Ein wenig Stolz ist Beate Schödel anzumerken, wenn sie die Pläne vom neuen Dornröschenspielplatz zeigt, der ab dem kommenden Sommer die Kinder von Forst und der ganzen Umgebung anziehen wird. Die Diplom-Ingenieurin für Landschaftsarchitektur im Fachbereich Grünflächen in Forst hat den Spielplatz geplant, dessen Spielgeräte derzeit im thüringischen Laucha gefertigt werden. Im März sollen Dornröschen, König Hallo und andere Figuren aus dem Märchen um die schlummernde Prinzessin in Forst eintreffen und dann gemeinsam mit der Hauptattraktion – dem großen Märchenschloss – aufgebaut werden. Dabei wird auch ein Bogen in die Geschichte des Spielplatzes geschlagen, wie Schödel berichtet. Denn alt und neu werden die Kinder begrüßen. Laut Beate Schödel soll die Fischplastik aus dem Jahr 1958 neben einer Dornröschenfigur aufgestellt werden und eine Infotafel erhalten. „Ich bin der Fisch und seit 1958 der Kinderliebling. Dornröschen ist jetzt meine Freundin“, so in etwa dürfte der Text auf dem Fisch lauten.

240 000 Euro kostet der Bau, der sich auf 2000 Quadratmeter auf dem Bereich des alten Spielplatzes und darüber hinaus in Richtung Mühlgraben ziehen wird. „Das ist schon ganz schön viel Geld“, sagt Beate Schödel. Doch es müsse auch für Kinder etwas geboten werden, im Rahmen der vorsichtigen Gestaltung am Rosengarten und auf der Wehrinsel. Beim Entwurf hat Schödel viel Wert auf Details gelegt, damit die märchenhafte Atmosphäre auch bei den Kindern ankommt. So sind Rosenhecken und Kletterrosen geplant, die möglichst schnell Eingangsportal und abgrenzende Bauten umranken sollen, um die Dornröschen-Illusion vom verwunschenen Schloss perfekt zu machen. „Ziel ist, dass die Sachen alle ein bisschen hinter den Hecken verschwinden“, sagt Schödel. Dabei hat die Landschaftsarchitektin auch auf die passenden Rosen geachtet. Gepflanzt werden unter anderem die Strauchrose „Dornröschen“ und die Sorte „Gebrüder Grimm“.

Um verschiedenen, Aktivitäten Raum zu geben wird der Spielplatz in Bereiche geteilt sein, wie Beat Schödel erläutert. Am Eingang entstehe ein Turm wie von einer Burgruine. „Dort haben wir auch eine passende Laterne errichtet, weil dort ein entsprechender Stromanschluss liegt. Auch eine kleine Felslandschaft mit Kletternetzen, die an Spinnennetze erinnern, soll bis zum Mai entstehen. Zudem gibt es dann nach Angaben Schödels Rückzugsgebiete wie passend gestaltete Sitzecken und Spaßelemente wie Drehscheiben und Schaukel. „Wir haben bei der Planung auch mit Kindern zusammengearbeitet und die gefragt, wie sie sich einen Spielplatz vorstellen“, sagt die Landschaftsarchitektin.

Zudem sei der Bau mit den Denkmalbehörden abgestimmt. Denn die Parkanlagen stehen unter Denkmalschutz. So mussten etwa die Farben der Spielplatzelemete dezenter gehalten werden, damit der Spielplatz den Gesamteindruck des Parkes nicht gefährdet. „Damit kann ich leben“, sagt Beate Schödel. Das Rot sei nun halt ein wenig dunkler. Zudem müssten Baumsanierungen durchgeführt werden, weil der Spielplatz unter den Bäumen an der Böschung in Richtung Mühlgraben liegt und die Sicherheit gewährleistet sein muss.

Nach den vorbereitenden Arbeiten startet das gesamte Bauprojekt im März. Dabei ist die Stadt froh, dass sich bei der Ausschreibung eine Forster Firma durchsetzen konnte und den Spielplatz errichtet. Ende April soll die Märchenlandschaft dann stehen. „Das passt genau zur Saisoneröffnung des Rosengartens“, sagt die Landschaftsarchitektin.

Auch die Planungen für eine Eröffnungsfeier sind gestartet, bei dem der Jugendkoordinator der Stadt eingebunden ist. Mit dem Dornröschenspielplatz entsteht laut Schödel „der attraktivste Spielort der Stadt.“ Auch im Bereich Spielplätze müsse man sich in der schrumpfenden Stadt konzentrieren. Die alten Spielgeräte werden wieder auf anderen Plätzen aufgebaut.