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Forster Deponie wird saniert

Olaf Lalk weist auf den alten Hausmülldeponie-Hügel, der nun saniert wird. Dahinter liegt der aktive Schüttbereich der Deponie.
Olaf Lalk weist auf den alten Hausmülldeponie-Hügel, der nun saniert wird. Dahinter liegt der aktive Schüttbereich der Deponie. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Während in den politischen Gremien des Landkreises Spree-Neiße gerade über die Erweiterung der Forster Deponie für mineralische Abfälle beraten wird, wird ein anderer Bereich gerade saniert – die alte Hausmülldeponie von Forst. Damit keine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen, müssen viele Schichten auf den 30 Meter hohen Berg aufgetragen werden. Steffi Ludwig

Auf eine Höhe von 118 Metern erhebt sich der Hügel auf der Deponie an der Forster Autobahn. Da der nebenliegende Wald auf 88 Metern über Normalnull liegt, sind das 30 Meter Höhenunterschied - ein gewaltiger Berg auf einem Bereich von 5,8 Hektar Fläche, bestehend aus einem Gemisch aus Industrie- und Hausmüll. "Das ist die alte Hausmülldeponie von Forst, die 1960 in Betrieb ging und seit 1999 stillgelegt ist", berichtet Olaf Lalk, der Geschäftsführer der kreiseigenen Abfallentsorgungs-Gesellschaft (AGNS), die die Deponie betreibt.

Dieser sogenannte Schüttbereich 1, der stillgelegte Deponieteil, werde nun gerade saniert - eine Anordnung des Landesumweltamtes Brandenburg. "Das Material muss sich erst 15 Jahre setzen, aber dann ist der Betreiber angehalten, die Deponie abzudichten, damit keine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen", berichtet Olaf Lalk. Bereits im Herbst sei die Oberfläche des Hügels planiert worden, Bäume und Gewächse wurden entfernt.

Vorher seien ein Jahr lang die Eidechsen, die die Deponie bewohnten, abgefangen worden und in ein Ersatzbiotop am Rande der Deponie gebracht worden. Auch das gehöre zu den Auflagen des Landesumweltamtes, so Lalk.

Voraussichtlich im April werde begonnen, verschiedene Schichten aus Böden und Trennmaterialien auf den gewaltigen Berg aufzubringen. Dafür laufe gerade europaweit die Ausschreibung, so Lalk. Dies sei auch für ihn ein technisch sehr anspruchsvolles Projekt, bekennt der Geschäftsführer der AGNS, der zugleich Baudezernent und Beigeordneter des Landrates ist. Denn alle Schichten müssten rundherum auf den gesamten Berg gleichmäßig aufgebracht werden. Zudem müsse das aufgebrachte Material recht hohen Anforderungen genügen, müsse beispielsweise sauber sein, damit keine zusätzliche Umweltbelastung entstehe. Das Landesumweltamt prüfe hier immer wieder, ob alle Vorschriften eingehalten werden.

Zudem müssten Entwässerungsgräben mit Kaskaden eingerichtet werden, um das Wasser vom Hügel nach unten zu transportieren. Ab 2018 bis 2019 ist dann nach Auskunft von Olaf Lalk die landschaftsgestalterische Begrünung der Deponie vorgesehen.

Die dem Landkreis gehörende AGNS als Betreiber der Deponie müsse nicht nur rechtlich, sondern auch finanziell für die Sanierung aufkommen, so der Geschäftsführer der Abfallentsorgungs-Gesellschaft. Die Gesamtinvestition belaufe sich auf rund 4,5 Millionen Euro. "Als Betreiber hat man die Verpflichtung, das Geld über die Jahre für die Sanierung zurückzulegen - und das haben wir getan", so Lalk. Zudem bestehe für 40 Jahre eine Nachsorgepflicht. So müssten beispielsweise Gelder bereitgestellt werden, um die Gräben sauber zu halten.

Zum Thema:
Auf dem vorhandenen planierten Abfallberg wird - jeweils auf der gesamten Fläche von 5,8 Hektar - zuerst eine Gasdrainage- und Ausgleichsschicht aus Deponieersatzbaustoffen aufgebracht (rund 30 Zentimeter dick). Darauf folgt dann gegebenenfalls ein Trennvlies. Darüber wird eine mineralische Schutzschicht aufgebracht (20 Zentimeter), die von einer Betonitmatte abgedeckt wird. Darüber kommt ein Schutzvlies. Eine darüber lagernde Entwässerungsschicht (30 Zentimeter) wird von einem Trenn-/Filtervlies abgedichtet. Darauf werden dann eine rund 70 Zentimeter starke Rekultivierungsschicht als Unterboden und weitere rund 30 Zentimeter humushaltiger Oberboden als Rekultivierungsschicht aufgebracht. Darauf können dann Pflanzen für die Begrünung anwachsen.