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| 18:45 Uhr

LR vor Ort
Wer bestimmt künftig in Forst?

Die fünf Bürgermeisterkandidaten mit Jan Siegel (l.) und Oliver Haustein-Teßmer (r.) von der RUNDSCHAU sowie ZDF-Kameramann.
Die fünf Bürgermeisterkandidaten mit Jan Siegel (l.) und Oliver Haustein-Teßmer (r.) von der RUNDSCHAU sowie ZDF-Kameramann. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Bürgermeisterkandidaten traten beim LR-Forum letztmalig gemeinsam vor der Wahl auf. Von Steffi Ludwig

In einem letzten Wahlforum vor der Bürgermeisterwahl sind die fünf Kandidaten in der Reihe „LR vor Ort“ am Dienstagabend aufeinander getroffen. Rund 70 Bürger waren in die Gaststätte „Rosenflair“ gekommen, die an dem Abend nicht nur im Interesse der RUNDSCHAU, sondern auch des ZDF stand: Denn Wulf Schmiese, Redaktionsleiter des heute-journals, war mit seinem Team vor Ort, um für die Reportagesendung ZDFzoom zum Thema Zukunft des Journalismus zu drehen. Gesendet wird im Juni.

Im Fokus standen jedoch die Kandidaten, die von RUNDSCHAU-Redakteur Jan Siegel und Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer ausgefragt wurden. Noch immer sind sich viele Wähler unsicher: Nur etwa zehn Zuhörer zeigten an, zu wissen, wen sie wählen. Denn auch wenn sich die Kandidaten in einigen Punkten der Bereiche Stadtentwicklung, Brücke nach Polen oder Wirtschaftsförderung unterscheiden, gibt es doch auch viel Einigkeit.

Deshalb wollte Wolfgang Dannat aus dem Publikum wissen, was die Kandidaten konkret voneinander abhebe. Ingo Paeschke (Linke) meinte, er sei in der Runde der einzige gebürtige Forster. „Und ich habe die Dinge, von denen ich rede, in den 20 Jahren als Stadtverordneter selbst versucht durchzusetzen und auch einige Erfolge vorzuweisen.“ Simone Taubenek (parteilos) ist nicht nur die einzige Frau in der Runde. „Ich bin auch die einzige, die über 23 Jahre Verwaltungserfahrung verfügt – und das ist nun mal eine Sache, die 80 bis 90 Prozent der Arbeit eines Bürgermeisters ausmacht.“ Aimo Bartel (parteilos) sieht sich als Macher, gerade im Hinblick auf fünf Jahre Mittelalterspektakel  Johannes Gaudium, an dem er maßgeblich beteiligt ist. Helge Bayer (CDU) sieht Parallelen zum Bürgermeisteramt in seiner jetzigen Arbeit: Als Anwalt berät er auch Unternehmen darin sich weiterzuentwickeln. Zudem trage ihn eine Partei. Thomas Engwicht (parteilos) sieht seinen Vorteil in der Unabhängigkeit. Zudem sei er mit 40 Jahren der Jüngste und kenne sich durch seine vier Kinder auch in Themen wie Schulen oder Kinderbetreuung aus.

Weitere Fragen aus dem Publikum wurden unter anderem zum Jugendparlament oder zur besseren Zusammenarbeit mit Verwaltung und Stadtverordneten gestellt.

„Wenn die Stadt plötzlich zehn Millionen Euro bekommen würde – was würden Sie als Bürgermeister als erstes damit anstellen?“, wollte Jan Siegel zum Schluss wissen. Thomas Engwicht würde das Geld als zehnprozentigen Eigenanteil verwenden, um 100 Millionen Euro Fördermittel für verschiedene Projekte zu bekommen. Helge Bayer und Simone Taubenek würden das Geld für die Jugend verwenden, Aimo Bartel für Jugend, Senioren und die „Schwarze Jule“, die er gern zurück auf die Straße holen würde. Ingo Paeschke würde fünf Millionen Euro für die Bebauung des Marktes verwenden und den Rest aufgeteilt für die Renovierung des Stadions inklusive des kompletten Schülerfreizeitzentrum sowie für barrierefreie Zugänge zu Geschäften.

Zumindest für einige Zuhörer war die Runde hilfreich: Yasemin Wichmann (17) aus dem Organisationsteam der Volleympics, die befürchtet, dass die Volleyballveranstaltung in einem umgebauten Stadion nicht mehr stattfinden könne, weiß jetzt, wen sie am Sonntag wählen wird.