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Forster Handwerker erstmals geschlossen auf Cottbuser Messe

Lucas Wiesner (17), Auszubildender bei der Tischlerei Kochan, fertigte vor den Augen der Messebesucher einen Kinderstuhl an.
Lucas Wiesner (17), Auszubildender bei der Tischlerei Kochan, fertigte vor den Augen der Messebesucher einen Kinderstuhl an. FOTO: Meyer/sme1
Cottbus. Am Wochenende präsentierten sich auf der Cottbuser Handwerkermesse auf circa 9000 Quadratmeter Ausstellungsfläche rund 300 Betriebe. Auch Forster Handwerker nutzten die Gelegenheit, dem Publikum ihr Können zu beweisen. sme1

Mit der Forster Handwerkerstraße traten die Unternehmen erstmals geschlossen auf. Elf Betriebe hatten sich zusammengetan. "Es war sonst so gewesen, dass wir auf dem ganzen Messegelände verteilt waren", erinnert sich Frank Puschmann von Trosatec. Ziel sei es laut Thomas Kochan von der gleichnamigen Forster Tischlerei gewesen, die Wege für die Kunden zu verkürzen und ein Netzwerk zu bilden. "Wir wollten uns lokalpatriotisch zeigen und geschlossen als Stadt auftreten."

Es sei mittlerweile schwer, einen Handwerker zu finden, wenn man einen benötigt, sagte Martina Münch bei der Eröffnungsrede der Verkaufs- und Leistungsschau Handwerker 2017. Damit verwies die Brandenburger Wissenschaftsministerin auf die vollen Auftragsbücher der Handwerksbetriebe.

Auch die Forster Betriebe auf der Messe haben wenig Grund, sich zu beschweren. "Die Auftragslage ist richtig gut", sagt Frank Puschmann. Das Unternehmen bietet unter anderem Wasserschaden-, Brandschaden- und Schimmelsanierungen an. "Unsere Kunden sind eher Versicherungsgesellschaften. Aber trotz der vielen Aufträge funktioniert unser Sofortservice gut, denn bei Havarien können wir die Kunden nicht warten lassen", erzählt der Cheftechniker. Auch Thomas Kochan hat volle Auftragsbücher. "Es ist einfach zu viel und mittlerweile schwer, für die Aufträge geeignete Leute zu finden." Die Tischlerei hat mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen und tut sich schwer, Auszubildende zu finden. Dabei liegt es nicht unbedingt an den schlechten Schulnoten der Bewerber. Das Problem sei eher mangelnde Motivation und Durchhaltevermögen. "Die jungen Leute denken, die gebratenen Tauben fliegen ihnen in den Mund und werden dann im Alltag eines Besseren belehrt." Ähnliche Erfahrungen hat Dachdeckermeister Hartmut Rößler gemacht: Er suchte drei Jahre, ehe er einen passenden Azubi fand.