ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:02 Uhr

Feuerwehr
Forster Retter schlagen Alarm

Ehrung für Forster Feuerwehrleute FOTO: Sven Hering
Forst. Trotz weniger Einsätze als im Vorjahr gerät die Forster Feuerwehr an die Belastungsgrenze. Vor allem die technischen Hilfeleistungen nehmen zu. Andere Kommunen haben dafür Lösungen gefunden. Von Sven Hering

Auf dem Papier sieht alles erst einmal unproblematisch aus. Die Forster Feuerwehr ist im Jahr 2018 zu 178 Einsätzen ausgerückt. Damit wurde rund 50 Mal weniger Alarm ausgelöst als noch ein Jahr zuvor. „Ich bin stolz, dass wir unsere Aufgaben immer ohne überörtliche Kräfte erfüllen konnten“, bilanzierte Stadtwehrführer Andreas Britze während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Forst. Aber Britze machte auch schon eine Einschränkung: „Sehr oft kam es vor, dass in unseren Fahrzeugen nur noch die Fensterplätze besetzt waren.“

Dabei befinden sich die Forster noch in einer vermeintlich komfortablen Situation. Die Einsatzabteilung ist mit 230 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr gleich stark besetzt gewesen. Die Jugendfeuerwehr verzeichnet sogar ein leichtes Plus. Und weil besonders schwere Stürme wie noch 2017 im vergangenen Jahr ausgeblieben sind, ging die Zahl der Hilfeleistungseinsätze von 173 (2017) auf 107 und damit ziemlich deutlich zurück.

 Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Forst wurden zahlreiche Kameraden ausgezeichnet.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Forst wurden zahlreiche Kameraden ausgezeichnet. FOTO: Sven Hering

Trotzdem stehen die Retter in der Neißestadt vor Problemen. So stünden – vor allem wegen beruflicher Verpflichtungen – längst nicht alle Einsatzkräfte auch immer zur Verfügung. Außerdem werden die Feuerwehr-Kameraden vor allem durch Türnotöffnungen, Tragehilfen oder das Beseitigen von Ölspuren immer stärker belastet. Hier forderte der Stadtwehrführer dann auch schnelle Veränderungen.

Unterstützung erhielt Andreas Britze vom Kreis. Carsten Brudek, der den Kreisbrandmeister Stefan Grothe bei der Mitgliederversammlung vertrat, positionierte sich zu den Hilfeleistungen bei Türnotöffnungen. „Wenn eine Person seit sechs Wochen nicht mehr gesehen wurde, was will die Feuerwehr da noch ausrichten?“, fragte er – und erntete dafür Zustimmung.

Wie die Feuerwehr entlastet werden kann, beweist ein Beispiel aus Spremberg. Dort ist es einer Vereinbarung mit der Stadtverwaltung zu verdanken, dass die Hilfeleistungseinsätze deutlich zurückgegangen sind. Der Betriebshof der Stadt kümmert sich inzwischen um Ölspuren, die beseitigt werden müssen. Zudem hat die Spremberger Stadtverwaltung 26 Tür-Not-Öffnungen, zu denen sonst die Feuerwehr gerufen wird, in Eigenregie abgearbeitet. Modelle, die auch für Forst denkbar wären und der Forster Wehr mehr Freiraum für andere Aufgaben einräumen würde. Zum Beispiel für Brandeinsätze. Diese haben sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht. 58 Brände wurden von den Forster Feuerwehrleuten bekämpft (2017: 44), außerdem gab es 13 Fehlalarme. Unterstützung leisteten die Forster auch bei Großbränden wie in der Lieberoser Heide oder in einem Reifenlager in Senftenberg.

Amtshilfe der besonderen Art gab es durch die Forster Feuerwehr in den heißen Sommermonaten. 330 Stunden wurden für das Bewässern der Jungbäume in der Stadt aufgewendet.