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| 16:08 Uhr

Bürgermeisterwahl
Hoffnung auf guten Neuanfang

Der amtierende Bürgermeister Jens Handreck gratulierte am Sonntagabend Simone Taubenek zum Wahlsieg.
Der amtierende Bürgermeister Jens Handreck gratulierte am Sonntagabend Simone Taubenek zum Wahlsieg. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Parteien kündigen nach Wahlsieg von Simone Taubenek Bereitschaft für Gespräche an. Von Katrin Kunipatz und Steffi Ludwig

Die Forster Stichwahl ist Geschichte: 3420 Wähler haben sich laut vorläufigem Endergebnis für Simone Taubenek (parteilos) entschieden, 2948 votierten für Thomas Engwicht (parteilos). Damit wird Simone Taubenek, wenn sie ihre Wahl annimmt, die 25. hauptamtliche Bürgermeisterin Brandenburgs sein, demgegenüber stehen laut Brandenburgischem Städte- und Gemeindebund 122 Bürgermeister. Der Frauenanteil liege mit 16 Prozent im Land Brandenburg über dem Bundesdurchschnitt von etwa zehn Prozent, erklärte Geschäftsführer Jens Graf.

Die RUNDSCHAU klärt die wichtigsten Fragen, wie es nach dem Wahltag weiter geht.

An welchem Tag tritt Simone Taubenek ihr Amt an?

Wenn der Wahlausschuss am Dienstag das amtliche Endergebnis der Stichwahl bestätigt hat, bekommt Simone Taubenek dieses per Brief übermittelt. Danach hat sie sieben Tage Zeit, die Wahl anzunehmen. Am Tag nach der Annahme der Wahl beginne dann ihre Amtszeit als Bürgermeisterin, teilt Jens Handreck mit. Er bleibt bis dahin der amtierende Bürgermeister von Forst. Das Pfingstwochenende mit dem Forster Radsporttagen würde dann der erste öffentliche Auftritt der neuen Bürgermeisterin sein. Laut Simone Taubenek, die derzeit als Leiterin des Direktionsstabes der Polizeidirektion Süd arbeitet, ende ihr Dienstverhältnis bei der Polizei vorerst, wenn sie als Bürgermeisterin arbeite. Sie könne theoretisch zurückkehren, habe dies aber nicht vor, sagte sie am Wahlabend. Sondern sie plane eher mit mehr als einer Amtszeit, da sich gerade strategische Aufgaben nicht in einer Wahlperiode realisieren lassen.

Wie haben die einzelnen Forster Wahlbezirke abgestimmt?

Thomas Engwicht siegt in sieben der 24 Wahlbezirke. In Groß Jamno, Briesnig, Bohrau, der Oberschule Forst und beim Zak-Verein konnte er wie schon beim ersten Wahlgang die meisten Wähler gewinnen. Außerdem holte er in Naundorf und Groß Bademeusel die Mehrheit. Hier hatte in der Hauptwahl Helge Bayer (CDU) vorn gelegen.

Simone Taubenek gewann in 16 Wahllokalen in der Stadt und den Ortsteilen. Sie erhielt in allen fünf Wahlbezirken die Mehrheit, in denen sie schon am 22. April vorn lag. Fünf Wahlbezirke, in denen Thomas Engwicht nach der ersten Runde die meisten Stimmen hatte, gingen an Taubenek sowie drei Wahlbezirke, in den Helge Bayer (CDU) die Mehrheit hatte, und zwei von Ingo Paeschke (Linke). Außerdem erhielt Simone Taubenek die Mehrheit der Stimmen in den vier Briefwahlbezirken. Bei der Hauptwahl hatte Ingo Paeschke zwei, Helge Bayer einen und Taubenek selbst auch einen Wahlbezirk gewonnen.

Nur in Sacro gab es keinen Sieger. Engwicht und Taubenek erhielten jeweils 57 Stimmen.

Was sagen die Forster Parteien zur Wahl von Simone Taubenek?

Jens-Holger Wußmann, Fraktionsvorsitzender der CDU, freut sich, dass die Stadt jetzt wieder einen Bürgermeister hat und hofft, dass Simone Taubenek das Amt annimmt. „Sie wird wie allgemein üblich ein Vierteljahr Zeit haben, um sich einzuarbeiten“, sagt Wußmann. In jedem Fall wolle die CDU-Fraktion gemeinsam mit ihr besprechen, wie es in der Stadt weitergehen werde. CDU-Kandidat Helge Bayer war in der ersten Runde der Bürgermeisterwahl Dritter geworden.

Keine genauen Vorstellungen hat Ingo Paeschke, Fraktionsvorsitzender der Linken, wie es mit Simone Taubenek als Bürgermeisterin werden wird. „Ich habe in den Wahlforen keine Ideen gehört und weiß nicht, wofür sie steht“, sagt Paeschke, der als Kandidat nicht in die Stichwahl kam. Die Fraktion werde abwarten und sehen, wie Taubenek im Amt agiere.

Noch am Wahlabend war Klaus-Dieter Stenzel, SPD-Fraktionsvorsitzender, bei Simone Taubenek und gratulierte ihr. „Unsere Wunschkandidatin ist gewählt worden“, erklärt er. Sie habe die nötige Verwaltungserfahrung, zeigte bisher viel Engagement und bringe von der Polizei die nötige Durchsetzungskraft mit. „Damit der Neuanfang gelingt, wird die SPD sie tatkräftig unterstützen, aber auch kritisch hinterfragen“, so Stenzel. Ziel sei es, sich kurzfristig mit Taubenek zu treffen und mit Blick auf die gesamte Stadt Ideen zu entwickeln.

Lothar Lischke, Fraktionschef von FDP/Freie Bürger, kommentiert den Wahlausgang: „Unter den gegebenen Umständen wurde die optimale Kandidatin gewählt.“ Er hoffe auf eine positive Außenwirkung für Forst und sei froh, dass die Forster ihren Bürgermeister selbst bestimmt haben. Seine Fraktion werde mit Simone Taubenek fach- und sachgerecht zusammenarbeiten. „Wichtig ist es, dass angefangene Projekte – wie das Sportzentrum, die Grundschule Keune und allen voran die Schwimmhalle – weitergeführt werden“, sagt Lischke. Er erwarte, dass die Bürgermeisterin eigene Schwerpunkte setze. Klar sind dem Fraktionsvorsitzenden die Grenzen: „Am Ende des Geldes ist die Wunschliste noch lang.“