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Forster Mühlgraben zeigt sein Bett

Im Bereich Mühlenstraße war es gestern schon deutlich zu sehen, dass der Mühlgraben Wasser verliert.
Im Bereich Mühlenstraße war es gestern schon deutlich zu sehen, dass der Mühlgraben Wasser verliert. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Seit Sonntag verliert der Forster Mühlgraben kontrolliert Wasser. Bis spätestens zum 23. Oktober ist das Wasser vollständig abgelassen, damit Ufer und Böschungen gesäubert oder Brücken kontrolliert werden können. Zudem werden am ehemaligen Heizkraftwerk (HKW) alte Fundamente und Bauwerke entfernt. Steffi Ludwig

Am Mittwoch wird es nach Auskunft von Torsten Tzscheuschner, Mitarbeiter im Fachbereich Bauen der Stadt Forst, voraussichtlich soweit sein: Der Mühlgraben ist trocken. Es dauere meist so um die 48 Stunden, bis das restliche Wasser abfließe, so Tzscheuschner. Dafür werde lediglich das Wehr an der Wehrinsel geschlossen, sodass kein neues Wasser aus der Neiße in den Mühlgraben fließe.

Das Forster Flüsschen werde jährlich abgelassen - beziehungsweise immer dann, wenn es einen Antrag dafür gebe, erläutert Birgit Mrosky von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Spree-Neiße. Die Sachbearbeiterin Gewässerbenutzung ist zuständig für die Gewässer in den Bereichen Forst und Döbern-Land.

Diesmal habe es einen Antrag der Stadt Forst gegeben, die vorrangig Brückenprüfungen vornehmen wolle, und von der Firma Bejulo, die den Solarpark im ehemaligen HKW in der Badestraße betreibt. Die Firma wolle alte Fundamente, Spundwände und ein altes Staubauwerk entfernen - allesamt Teile, die sich normalerweise im Wasserlauf befinden, so Birgit Mrosky.

Das städtische Betriebsamt werde an Ufern und Böschungen entlanggehen und eventuelle Schäden aufnehmen und beseitigen. Auch Unrat im Flussbett oder an den Ufern werde entfernt. Auch nach den Grundstücken am Mühlgraben werde geschaut und ebenso die Bäume kontrolliert, ob beispielsweise Gewächse zu sehr überhängen, erklärt Birgit Mrosky.

In Torsten Tzscheuschners Zuständigkeitsbereich fallen die Brückenprüfungen: Ein Prüfingenieur werde sich alle Brücken von unten ansehen und beispielsweise die Statik prüfen. Alle drei Jahre sei dies vorgeschrieben.

Meist nutze auch der Gewässerunterhaltungsverband die Zeit, in der kein Wasser im Flussbett ist, um beispielsweise Abflusshindernisse zu entdecken. Auch der Gewässerverband Spree-Neiße schaue vorbei. "Jeder, der eine Anlage am oder im Gewässer hat, wird die Zeit ohne Wasser für eine intensive Begutachtung einsetzen", sagt die Sachbearbeiterin Gewässerbenutzung. Auch private Grundstückseigentümer seien davon nicht ausgeschlossen. Mit dem Ablassen des Wassers haben die Mitglieder des Angelvereins Forst-Nord begonnen, die restlichen Fische abzufischen, die in "Wasserpfützen" gefangen sind, so Birgit Mrosky. Das sei seit Jahren so Tradition, müsse jedoch beim Landesanglerverband angezeigt werden. Wenn alle Arbeiten geschafft seien, werde das Wasser wieder eingelassen - das werde spätestens am 23. Oktober der Fall sein. Dann werde einfach wieder das Wehr an der Wehrinsel geöffnet.

Zum Thema:
Der Mühlgraben in Forst hat vom Abzweig der Neiße bis zur Einmündung in die Neiße eine Länge von 6,5 Kilometern. Nach Auskunft von Birgit Mrosky von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Spree-Neiße gibt es in diesem Bereich zwölf Brücken. Zu den im Mühlgraben vorkommenden Fischarten zählen nach Angaben des Kreisanglerverbandes Forst unter anderem Karpfen, Schleie, Hechte, Barsche, Aale, Barben und verschiedene Weißfischarten.Der Mühlgraben wird unter anderem von den Forster Wassersportvereinen für Fahrten mit dem Kanu genutzt.