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| 13:32 Uhr

Neuer Name und neue Projekt
Mittelalterszene im Aufwind

Die Mitglieder von Monumentum Historica.
Die Mitglieder von Monumentum Historica. FOTO: Jörg Friebe
Von Steffi Ludwig. Forster Projekt „Monumentum – Historica“ kooperiert mit polnischem Kulturzentrum. Von Steffi Ludwig

Die Forster Mittelalterszene ist seit rund fünf Jahren in Bewegung: 2014 fand erstmals das Historienspektakel Johannes Gaudium in der Rosenstadt statt. Im Kulturverein Manitu hatte sich damals die rund zehnköpfige Interessengemeinschaft „Letzte Vasallen derer von Bieberstein“ gegründet, in der sich gleichgesinnte Freunde des Mittelalters zusammenfanden. Die Idee kam an, die Gruppe wirkte an weiteren Projekten mit: unter anderem der 750-Jahr-Feier von Forst mit dem historischen Jahrmarkt oder im Sommer 2017 bei der 700-Jahr-Feier von Ruhland mit der historischen Gestaltung der Innenstadt.

Nach Umbenennungen der Gruppe und weiteren Säulen, die hinzukamen, heißt das Ganze nun Kulturprojekt „Monumentum Historica – Geschichte in der Niederlausitz“ und umfasst rund 40 Beteiligte aus Forst, aber auch Cottbus und Guben. Das teilt Aimo Bartel, der Vater des Ursprungs, mit: „Wir wollen intensiver in die Geschichte eintauchen und unter diesem Oberbegriff alle Aktivitäten der Freunde des Mittelalters und der entsprechenden Geschichte in Forst bündeln.“

Und am Freitag, 12. Januar, wird es im polnischen Schloss Kozuchow einen großen historischen Festakt geben. Denn die über die Jahre gewachsene intensive freundschaftliche Beziehung zum polnischen Kulturzentrum Kozuchow soll nun öffentlich festgezurrt werden. Der polnische Kulturverein richtet die ältesten Ritterspiele Polens aus. Und mit den Forstern soll dieses Turnier nun neu gestaltet werden – gefördert im Rahmen des Geschichtstourismus über das deutsch-polnische Kooperationsprojekt „Euregionet“. Denn seit April 2017 bilden die Forster Mittelalteraktivitäten auch ein Kulturprojekt der Euroregion „Spree-Neiße-Bober“ – besonders durch die gute Zusammenarbeit mit Kozuchow.

Beim Festakt haben sich Persönlichkeiten aus Politik und Kultur beider Länder, beispielsweise Vertreter der Stadt Forst und des Landkreises Spree-Neiße, die Forster Rosenkönigin Jessica I. und die Schirmherrin der Forster Mittelalterbegeisterten, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD), angekündigt.

Wie die Zusammenarbeit künftig aussieht, werde an diesem Tag festgeschrieben. In jedem Falle werden die Ritterspiele in Kozuchow die fünfte Säule der Aktivitäten der „Monumentum Historica“ bilden. Bisher gibt es drei Säulen: Die erste ist das Mittelalterspektakel Johannes Gaudium am zweiten Juniwochenende mit rund 500 Mitwirkenden. Die zweite Säule ist das „Haus Bieberstein, Lehnsverwalter und Vasallen“, das sich mit der Geschichte der 300-jährigen Biebersteiner Herrschaft in der Niederlausitz beschäftigt. Zudem gibt es hier ein eigenes Mittelalterlager, mit dem der Hofstaat der Biebersteiner an ausgesuchten Veranstaltungen teilnimmt. Die dritte Säule sind die Gewandungstreffen: Vor einem Jahr gestartet, finden sie inzwischen jeden letzten Freitag im Monat mit 30 bis 40 Teilnehmern bis aus dem Spreewald, Cottbus oder Weißwasser statt. Die vierte Säule, der „Niederlausitzer Heerbann“, wird in diesem Jahr gestartet: Das werden Seminare für Mittelalterfreunde sein, in denen beispielsweise Techniken wie Schwertkampf des 11. bis 13. Jahrhunderts, Bogenschießen sowie verschiedene Handwerkstechniken vermittelt werden sollen.