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| 17:45 Uhr

Stadtverordnetensitzung
Einigung bei Schul-Zuschüssen

Die Turnhalle der Grundschule Keune kann nun neu gebaut werden – Hausmeister Bernd Lobner zeigt einige marode Stellen der alten Halle.
Die Turnhalle der Grundschule Keune kann nun neu gebaut werden – Hausmeister Bernd Lobner zeigt einige marode Stellen der alten Halle. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Forster Stadtverordnete finden Lösung für freie Schulen und Grundschule Keune. Von Steffi Ludwig

Applaus gibt es selten in der Forster Stadtverordnetenversammlung, ebenso wie eine derartige Einigkeit der Fraktionen zu einem Thema: Als die Entscheidung der Stadtverordneten im bisherigen Streit um die Verteilung der Schulfördermittel feststand, applaudierten die anwesenden Schüler und Schulvertreter im Sitzungssaal. Denn es konnte eine Lösung gefunden werden, dass sowohl die freien Schulen ihre dringend notwendigen Projekte durchführen können, als auch die städtische Grundschule Keune endlich eine neue Turnhalle bekommt.

Streitpunkt waren die 1,3 Millionen Euro an Fördermitteln, die Forst für die Verbesserung der Schul­infrastruktur nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz bekommt. Die Stadtverwaltung wollte diese Mittel ausschließlich für den dringend notwendigen Neubau der Turnhalle der Grundschule Keune verwenden. Doch auch die freien Schulen (Wichernschule, evangelische Grundschule Eulo und Archimedes-Grundschule Noßdorf) meldeten Bedarf an, da ihnen gemäß ihrer Schülerzahl auch Geld aus der Förderrichtlinie zustehen würde. Es regte sich Widerstand, Unterschriften wurden gesammelt.

Dann stellte die Linke-Fraktion den Antrag, die Zuschüsse für die freien Schulen aus dem städtischen Haushalt zu bezahlen, gekürzt jeweils um zehn Prozent wegen des Eigenanteils. Rund 254 000 Euro wären das insgesamt gewesen. Aus den erhöhten Schlüsselzuweisungen vom Land und der abgesenkten ­Kreisumlage sollte das Geld verwendet werden, so Fraktionsvorsitzender Ingo Paeschke.

In einer Sitzung mit Kämmerer Jens Handreck am Donnerstagabend einigten sich die Fraktionsvorsitzenden jedoch darauf, den freien Schulen die ihnen zustehenden Beträge zu 100 Prozent zu bezahlen, also insgesamt 283 300 Euro. Mit der abgesenkten Kreisumlage sei dies möglich, so Jens Handreck. Dieser Vorschlag fand unter den Stadtverordneten breite Zustimmung. Es gab nur eine Gegenstimme aus der CDU.

Lothar Lischke (FDP/Freie Bürger) und Wolfgang Starick (Wir für Forst) lobten die Idee der Linken. „So können wir freie Mittel sinnvoll für alle Schulen einsetzen“, so Lothar Lischke. Für die Schulen freier Träger habe dies auch den Charme, dass der „Papierkrieg“ der Beantragung der Fördermittel entfalle. Auch Helge Bayer (CDU) zeigte sich froh über die Art und Weise, wie jede Fraktion in sich gegangen sei, um eine Lösung zu finden, die die Stadt voranbringe.

Klaus-Dieter Stenzel (SPD) freute sich, nach zwölf Jahren nun endlich eine Lösung für die Turnhalle der Grundschule Keune gefunden zu haben. Die 1,3 Millionen Euro Fördermittel werden die Kosten für einen Neubau inklusive Außenanlagen und Baunebenkosten vollständig abdecken. Dieser Beschluss wurde einstimmig bestätigt.

Die Turnhalle der Grundschule, etwa fünf Gehminuten vom Schulstandort entfernt, ist in einem katastrophalen Zustand: Putz bröckelt innen und außen, das Parkett ist stellenweise lose, Schäden in der Decke und anderen Stellen sind sichtbar. Nach Aussage des damaligen Sportlehrers Günter Gärtner ist das Gebäude durch viele Ehrenamtliche in Eigenleistung zwischen 1955 und 1965 gebaut worden. Offiziell eingeweiht wurde es jedoch erst 1969. Schulleiterin Sylvia Foerster, ebenfalls Zuhörerin bei der Stadtverordnetensitzung, zeigte sich sehr erleichtert, dass sich an den Zuständen für ihre Schüler, aber auch weitere Vereine oder Kitas, die in der Halle turnen, etwas ändert.

Die freien Schulen können ihre Projekte angehen, sobald der Haushalt bestätigt ist. In der Wichernschule werden die Fenster der oberen Etage tiefer gesetzt, damit Kinder im Rollstuhl hinausschauen können. In der Archimedes-Grundschule soll in den von Schule und Hort genutzten Spiel- und Bolzplatz investiert werden. Und die evangelische Grundschule will das Flex-Gebäude energetisch sanieren.