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Einzelhandel
Stadtgutschein hat noch Potenzial

Vom Forster Stadtgutschein ist Andreas Wolff, Vorsitzender des Gewerbevereins, überzeugt.
Vom Forster Stadtgutschein ist Andreas Wolff, Vorsitzender des Gewerbevereins, überzeugt. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst . Gewerbeverein setzt Schwerpunkt im Gewerbegebiet und verzichtet aufs Mitternachtsshopping. Von Katrin Kunipatz

Rosige Zeiten erwarten die Händler in der Forster Innenstadt in diesem Jahr wohl nicht. Voraussichtlich im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten an der Cottbuser Straße und am Berliner Platz. Erfahrungsgemäß schrecken Schmutz und Lärm so manchen Kunden ab, selbst wenn die Geschäfte über die Gehwege immer noch gut zu erreichen sind. Das von den Forstern gern besuchte Mitternachtsshopping findet in diesem Jahr nicht statt. Nur zum Weihnachtsmarkt soll es einen verkaufsoffenen Sonntag geben. Weitere Geschäfte schließen, folglich gibt es auch im Gewerbeverein der Rosenstadt Forst immer weniger Mitglieder. „Aktuell sind es 45“, berichtet Vorsitzender Andreas Wolff. Der Rückgang sei deutlich, schließlich gab es nach der Vereinsgründung 1999 Jahre mit 70 Mitgliedern.

Trotzdem zeigt sich Wolff zuversichtlich. Beispielsweise habe sich der Forster Stadtgutschein etabliert. Im September 2014 wurde er eingeführt. Verkauft werden die Gutscheine im Wert von fünf, zehn, 25 und 50 Euro im Bürgerbüro und seit über einem Jahr auch in der Touristinformation. Eingelöst werden können sie zurzeit bei 33 Firmen. Darunter sind Reisebüros, Apotheken, Dienstleister, Boutiquen, Optiker und Baumschulen, Geschäfte für Uhren, Einrichtung und Sanitätsbedarf, Autohäuser und Gaststätten. Die Händler legen die erhaltenen Gutscheine bei der Stadt vor und erhalten abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 3,5 Prozent den Betrag erstattet. Für Andreas Wolff liegen die Vorteile auf der Hand. Die Stadtgutscheine werden neutral ausgegeben und lassen sich individuell einsetzen. Für die Händler sei die Abwicklung leichter, als bei der zuvor bestehenden Bonuskarten-Aktion.

Die Stadtverwaltung schätze den Verkauf der Stadtgutscheine positiv ein, so Wolff. „Beim Rücklauf allerdings gibt es nach wie vor noch Potenzial“, ergänzt er. 2017 standen 846 ausgegebenen Stadtgutscheinen nur 692 eingelöste gegenüber. Da jeder Gutschein nur drei Jahre gültig ist, rät Wolff, nach dem Kaufdatum zu schauen und rechtzeitig bei den Händlern einzukaufen. Ein Zeitlimit für das Projekt Stadtgutschein gäbe es aber nicht. „Die Resonanz beim Verkauf nimmt zu“, sagt der Vereinschef. So seien 2017 genau 141 Gutscheine mehr verkauft worden als 2016. Jedoch ist die eingesetzte Summe 2017 mit 9100 Euro rund 300 Euro niedriger als 2016.

Der Stadtgutschein ist das ein Projekt, bei dem Gewerbeverein auf die Unterstützung der Stadt zurückgreift. Andere Aktionen organisieren die Händler und Gewerbetreibenden selbst. Weil auch deren Zeit begrenzt ist, will man sich in diesem Jahr auf wenige Termine konzentrieren. „Es wird es nur einen verkaufsoffenen Sonntag in Begleitung des Forster Weihnachtsmarktes geben“, erklärt Andreas Wolff. Es sei der einzige Termin, der von einer Mehrzahl der Innenstadthändler favorisiert wurde. Einige empfinden die verkaufsoffenen Sonntage als zusätzliche Belastung, denn der Erfolg ist nicht unbedingt sofort in einem höheren Umsatz messbar. Dabei sei so ein Tag eher geeignet, darzustellen, was es in der Stadt gibt, so Wolff.

Wünschenswert wäre es wie vor acht Jahren wieder eine Person zu haben, die den Verein bei Kommunikation und Marketing unterstützt. Momentan fehle die Vernetzung, gesteht Wolff ein. Im Alltag bleibe den Händlern wenig Zeit für den ständigen Austausch. Wolff kündigt an, dass der Gewebeverein in diesem Jahr zu drei Infoabenden externen Sachverstand – beispielsweise von der Industrie- und Handelskammer – einholen will. Thematisch soll es um Einbruchschutz, Sicherheit im Online-Zahlungsverkehr und Qualifizierung gehen. Auch auf diesem Wege könnten neue Mitglieder gewonnen werden, hofft der Vorsitzende.