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| 15:25 Uhr

Diskussion über den Strukturwandel
Forster Landwirte verschaffen sich Gehör

 Landwirt Egon Rattei (l.) nutzte die Standortkonferenz zu einem Meinungsaustausch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.).  Bernd Starick, Vorstand der Bauern AG Neißetal, war ebenfalls Gast der Konferenz.
Landwirt Egon Rattei (l.) nutzte die Standortkonferenz zu einem Meinungsaustausch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.).  Bernd Starick, Vorstand der Bauern AG Neißetal, war ebenfalls Gast der Konferenz. FOTO: Sven Hering
Forst. In der Diskussion über den Strukturwandel kommt die Landwirtschaft bisher zu kurz. Das will Egon Rattei ändern. Von Sven Hering

Ein Bauunternehmer war eingeladen, der Klinik-Chef. Dazu ein Experte eines regionalen Geld­instituts und die Forster Bürgermeisterin. Im Rahmen der Standortkonferenz in Forst  durften sie ihre Erwartungen an den Strukturwandel erläutern. Die Landwirtschaft war auch vertreten. Allerdings nur im Publikum. Und auf Eigeninitiative. Egon Rattei hatte in der Staatskanzlei nachgefragt, ob  er an der Veranstaltung teilnehmen dürfe und dort eine Zusage erhalten.

Der studierte Agraringenieur hat mehr als vier Jahrzehnte in der Landwirtschaft gearbeitet, zuletzt als Chef der Agrargenossenschaft Forst. Auch jetzt, als Rentner, setzt er sich für die Belange der Lausitzer Landwirte ein.

„Wir müssen uns Gehör verschaffen“, sagt Rattei. Sein Plan: Schon in den nächsten Tagen will er gemeinsam mit anderen Landwirten das Gespräch mit dem neuen Lausitz-Beauftragten Klaus Freytag suchen. Erste Absprachen dazu hat es am Montag in Forst gegeben.

Rattei will, dass die Bauern mit in Boot genommen werden. Forschung und Wissenschaft, zum Beispiel an der Cottbuser BTU, müssten näher an die Landwirtschaftsbetriebe ran. Es geht um Bewirtschaftungssysteme, die Resistenz von bestimmten Ackerfrüchten. „International ist man da schon sehr weit“, betont der Forster Landwirt. Ein riesiges Feld seien die phytosianitären Maßnahmen. Ein Beispiel: Maismonokulturen mit einem mehrjährigen, wiederholten Anbau auf derselben Fläche bei minimaler Bodenbearbeitung, so hatten Forscher herausgefunden, seien besonders anfällig für Pilze. Ein laut Rattei großes Forschungsfeld, um zu erkunden, mit welchen Mitteln die Pflanzen geschützt werden können.

„Wir haben bei uns nicht die allerbeste Bodengüte, sind eingeschränkt durch Ländergrenze und den Tagebau“, betont Rattei. Das stelle die Branche vor besondere Herausforderungen. Rattei: „Wir müssen darauf achten, dass der ländliche Raum nur mit einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft aufrechterhalten werden kann.“ Eben diese angemessene Landwirtschaft für diese Region zu entwickeln, sei die Zukunftsaufgabe.

 Landwirt Egon Rattei (l.) nutzte die Standortkonferenz zu einem Meinungsaustausch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.).  Bernd Starick, Vorstand der Bauern AG Neißetal, war ebenfalls Gast der Konferenz.
Landwirt Egon Rattei (l.) nutzte die Standortkonferenz zu einem Meinungsaustausch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.).  Bernd Starick, Vorstand der Bauern AG Neißetal, war ebenfalls Gast der Konferenz. FOTO: Sven Hering