ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:35 Uhr

Bürgermeisterin zieht Zwischenbilanz
Zwischen Baustellen, Blutmond und Bürgergesprächen

Bürgermeisterin Simone Taubenek ist seit Mitte Mai Chefin im Forster Rathaus.
Bürgermeisterin Simone Taubenek ist seit Mitte Mai Chefin im Forster Rathaus. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Simone Taubenek ist seit fast 100 Tagen Stadtchefin von Forst – und hat so einige Ideen. Von Steffi Ludwig

Die 100 Tage im Amt sind noch nicht ganz um, dennoch hatte  Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) die Presse eingeladen, um eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Am 17. Mai hatte die bisherige Leiterin des Direktionsstabes der Polizeidirektion Süd ihren Posten im Forster Rathaus angetreten, nachdem sie die Stichwahl mit 53,7 Prozent der Stimmen gegen Mitbewerber Thomas Engwicht (parteilos) gewonnen hatte.

„Ich bin mit meinen ersten knapp 100 Tagen zufrieden“, sagte Simone Taubenek. Sie habe sich schnell in die Materie eingearbeitet, auch wenn sie ab und zu noch einen Bescheid nicht zuordnen könne und nachfragen müsse. „Die größte Herausforderung war anfangs die geballte Fülle an Terminen und Gesprächen, gekoppelt mit den vielen neuen Sachverhalten“, gibt sie zu. Doch inzwischen habe sie sich gut mit den Themen vertraut gemacht und auch die vielen Termine im Mai und Juni genossen wie die Rosengartenfesttage, das Jubiläum der Schwarzen Jule oder die Rosenköniginnen-Ausstellung im Brandenburgischen Textilmuseum. „Das ist ein unglaublicher Erkenntnisgewinn auch für mich persönlich“, so Taubenek.

Die Rückmeldungen von den Stadtverordneten und den Bürgern ihr gegenüber seien überwiegend positiv. Sie werde auf der Straße oder beim Einkaufen des Öfteren angesprochen – manchmal auch mit unerfüllbaren Forderungen. „Können Sie nicht dafür sorgen, dass es mal vernünftige Temperaturen gibt und es mal regnet?“, habe jüngst ein Bürger zu ihr gesagt, berichtet sie schmunzelnd. Auch wurde sie – allerdings von einem Bekannten – dafür verantwortlich gemacht, dass dieser den Blutmond am vergangenen Freitag nicht gesehen habe.

Meist seien es jedoch die alltäglichen Probleme wie die derzeitige Baustellen-Häufung, wegen der sie angesprochen oder angeschrieben werde. Oft gebe es zu vielen Themen unterschiedliche Meinungen, beispielsweise wie mit dem Leerstand der Kleingartenanlagen oder mit der Weiterführung der Sportstätten umgegangen werden soll. „Mir sind Ideen von unten heraus am liebsten. Wenn man von oben etwas aufdrückt, gibt es immer das Problem der Akzeptanz“, sagt sie.

Ein wichtiges Thema werde in der nächsten Zeit noch einmal das Areal um die Kirche, bekannt unter „Grüne Mitte“, das die Stadt seit Jahren beschäftigt. Am 23. August finde dazu ein Sonderbauausschuss statt, kündigt sie an. Dass es in dem Areal vorwärts gehen müsse, sei auch in den Umfragen zum Stadtmarketingkonzept genannt worden. Nicht zuletzt gehe es auch um eine drohende Rückzahlung der Abriss-Fördermittel. Sie hoffe, dass zum Ausschuss auch interessierte Bürger kommen, um sich die verschiedenen Varianten des Planungsbüros anzusehen, das 2017 nochmal beauftragt worden war: den immer noch mehr oder weniger im Raum stehenden Seerosenteich oder eine andere landschaftliche Gestaltung, die im Nachhinein die Möglichkeit zulasse, auch bebaut zu werden. Bis zum 30. September brauche es hier eine Entscheidung.

Ebenfalls in die Amtszeit von Simone Taubenek fiel der gescheiterte Abwahlversuch von Stadtverordnetenvorsteher Dietmar Tischer (CDU). „Es war eine demokratische Entscheidung der Stadtverordneten, die hinzunehmen ist“, sagt sie diplomatisch. Tischer verfüge, bei allen vielleicht objektiv nachvollziehbaren Sachverhalten zu seiner Führung, die man ihm vorwerfen könne, über zwei Jahrzehnte Erfahrung auf seinem Posten. Sie denke und hoffe, dass er die restlichen Stadtverordnetensitzungen bis zu den Kommunalwahlen so führen werde, dass alle damit leben können.

Für die Zukunft wünsche sie sich, möglichst viele Themen für Forst bearbeiten zu können, viele Veranstaltungen – und einen schönen Weihnachtsmarkt, so die Bürgermeisterin. An einem neuen Konzept des Weihnachtsmarktes sei sie sehr interessiert. Zudem plant sie, Gespräche mit Rückkehrern zu führen, um daraus auch Rückschlüsse für die Stadt und die Verwaltung zu ziehen. Eine Begrüßungsmappe für Rückkehrer werde gerade vorbereitet. Auch die Wiederbelebung eines Rosenballs kann sie sich vorstellen.