ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:35 Uhr

Forster Paar verärgert über lange Wartezeit im Thiem-Klinikum

Forst. Wer ins Krankenhaus überwiesen wird, erhofft sich dort eine zügige Aufnahme und Behandlung. Dies war auch der Wunsch von Elfriede Müller. Katrin Kunipatz

Die 80-Jährige begleitete ihren Mann, der von der Lausitz Klinik Forst zur weiteren Diagnostik und Behandlung ans Carl-Thiem-Klinikum (CTK) nach Cottbus überwiesen wurde. Mit dem Taxi machten sich die beiden in Forst eine Stunde vor dem Termin auf den Weg.

Angekommen mussten sie trotz des Aufnahmetermins um 8.30 Uhr warten. Wie Elfriede Müller berichtet, dauerte es über zwei Stunden, bis die Formalitäten geklärt waren und ihr Mann mit einem Rollstuhl auf die Station gebracht wurde. Denn wegen der Erkrankung war er bereits recht schwach und das Laufen fiel ihm schwer.

Seine Schmerzen verschlimmerten sich. Statt im Stationsbett, ruhte er sich auf einem Sofa im Wartebereich aus. Wieder mussten zuerst verschiedene Formulare ausgefüllt werden. Erst vier Stunden nach der Ankunft im CTK habe ihr Mann im Bett gelegen, ärgert sich die Seniorin. "Die ganzen Formalitäten hätte man auch aufnehmen können, wenn der Patient versorgt ist und ausruhen kann", so die Forsterin.

Im CTK nimmt man die Beschwerde ernst. "Normal sind solche Wartezeiten nicht", sagt Sprecherin Susann Winter. Sie erläutert, dass die Station, auf die der Patient eingewiesen wurde, derzeit voll belegt ist. "Wenn vormittags Patienten entlassen werden, muss deren Bett erst für den nächsten Patienten vorbereitet werden", erklärt sie. "Das ist eine Frage der Hygiene und dauert im Krankenhaus mit den umfangreichen Hygienevorschriften eine Weile." Denn nicht nur das Bett auch Schrank, Beistelltisch und die Umgebung rund ums Bett müssen entsprechend gereinigt werden.

Und auch der aufwendig erscheinende Papierkram bei der Aufnahme sei nötig, um entsprechend den gesetzlichen Vorgaben die Behandlung reibungslos und korrekt ausführen und später auch abrechnen zu können. Weiterhin ist es nötig, dass der Patient zur Behandlung und den damit verbundenen Risiken sein Einverständnis erklärt.

"Selbst in die Abfrage von Daten beim bisher behandelnden Arzt muss der Patient einwilligen", erläutert Susann Winter die Regeln zum Datenschutz. Deshalb sei es beispielsweise unüblich, Angaben zur Erkrankung und Untersuchungsergebnisse elektronisch zu übermitteln. Befunde bringen Patienten deshalb als Papiere oder auf einer CD mit.

Grundsätzlich sei man im CTK daran interessiert, die Abläufe in der vor einigen Monaten eröffneten neuen Patientenaufnahme weiter zu optimieren. Geplant sei zusätzliches Personal in der Aufnahme einzusetzen, das konkret schaut, wo und was man den Patienten Gutes tun kann, erklärt die CTK-Sprecherin. Dabei geht man im Cottbuser Krankenhaus davon aus, dass es Personen, die zu Fuß in die Aufnahme kommen, nicht so schlecht geht, dass sie liegen müssen. Aber wer den Wunsch nach einer Liegemöglichkeit äußert, für den werde eine Lösung gefunden.