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| 02:41 Uhr

Forster Maler und Grafiker Richard Flockenhaus starb vor 70 Jahren

Selbstbildnis.
Selbstbildnis. FOTO: Kundisch
Forst. Zum 70. Male hat sich vor kurzem der Todestag des Malers Richard Flockenhaus gejährt. G. Kundisch/gkd1

Er ist in Forst geboren und am 3. Juli 1943 in Berlin-Steglitz verstorben. Als Schüler besuchte Flockenhaus das Gymnasium in Cottbus. Von hier aus zog es ihn in die Reichshauptstadt, wo er an der Berliner Kunstakademie eine Ausbildung erhielt.

Sein künstlerisches Schaffen begann zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts und wurde von seinen Erlebnissen während des Ersten Weltkrieges geprägt. In zahlreichen grafischen Blättern und einem großen Triptychon hielt er die an der Front gewonnenen grausamen Eindrücke fest. Im Berliner Zeughaus wurde eine Reihe von Skizzen als wertvolle Kriegsdokumente aufbewahrt. In einem Zeitungsausschnitt, der in seinem Nachlass gefunden wurde, heißt es: "Außerdem schuf der Künstler für Kirchen der Mark gläubig empfundene Fenster, erwies sich auf dem Gebiete des farbigen Holzschnittes als kraftvoller, dabei nachdenklicher Gestalter und wusste als Landschaftsmaler die Naturstimmung einzufangen." Anlässlich seines 60. Geburtstages im Juni 1936 würdigte ihn eine Berliner Zeitung als besten Grafiker. Alles, was er wurde, verdanke er allein eigenem Lernen, Probieren und Studieren. Zur Eröffnung einer Ausstellung im Brandenburgischen Textilmuseum im Januar 1999 hieß es zu seiner Person, "dass er mit seinen Bildern zum Vertreter jener desillusionierten Kriegsteilnehmer wurde, die nichts Heroisches mehr an den Gesetzen entdecken konnten."

Die damalige Ausstellung wurde durch das Engagement Forster Ärzte und Apotheker möglich, die dafür sorgten, dass ein umfangreicher Teilnachlass, darunter Ölgemälde, Farbholzschnitte, Gouachen, Zeichnungen, Originalentwürfe zu Buchillustrationen, mehrere Skizzenbücher, verschiedene Korrespondenzen und Zeitungsartikel sowie Fotos und persönliche Aufzeichnungen nach Forst zurückkehren konnten. Eine weitere Ausstellung mit seinen Werken eröffnete im Mai 2004 und zog rund 1700 Besucher an.

Von großem Interesse der Besucher zeugten die Eintragungen im Gästebuch. So hieß es unter anderem: "Es war ein echtes Vergnügen, diesen Unbekannten der Kunstgeschichte hier in seiner Geburtsstadt entdecken zu können." Ein Besucher aus Würzburg schrieb, dass er von Flockenhaus Werken beeindruckt war. Die ausgestellten Kirchenbilder zogen sogar Besucher aus Holland an.