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| 18:42 Uhr

Vandalismus
Forster Kirche wiederholt beschädigt

An der Stadtkirche wurde zuletzt die Fassade beschädigt.
An der Stadtkirche wurde zuletzt die Fassade beschädigt. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Unter anderem wurden die Fassade und Scheiben zerstört. Die Kirche bleibt auf Kosten sitzen und überlegt weitere Schritte.

In den vergangenen Wochen ist die Forster Stadtkirche St. Nikolai wiederholt beschädigt worden. Wie Hans-Joachim Petke, Baubeauftragter der Kirchgemeinde, mitteilt, ist vor rund zwei Wochen die Fassade an der Seite beschädigt worden. Tagelang sei an der Fassade herumgepult worden, bis die Täter das Gewebe, auf das die Farbe aufgebracht ist, zu fassen bekamen und abzogen.

Nun hängt das Gewebe mit abgebröckelter Farbe am Gebäude herunter, die Seite ist abgesperrt. Rund 2000 Euro würde eine Erneuerung der etwa zehn Quadratmeter Fassade kosten, die erst 2008 erneuert worden war. Noch fehle ein Gutachten der Baufirma. Zudem habe es eingeritzte Schmierereien an der Ostseite sowie ein Loch in der Wand gegeben, so  Hans-Joachim Petke traurig.

„Wir haben in letzter Zeit unzählige Graffiti mit teurer Farbe beseitigen müssen“, ergänzt Pfarrer Christoph Lange. Auch 18 Butzenscheiben der Türen zum Turmaufgang seien vor einigen Wochen eingeschlagen worden. Schaden: Rund 300 Euro. „Wir bleiben auf allen Kosten sitzen, da keine Versicherung etwas übernimmt“, so Pfarrer Lange. „Das ist schon frustrierend. Langsam ist ein Punkt erreicht, an dem wir uns mit der Stadt zusammensetzen müssen, um ein Konzept zu erarbeiten.“ Denn der Stadt gehört der Platz, auf dem die Kirche steht, der Kirchgemeinde selbst nur das Gebäude an sich.

Bereits im vergangenen Jahr ist die Stadtkirche St. Nikolai Opfer von Vandalismus geworden. Da hatten es die Täter auf Kupfer abgesehen, Dachrinnen und Blitzableiter wurden abmontiert. Allein dadurch hatte die Kirchgemeinde laut Andreas Henschel Schäden in vierstelliger Höhe zu verzeichnen. Die Dachrinnen seien großteils durch Stahl- oder Plastikrohre ersetzt worden, so Petke und Lange.

Die Kirchgemeinde habe die Taten der Polizei gemeldet, so Petke, sie seien jedoch nicht im öffentlichen Polizeibericht erschienen. Torsten Wendt, Pressesprecher der Polizei, bestätigt eine Anzeige der Kirchgemeinde wegen Sachbeschädigung am 13. Juni. Der Schaden sei allerdings „relativ geringfügig“ und deshalb wohl nicht in den Bericht aufgenommen worden. „Es wurde jedoch alles fotografisch gesichert und der Kriminalpolizei übergeben, die den Fall nun weiter bearbeitet“, so Torsten Wendt. Vermutlich seien einige Taten von Jugendlichen verübt worden, es gebe auch Zeugen, so die Kirchgemeinde.

Das Ordnungsamt der Stadt sei mit seinem Außendienst verstärkt in der Stadt unterwegs, sagt Sylke Koal, Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit. Gerade auf den Bereich um das Kaufland werde besonderes Augenmerk gelegt, somit auch den Platz um die Kirche. Viele Straftaten passierten jedoch in den Abendstunden oder am Wochenende, wo die Außendienstmitarbeiter nicht oder wenig im Einsatz seien.

(slu)