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Forster Engel der Reformation

Ryszard Zajac mit einer Bank in Engelsform – hier in seinem Garten in Klein Jamno ist ein Teil der Werke für die Ausstellungen entstanden.
Ryszard Zajac mit einer Bank in Engelsform – hier in seinem Garten in Klein Jamno ist ein Teil der Werke für die Ausstellungen entstanden. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Voller Engel stand Ende vergangener Woche der sonnendurchflutete Garten von Ryszard Zajac am Eiskeller im Forster Ortsteil Klein Jamno – alle gestaltet nach der dem Holzkünstler eigenen Art und Weise, einige noch nicht ganz fertig. Selbst eine Bank hat er zum Engel werden lassen und sie mit Rollenfüßen aus ausgehöhlten Baumstämmen versehen. Steffi Ludwig

Beim Relief "Engel der Reformation" wachsen der Figur aus den Armen Flügel. "Sie fliegt durch die ganze Welt - das soll bedeuten: Luther war erst der Anfang, die Reformation geht immer weiter", sagt der im polnischen Riesengebirge geborene Künstler.

Es sei ihm ein großes Anliegen gewesen, Ausstellungen zum Jubiläum von 500 Jahren Reformation zu gestalten, sagt Ryszard Zajac. Er war zum Glauben gekommen, als er die norwegische Stabkirche Wang in Karpacz restauriert hatte. "Denn wenn es die Reformation nicht gegeben hätte, gäbe es noch immer die Inquisition", denkt der 66-Jährige, der seit mehr als zehn Jahren in Forst lebt, aber auch noch im Riesengebirge arbeitet.

Deshalb freue er sich umso mehr, dass es gleich mit zwei Ausstellungen in der Lausitz geklappt hat, die demnächst eröffnet werden. Die ersten Werke gehen auf die Reise nach Senftenberg, wo am 22. Juni zum Peter-und-Paul-Markt die Ausstellung "Sola gratia - nur Gnade" eröffnet wird. Hier besteht zum Pfarrer-Ehepaar Birgit und Manfred Schwarz eine 25-jährige Freundschaft, so Ryszard Zajac. "Ich finde seine Kunst toll und auch mutmachend, er bringt auch ganz neue Sichten auf den Glauben ein", sagt Manfred Schwarz. Besonders berührend findet Schwarz die Werke, in denen Ryszard Zajac seine Krebserkrankung - die er seit einigen Monaten glücklicherweise besiegt hat - verarbeitet hat.

Am 25. Juni wird in der Cottbuser Oberkirche die Ausstellung "Engel der Reformation" eröffnet. Vor rund zehn Jahren habe er beim damaligen Pfarrer Christoph Polster eine Ausstellung mit Marmor gestaltet, und der jetzige Pfarrer Uwe Weise interessiere sich für die Holzkunst, so Ryszard Zajac. So sei die Ausstellung zustande gekommen. "Zwischen den Säulen werden meine großen Reliefs angeordnet und die Figuren eventuell in den Nischen - ich bin sehr begeistert, auch darüber, dass die Ausstellung über den ganzen Sommer geht", schwärmt der Künstler.

Einige Werke für die Ausstellungen sind im Riesengebirge in Jelenia Gora entstanden, einige in Klein Jamno - die meisten zwischen Januar und Mai.

Zum Thema:
Die Ausstellung "Engel der Reformation" in der Cottbuser Oberkirche wird am 25. Juni um 10 Uhr mit einem Gottesdienst eröffnet. Sie ist bis zum 5. September zu sehen. Die Ausstellung "Sola gratia - nur Gnade" wird am 22. Juni um 19 Uhr in der Peter-und-Paul-Kirche Senftenberg eröffnet. Sie ist im Juli und August zu sehen.