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| 18:55 Uhr

Bürgermeisterwahl
Wie geht es weiter nach der Wahl?

FOTO: Katrin Janetzko / LR
Forst. Forster Parteien analysieren Ergebnis der Bürgermeisterwahl und beraten über Unterstützung.

Die zwei parteilosen Kandidaten Thomas Engwicht und Simone Taubenek werden am 6. Mai zur Stichwahl um das Bürgermeisteramt antreten. Das hatte die Wahl am Sonntagabend ergeben – die recht knapp ausfiel. Denn auch die zwei Kandidaten der Parteien, Helge Bayer (CDU) und Ingo Paeschke (Die Linke), lagen in einigen der 28 Stimmbezirke vorn (siehe Karte). Trotzdem reichte es am Ende nicht – was zumindest die Parteien ernüchterte.

Cornelia Janisch, Vorsitzende des Ortsvorstandes Forst der Linken, empfindet den 4. Platz von Ingo Paeschke als enttäuschend – gerade auch, weil es so knapp war und Paeschke nur 268 Stimmen auf den zweiten Platz fehlten. Ihr sei von vielen Forster Bürgern signalisiert worden, dass Paeschke ein Kandidat mit guten Ideen sei und auch seine Erfahrungen aus 20 Jahren Kommunalpolitik sehr hilfreich für Forst wären. „Doch der Wählerwille war leider anders, damit müssen wir leben“, so Cornelia Janisch. Nun stünden wieder kommunalpolitisch eher unerfahrene Kandidaten im Fokus, sagt sie, rückblickend auf den ehemaligen Bürgermeister Philipp Wesemann (SPD), der ebenfalls wenig Erfahrung auf diesem Gebiet hatte. Ob die Linke einen der beiden Kandidaten zur Stichwahl unterstützt, werde der Ortsvorstand in den nächsten Tagen entscheiden, eventuell schon in der Vorstandssitzung am Dienstag.

Ob der CDU-Ortsverband Forst oder die CDU-Fraktion eine Wahlempfehlung für die Stichwahl abgeben werden, sei noch nicht klar, so Helge Bayer. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes erklärt, man werde bei der Fraktionssitzung am Dienstag darüber sprechen. Das Wahlergebnis wertet er als Zeichen, dass die Bürger einen Neuanfang wollen. „Ob es gelingen kann, wenn keiner der Kandidaten mit der Stadtverordnetenversammlung vernetzt ist, wird sich zeigen“, sagt Bayer. Seine Partei werde jetzt die Kommunalwahl im kommenden Jahr in den Blick nehmen und eine grundsätzliche Neuausrichtung anstreben. Dazu wolle man die Unzufriedenheit in der Bevölkerung analysieren und Wege erarbeiten, diese aufzufangen.

Die Forster SPD, die selbst keinen Kandidaten gestellt hatte, musste zunächst das schlechte Abschneiden von Hermann Kostrewa (SPD) und den zweiten Platz von Steffen Kubitzki (AfD) in der Landratswahl verdauen. Wie Ortsvereinsvorsitzender Hartmuth Seidel sagte, sei die geringe Wahlbeteiligung sehr schade: „Offenbar sind die Meckerer nicht wählen gegangen.“ Bei der Bürgermeisterwahl mache ihn betroffen, dass bei den Partei-Kandidaten keine richtige Traurigkeit über ihr Ergebnis zu spüren war. Ob die Forster SPD einen der beiden Stichwahl-Kandidaten unterstütze, müsse noch beraten werden, wahrscheinlich Mitte der Woche.

Der Ortsvorsitzende der FDP Forst-Döbern, Jeff Staudacher, bewertet den Ausgang der ersten Wahlrunde als interessante Konstellation. „Wenn zwei Parteilose die meisten Stimmen gewinnen, ist das ein Zeichen an die etablierten Parteien, dass sie besser werden müssen“, so Staudacher. Auch die niedrige Wahlbeteiligung sieht er kritisch – möglicherweise hätten die richtigen Themen gefehlt, oder es liege an der Politikverdrossenheit. „Auch wir als Liberale sehen uns dabei zur Kommunalwahl in der Verantwortung.“ Ob die FDP einen der beiden Kandidaten unterstütze, werde bei der Vorstandssitzung am 2. Mai entschieden. Bisher hätten die Kandidaten signalisiert, keine Unterstützung durch die FDP zu wollen.

Simone Taubenek will in den nächsten Tagen das Gespräch mit den Parteien suchen, um über eine mögliche Unterstützung zu sprechen. Thomas Engwicht plant mindestens zwei weitere Kandidatengespräche in Keune und Noßdorf.