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| 12:37 Uhr

Hinter die Kulissen geschaut
Von Bären-OP bis Herzmodell

 Luise (12) aus Forst begeht mit ihrer Mutter das überdimensionale Herz.
Luise (12) aus Forst begeht mit ihrer Mutter das überdimensionale Herz. FOTO: Anja Guhlan
Forst. Hautnahe Einblicke beim Tag der offenen Tür der Lausitz Klinik in Forst. Von Anja Guhlan

Der Tag der offenen Tür der Lausitz Klinik in Forst hat zahlreiche Besucher auf den Gesundheitscampus gelockt. Die Besucher erhalten Einblicke in die Arbeit einzelner Stationen und können sich selbst als Chirurg versuchen. Bei den Kleinsten ist die Teddy-Sprechstunde der Höhepunkt.

Ein großer Teddy hat sich seinen Arm gebrochen. Hilfe gab es in der Teddy-Sprechstunde, wo der Plüschbär eingehend untersucht  und geröntgt wird. Am Ende wird der Arm verarztet. Hier wird das Prozedere im Krankenhaus den kleineren Kindern spielerisch näher gebracht, so soll ihnen die Angst vor dem Krankenhaus  genommen werden.

Im Eingangsbereich der Klinik gibt es ein riesiges Organmodell eines Herzens zu sehen. Luise (12) aus Forst ist forsch und begeht es. „Das sieht schon alles etwas komisch aus, aber es ist toll, das alles mal so zu sehen. Schließlich können wir nicht selbst in unseren Körper hineinsehen“, erzählt sie.

Zahlreiche Mitmach-Aktionen und Info-Stände der Klinik und ambulanten Stationen sowie zahlreiche Partner ermuntern am Samstag große und kleine Besucher, sich mit dem Thema Gesundheit und den verschiedenen Behandlungsmethoden vertraut zu machen. Immer dicht umlagert sind die Ärzte und OP-Schwestern in der Chirurgie. Hier kann Jonatan (10) sich gleich selbst als Chirurg versuchen und an einem Übungsmodell operieren. Ziel ist es, mit endoskopischen Instrumneten die Gummibären aus dem Magen der Übungspuppe zu retten. „Das ist ganz schön schwer“, sagt Jonatan.

Die OP-Schwester Bettina Ottlinger lobt ihn: „Das machst du aber schon ganz gut.“ Selbst Jonatans Mutter Susanne Dobslaw ist überrascht. „Vielleicht kommt ja doch noch eine Medizinkarriere“, schmunzelt sie, die selbst Intensivkrankenschwester in der Forster Klinik ist und den Kindern heute mal ihren Arbeitsplatz zeigen will.

Einen Raum weiter wird mehr über die Anästhesie gezeigt. So kann Pia (17) auch selbst gleich zum ersten Mal eine Intubation an einer Modellpuppe durchführen. „Alles nicht ganz so einfach, aber es ist toll, das alles mal selbst machen zu dürfen“, sagt sie. Gelobt wird die 17-Jährige von Anästhesie-Schwester Kerstin Voß.

Der Assistenzarzt Tobias Bode hat sich in einem Raum positioniert und erklärt mehr über Frakturversorgung am Kunstknochen. Ist der Knochen mal gebrochen, muss er im schlimmsten Fall wieder zusammen gebracht werden. „Gewisse Knochenbrüche müssen daher gerichtet werden und mit Schrauben und Platten stabilisiert werden“, erklärt er. Wer will, kann sich beim ihm auch im Anbohren eines Kunstknochens versuchen.

Die Führungen zum mobilen MRT sind besonders gefragt. Der Radiologe Alexander Hupertz nimmt die interessierten Besucher mit in den MRT-Truck. Da die medizinische Versorgung auf dem Land genauso gut sein soll wie in der Stadt, will man die radiologische Versorgung zwischen den Klinik-Standorten pendeln lassen. „Die Technologie in dem Truck ist hochmodern, das Projekt sehr effektiv und die Versorgung klappt super. Etwa 25 Patienten können wir derzeit pro Tag behandeln“, berichtet der Radiologe.

Hans-Ulrich Schmidt als Klinik-Chef und Ministerpräsident Dietmar Woidke, die den Tag der offenen Tür gemeinsam eröffnen, sind erfreut über das große Interesse und die zahlreichen Besucher. Woidke, der selbst im Forster Krankenhaus geboren wurde, verspricht, sich auch in Zukunft für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum einzusetzen. Ob mit einer staatlichen Medizinerausbildung oder mit Landarzt­stipendien – Schmidt ist dankbar für alle Hilfsangebote. Schließlich gibt es rund 60 000 Patientenbewegungen auf dem Forster Gesundheitscampus. Allein 7000 Patienten werden stationär behandelt, 4000 Menschen ambulant und rund 430 Kinder werden pro Jahr geboren.

 Luise (12) aus Forst begeht mit ihrer Mutter das überdimensionale Herz.
Luise (12) aus Forst begeht mit ihrer Mutter das überdimensionale Herz. FOTO: Anja Guhlan