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| 17:21 Uhr

Verhandlungen
Sozialarbeiter warten auf Verträge

Der Jugendclub Waggon in der Alsenstraße soll als Projekt im Schülerfreizeitzentrum der Stadt weitergeführt werden so die Idee.
Der Jugendclub Waggon in der Alsenstraße soll als Projekt im Schülerfreizeitzentrum der Stadt weitergeführt werden so die Idee. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Durch die Neuordnung der Jugend- und Schulsozialarbeit auf Ebene des Landkreises herrscht in Forst noch ein mulmiges Gefühl. Von Steffi Ludwig

Noch immer herrscht beim Forster Nix-Verein, der in Forst die Jugendarbeit trägt, Ungewissheit, wie es ab dem 1. Januar 2018 weitergeht – und das im 25. Jahr des Bestehens des Nix-Vereins. Noch immer sind die neuen Verträge, die sogenannten Leistungsvereinbarungen, vom Landkreis Spree-Neiße nicht da, sagte Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter Bildung und Soziales der Stadt Forst, im Kultur- und Bildungsausschuss.

Zwar habe es auf das von der Stadt Forst und dem Nix-Verein vorgestellte Konzept für die Verteilung der Stellen eine positive Reaktion vom Fachbereichsleiter für Kinder, Jugend und Familie des Landkreises, Manfred Thuns, gegeben. Nun warte man sehnlichst auch auf die schriftliche Bestätigung, sagt Daniel Nothnick vom Nix-Verein. Denn alle Mitarbeiter mussten sich zum 1. Januar arbeitssuchend melden und bekämen automatisch auch Vermittlungsangebote, was durchaus nervenaufreibend sei.

Wie Manfred Thuns jedoch gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt, werde der mit Forst geschlossene Konsens nun so realisiert. Das Versenden der Leistungsvereinbarungen soll laut Thuns in diesem Monat abgeschlossen werden. Bereits zum 31. Oktober sollte dies ursprünglich der Fall sein, aber diverse Verzögerungen wie Verschiebungen des Jugendhilfeausschusses traten ein. Und immer wieder auch Verhandlungen mit der Stadt Forst. Stein des Anstoßes: Der Landkreis will künftig die Schulsozialarbeit ausbauen, zulasten der Jugendsozialarbeit. Für Forst bestand zudem das Problem, dass der Landkreis Streetworker nicht mehr als zeitgemäß ansieht und nicht mehr fördern will – diese sind jedoch beim Nix-Verein beschäftigt. Auch der Jugendclub Waggon in seiner bisherigen Ausrichtung steht zur Debatte. Deshalb habe der Nix-Verein gemeinsam mit der Stadt ein Konzept erarbeitet, wie die Stellen zugeordnet werden können, so Verwaltungsvorstand Sven Zuber. Dem Nix-Verein solle künftig eine größere Verantwortung zustehen: So solle beispielsweise die Stelle des Jugendkoordinators vom Nix übernommen werden – der bisherige Jugendkoordinator der Stadt Bernd Höer, der zur Hälfte auch Sozialarbeiter an der Grundschule Nordstadt war, soll letztere Funktion ganz übernehmen. Die Schulsozialarbeit der Grundschulen solle bei der Stadt bleiben, die der Oberschule beim Nix-Verein. Der Jugendclub Waggon werde nicht mehr als Einrichtung vom Landkreis bezahlt, sondern als ein Projekt im Schülerfreizeitzentrum einfließen, benennt Sven Zuber den Plan der Stadt – wenn er denn vom Landkreis auch so schriftlich bestätigt wird. Insgesamt stehen für Forst nun mit acht Stellen etwas mehr als die bisherigen 7,27 Stellen zur Verfügung.

Nicht berührt von der Diskussion sind 2,25 Stellen in der Forster Familienarbeit: Die 1,5 Stellen im Familientreff des Paul-Gerhardt-Werkes und 0,75 Stellen im Mehrgenerationenhaus wird es auch weiter geben, so Sven Zuber.