ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:22 Uhr

Kein Nachfolger gefunden
Apothekerin verabschiedet sich nach 35 Jahren

 Ute Blanke am Donnerstagmorgen an ihrem letzten Arbeitstag in der Forster Bahnhofs-Apotheke.
Ute Blanke am Donnerstagmorgen an ihrem letzten Arbeitstag in der Forster Bahnhofs-Apotheke. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Ute Blanke geht in den Ruhestand – und die Forster Bahnhofs-Apotheke schließt. Kein Nachfolger konnte gefunden werden. Von Steffi Ludwig

Zum letzten Mal hat Ute Blanke am Donnerstagmorgen ihre Bahnhofs-Apotheke für die Kunden geöffnet. Die 65-Jährige geht in den Ruhestand – und hat trotz zweijähriger Suche keinen Nachfolger finden können. Deshalb muss die Apotheke geschlossen werden. „Das tut mir schon ein bisschen leid, die Apotheke hat das Wohnviertel hier etwas aufgewertet und war in Bahnhofsnähe“, sagt sie.

Auch viele Kunden hätten ihr Bedauern ausgedrückt und sich mit Blumen oder Süßigkeiten für die gute Beratung über die Jahre bedankt. „Da war ich teilweise überwältigt, denn darunter waren nicht nur ältere, sondern auch viele jüngere Kunden, die mir sagten: Schade, dass Sie gehen.“ Denn die kleine Apotheke habe offenbar eine andere Atmosphäre als eine größere Apotheke gehabt.

Seit 1990 war Ute Blanke Inhaberin der Bahnhofs-Apotheke. Aber schon zu DDR-Zeiten, seit 1984, hat sie die Apotheke, die damals den Namen Staatliche Bahnhofsapotheke führte, geleitet. Das sind insgesamt immerhin 35 Jahre. Und die verbindet sie mit vielen persönlichen Kontakten zu den Kunden. Aber auch mit ihrer Familie: „Wir haben teilweise Silvester oder Weihnachten hier gefeiert, wenn ich Notdienst hatte“, berichtet sie schmunzelnd. „Die Kinder sind hier quasi mit groß geworden.“ Aber das gehöre zum Beruf, und sie habe ihn sehr gerne gemacht. Vorher hatte die gebürtige Forsterin im pharmazeutischen Zentrum, im Gebäude der jetzigen Hufeland-Apotheke, gearbeitet. Studiert hatte sie in Halle.

Den Zeitpunkt, jetzt aufzuhören, habe sie bewusst gewählt, erzählt sie. Denn ab Februar hätte sie technisch aufrüsten müssen, ein neues Sicherheitssystem für Arzneimittel einbauen müssen. „Ich musste mich entscheiden – auch wenn ich durchaus wehmütig bin“, gibt sie zu. „Aber ich freue mich auch auf den Ruhestand, darauf, mal spontan etwas zu unternehmen.“

Ihre zwei Mitarbeiter haben beide einen neuen Job in Forst und in Guben gefunden. Freitag werde noch Inventur gemacht, dann werde alles ausgeräumt. Für einige Möbel habe sie bereits Abnehmer, für andere suche sie noch welche, so Ute Blanke.