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Forst
Forster Schüler trommeln sogar in den Ferien

Matthias Philipzen zeigt Johanna (M.), Junah und 20 anderen Grundschülern, wie leicht sich auf dem Cajón Rhythmen spielen lassen.
Matthias Philipzen zeigt Johanna (M.), Junah und 20 anderen Grundschülern, wie leicht sich auf dem Cajón Rhythmen spielen lassen. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Cajón-Workshop der Grundschule Nordstadt ist mit über 20 Schülern gut besucht. Sie trainieren Koordination und Rhythmus. Von Katrin Kunipatz

ist ein Musikinstrument, auf dem man sitzen kann. Nüchtern betrachtet sieht es aus wie eine viereckige Kiste mit Gummifüßen an der Unterseite und einem runden Loch in der Rückseite. Workshopleiter Matthias Philipzen erklärt: „Das Cajón stammt aus Peru und ist etwa 200 Jahre alt. Übersetzt bedeutet das Wort soviel wie Kiste.“

Die Schüler der Grundschule Nordstadt kennen das Cajón aus dem Unterricht. Fast 25 von ihnen sind, nur um auf dem Instrument spielen zu können, in den Osterferien in die Schule gekommen. Nun sitzen sie im Kreis und schlagen mit Fingern, Handflächen oder Füßen gegen das Cajón. Mit den Eissorten Schoko, Ananas oder Stracciatella verdeutlicht Dozent Matthias Philipzen den Kindern verschiedene Rhythmen. Mal leiser, mal lauter und oft ziemlich ganz laut erfüllt der Klang der vielen hölzernen Schlagzeuge die Pausenhalle.

Vor zwei Jahren ist Schulleiterin und Musiklehrerin Cordula Ast auf das Cajón aufmerksam geworden. Der Würzburger Philipzen wies die Lehrer in die Besonderheiten dieses leicht zu spielenden Instruments ein. Seitdem gibt es 30 Cajóns in der Schule. „Zum Einsatz kommen sie im Musikunterricht, den Pausen oder am Nachmittag bei den Arbeitsgemeinschaften“, berichtet die Schulleiterin. Auch sonst erhält Musik in der Nordstadtschule große Aufmerksamkeit. Seit den Oktoberferien gibt es eine Bläserklasse, in der Pädagogen der Musikschule unterrichten.

Der dreistündige Ferienworkshop findet zum ersten Mal statt. Die Schüler haben so Gelegenheit, das Instrument intensiver kennenzulernen und vielleicht eigene Rhythmen zu erfinden. Dozent Matthias Philipzen berichtet, dass durch das Üben auf dem Cajón auch die koordinativen Fähigkeiten der Kinder ausgebildet werden. „Das Instrument macht es möglich, gemeinsam in der Gruppe zu spielen“, sagt er. „Und selbst, wer den Rhythmus noch nicht perfekt beherrscht, kann gut mitschwimmen.“ Bis zum Schluss sind die Kinder zwischen der ersten und sechsten Klasse konzentriert bei der Sache. Trommeln verbindet.