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| 18:30 Uhr

Landtagswahl in Forst und Guben
Woidke verteidigt Wahlkreis

 Straßenwahlkampf in Forst. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat seinen Heimatwahlkreis gewonnen. Am Samstag freute sich Tassilo Schlicht über einen kurzen Plausch mit dem Landesvater.
Straßenwahlkampf in Forst. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat seinen Heimatwahlkreis gewonnen. Am Samstag freute sich Tassilo Schlicht über einen kurzen Plausch mit dem Landesvater. FOTO: Sven Hering
Forst. SPD profitiert bei Landtagswahl vom Amtsinhaberbonus. CDU-Kandidat kritisiert Senftleben. Von Sven Hering

Sein Heimspiel hat Ministerpräsident Dietmar Woidke gewonnen. Der Forster setzte sich im Wahlkreis 41 (Forst, Guben, Schenkendöbern, Peitz) am Ende mit rund 1000 Stimmen Vorsprung und 36,23 Prozent gegen Steffen Kubitzki (AfD) durch, der auf 32,41 Prozent kam. Schnell sondieren und eine stabile Regierung bilden – das kündigte Woidke als nächste Schritte an.

Doch wie bewerten die Mitbewerber im Wahlkreis das Ergebnis der Landtagswahl? Steffen Kubitzki (AfD) wird dank seines Listenplatzes 5 in den Landtag einziehen. Er ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Für uns ist das ein Super-Wahlergebnis. Leider haben wir es nicht geschafft, stärkste Kraft zu werden. Ich bin schon ein wenig erstaunt, dass die SPD noch so aufgeholt hat. Trotzdem glaube ich, dass wir alles richtig gemacht haben. Und gegen den amtierenden Ministerpräsidenten zu verlieren, ist keine Schande. Im Landtag möchte ich mich vor allem bei den Themen Lausitz und Wirtschaft einbringen“, so Kubitzki, der im Amt Peitz (36,4 Prozent) sogar Woidke (30,4 Prozent) schlagen konnte.

Anke Schwarzenberg (Linke) hat den Wiedereinzug in den Landtag knapp verpasst. Zehn Abgeordnete stellt die Linke künftig in Potsdam, die Lausitzerin stand auf Listenplatz elf. Einzige Möglichkeit, weiter als Abgeordnete zu arbeiten, wäre, dass die Linke weiter in der Regierung bleibt und Christian Görke (mit Listenplatz vier) auch künftig einen Ministerposten bekleidet – dann würde Anke Schwarzenberg nachrücken. „Doch es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagte sie angesichts dieser Rechenspiele. „Ich glaube, es wäre besser, wenn wir in die Opposition gehen“, ergänzte sie. Dort könne man sich politisch neu organisieren.

Als Kampf von David gegen zwei Goliaths bezeichnete Rüdiger Krause (CDU) seinen Wahlkampf. „Ich glaube, ich hatte mit dem Ministerpräsidenten und Herrn Kubitzki von der AfD als Kontrahenten den schwersten Wahlkreis in ganz Brandenburg – zumal es noch nicht mal mein Heimatwahlkreis war“, so der Drebkauer. Krause vermisste zudem eine Unterstützung der Landes-CDU. „Aus meiner Sicht muss Herr Senftleben persönliche Konsequenzen aus dem Ergebnis ziehen“, forderte er.

Olaf Bubner (BVB/Freie Wähler) holte in Peitz mit 7,50 Prozent der Erststimmen sogar deutlich mehr als im Landesdurchschnitt. „Wir haben unser Ziel erreicht und sind im Landtag vertreten“, betonte er. Dort könne er sich durchaus vorstellen, dass die Freien Wähler mit Regierungsverantwortung übernehmen. „Damit hätte ich keine Probleme.“ Wichtig sei, dass Sachthemen angegangen und gelöst werden. „Wir verkünden nicht nur irgendwelche Parolen, sondern packen konkret an“, erklärte er mit Verweis auf die inzwischen abgeschafften Straßenausbaubeiträge.

Robert Richter (Grüne/B90) hat mit den rund vier Prozent der Erststimmen ein für ihn erwartetes Ergebnis erzielt. „Wir sind hier in einer Region, in der wir noch nie so richtig Fuß fassen konnten“, erklärte er. Das landesweite Ergebnis hätte er sich gern noch um ein paar Prozentpunkte stärker gewünscht. „Aber ich habe kurz vor der Wahl mit einigen potentiellen Grünen-Wählern gesprochen, die gesagt haben, aus strategischen Gründen die SPD wählen zu wollen“, so Richter.

Der Forster Jeff Staudacher (FDP) holte gut vier Prozent der Erststimmen. „Mehr wäre natürlich immer schön, aber es ist ein ganz gutes Ergebnis“, betonte er. Er selbst wolle künftig in der Landes-FDP gern noch mehr Verantwortung übernehmen. „Und mit der Kommunalpolitik geht es sowieso weiter.“

Thomas Friedrich (Piraten) konnte am Ende nur 0,75 Prozent der Erststimmen holen. „Das Ergebnis war zu erwarten“, zeigte er sich wenig überrascht. „Wir müssen jetzt als Piratenpartei sehen, wie es weitergeht, welche Themen künftig im Mittelpunkt stehen.“ Er selber wolle sich auch weiterhin politisch engagieren.

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