennoch eine klare Mehrheit und eine wichtige Erkenntnis: Die neuen Stadtverordneten sind gut beraten, sich mit schwerem Gerät auszurüsten. Schließlich müssen sie in den nächsten fünf Jahren noch ein paar mächtige Brocken aus dem Weg räumen.