| 18:40 Uhr

Forster Holperpiste verschwindet

Lautes Pflaster: Die Domsdorfer Straße, hier zwischen Domsdorfer Kirchweg und Märkischer Straße, wird erneuert – für die Anwohner wird es dann ruhiger.
Lautes Pflaster: Die Domsdorfer Straße, hier zwischen Domsdorfer Kirchweg und Märkischer Straße, wird erneuert – für die Anwohner wird es dann ruhiger. FOTO: slu
Forst. Es ist eine der brutalsten Strecken, die es in Forst noch gibt – so bezeichnet Frank Kuckert, Sachgebietsleiter der Unteren Straßenbaubehörde des Landkreises Spree-Neiße, die Domsdorfer Straße. Da es eine Kreisstraße mit der Bezeichnung K 7109 ist, fällt sie in seinen Zuständigkeitsbereich. Steffi Ludwig

Einen Großteil ihres Verlaufes zwischen Domsdorfer Kirchweg und Skurumer Straße besteht die K 7109 aus einer halben Seite Pflaster und einer halben Seite Bitumen - weshalb die Autofahrer, die rechts auf der holprigen Piste fahren müssten, oft auf die linke Seite ausweichen. Der erste Teil der Straße ist im Ganzen gepflastert "Deshalb lag es uns sehr am Herzen, die Straße auszubauen, auch aus Gründen der Lärmminderung für die Anwohner", so Kuckert.

Am vergangenen Mittwoch hat der Kreistag Spree-Neiße in einer Sondersitzung einstimmig die Vergabe der Straßenbauleistung des ersten Bauabschnittes von Einmündung Domsdorfer Kirchweg bis zur Skurumer Straße beschlossen. Kommende Woche soll es losgehen mit dem ersten Teilabschnitt bis zur Märkischen Straße - allerdings zwei Wochen später als geplant. Denn laut Frank Kuckert hatte es bei der ersten Ausschreibung das Problem gegeben, dass es nur einen Bieter gab, und dieser auch noch einen höheren Preis machte, als geplant war.

Deshalb mussten die drei am Bau Beteiligten - neben dem Landkreis die Stadt Forst und die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) - neu ausschreiben. Sie ließen bestimmte Leistungen weg, wie die Stadt beispielsweise die Bepflanzung. Wieder gab es nur einen Bieter, doch nun lagen die Kosten im Rahmen, und die Eurovia Verkehrsbau Union Kolkwitz wurde nun vom Kreistag bestätigt.

Insgesamt umfasse die Baumaßnahme Kosten von rund 1,7 Millionen Euro, der erste Bauabschnitt des Straßenbaus koste eine reichliche Million Euro. Die Kosten werden fast vollständig durch Bundesmittel aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz finanziert, beim Landkreis kommen noch Schlüsselzuweisungen hinzu, so Kuckert.

Am 6. September sollen die Bauarbeiten starten, zuerst werde die Pflasterdecke entfernt, so der Sachgebietsleiter. Dann lege die NBB eine neue Trinkwasserleitung, die Häuser bekommen neue Hausanschlüsse. Die Bauarbeiten sollen bis Ende November dauern, der Teilabschnitt bis zur Märkischen Straße wird voll gesperrt. Eine Umleitung wird ausgeschildert von der Skurumer Straße über die Umgehungsstraße und den Domsdorfer Kirchweg.

2018 beginne dann der zweite Teilabschnitt der K 7109 (Domsdorfer und Muskauer Straße) bis zur Skurumer Straße und soll nach jetzigen Plänen bis Mitte nächsten Jahres fertig sein. Die Stadt Forst werde entlang der Straße Fuß- und Radwege sowie die Beleuchtung einrichten.

Danach folgt der zweite Bauabschnitt, der Ausbau der Skurumer Straße bis vor zur Obi-Kreuzung, der bis Ende 2018 fertiggestellt sein soll. Hierfür sei die Verzögerung der Bauarbeiten der Spremberger Straße wieder positiv, so Kuckert, da die Skurumer Straße als Umleitung dient. Nach jetzigem Stand soll die Spremberger Straße Ende April 2018 fertiggestellt sein, sodass Mitte 2018 mit dem Bau der Skurumer Straße begonnen werden könne.

Zum Thema:
Da sich während des Zweiten Weltkrieges Flakstellungen rund um das Baugebiet befunden haben sollen wird vor den Arbeiten nach Munition gesucht. Die Autobahn war stark verteidigt worden, wurde auch als Abschussrampe und als behelfsmäßige Landebahn für deutsche Flugzeuge genutzt. Eine Munitionsbergungsfirma werde in den nächsten Tagen an den Seitenbereichen mit der Absuche beginnen, so Frank Kuckert. Ab dem 8. bis zum 22. September werde dann nochmal in der Trasse nach Munition gesucht.