| 12:44 Uhr

Abwahlantrag in der Stadtverrodnetenversammlung
Für den Forster Bürgermeister wird es heute ernst

Philipp Wesemann (SPD), fotografiert am 23.04.2015. Der wegen einer Dauererkrankung von Abwahl bedrohte Forster Bürgermeister Philipp Wesemann will aus freien Stücken sein Amt nicht aufgeben.
Philipp Wesemann (SPD), fotografiert am 23.04.2015. Der wegen einer Dauererkrankung von Abwahl bedrohte Forster Bürgermeister Philipp Wesemann will aus freien Stücken sein Amt nicht aufgeben. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Forst. Für den erkrankten Forster Bürgermeister wird es heute ernst. In der Stadtverordnetenversammlung soll der Antrag zu seiner Abwahl eingebracht werden. Die RUNDSCHAU berichtet im Liveticker. Bodo Baumert

Der wegen einer Dauererkrankung von Abwahl bedrohte Forster Bürgermeister Philipp Wesemann(SPD) will aus freien Stücken sein Amt nicht aufgeben. Wenn es die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung wolle, dann bitte er sie, ihn aus dem Beamtenverhältnis auf Zeit zu entlassen. Das hatte Wesemann vor zehn Tagen in einer persönlichen Erklärung verlauten lassen. Vorausgegangen war die Ankündigung der Linkspartei im Stadtparlament, die am heutigen Freitag einen Abwahlantrag einbringen will.

Das Vorgehen von Wesemann sei unverständlich, sagte Ingo Paeschke, Vorsitzender der Linksfraktion, nach Veröffentlichung der Erklärung. „Entweder er tritt selbst zurück oder er wird abgewählt“, betonte er auf Anfrage.

Am Dienstag hatte es im Rathaus noch einmal ein Spitzentreffen zum Thema gegeben. Die von Wesemann angebotene Entlassung als Beamter auf Zeit durch die Stadtverordneten ist mit dem Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg Karl-Ludwig Böttcher beraten worden. Böttcher hatte das Gespräch mit dem Bürgermeister-Stellvertreter Jens Handreck (CDU), dem Stadtverordnetenvorsitzenden und den Fraktionschefs angeregt. „Ich will deutlich machen, dass die Stadt auch eine Fürsorgepflicht gegenüber einem abgewählten Rathauschef hat“, sagte Böttcher im Vorfeld.

Dass es unverantwortlich wäre, den seit November 2016 erkrankten Bürgermeister „in ein tiefes Loch fallen zu lassen“, ist nach Böttchers Angaben von den Stadtspitzen bereits anerkannt worden. Wesemann würde mit der Entlassung aus dem Beamtenstatus zum Beispiel seine Krankenversicherung verlieren und könnte nicht die bevorstehende Reha antreten.

Wesemann war im Mai 2015 mit damals 25 Jahren direkt von den Bürgern als jüngster Bürgermeister Brandenburgs ins Amt gewählt worden.