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| 02:37 Uhr

Forst will Randgemeinde eingliedern

Lebendiger Ort mit Tradition: Zum Schleppertreffen kommen in jedem Jahr zahlreiche Fahrzeug-Fans nach Schacksdorf.
Lebendiger Ort mit Tradition: Zum Schleppertreffen kommen in jedem Jahr zahlreiche Fahrzeug-Fans nach Schacksdorf. FOTO: Janschke
Forst. Forst macht sich auf den Weg, die Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf einzugliedern. Entsprechende Verhandlungen sollen jetzt beginnen. Doch das trifft das Amt Döbern-Land strukturell, mahnt Amtsdirektor Günter Quander und tritt auf die Bremse. Den Eingliederungstermin 1. Januar 2015 hält er für zu früh. Jürgen Scholz

"Wir sollten den Weg gehen. Es wird immer Probleme geben. Aber aus meiner Sicht keine, die man nicht lösen könnte", sagt der Vorsitzende des Stadtparlaments Dietmar Tischer (CDU) und bringt damit die Stimmung auf den Punkt, nachdem am vergangenen Mittwoch erstmals über Verhandlungen zu einer Eingliederung der Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf im Forster Hauptausschuss abgestimmt worden ist.

Einstimmig viel das Votum dafür aus, mit entsprechenden Verhandlungen zu beginnen. Doch das hat gerade aus Sicht des Amtes Döbern-Land Auswirkungen. Deshalb tritt der Amtsdirektor von Döbern-Land, Günter Quander (parteilos), auf die Bremse. "Ich habe Zweifel, dass es leistbar ist, die Verhandlungen in diesem Zeitraum zu schaffen", sagt Quander.

In der jetzt verabschiedeten Vorlage heißt es: "Nachdem die notwendigen Voraussetzungen vorliegen, ist beim Innenministerium eine Genehmigung zu beantragen, bei der aus derzeitiger Sicht eine Eingliederung zum 1. Januar 2015 möglich sein könnte." Quander fühlt sich indes bei den bisherigen Gesprächen nicht genügend mitgenommen. "Sehen sie mir meine Überraschung nach", sagt der Amtsdirektor von Döbern-Land. Er stellt allerdings auch klar: "Es steht mir nicht zu, zu erklären, wo künftig die Reise hingeht." Allerdings habe eine Entscheidung strukturelle Auswirkungen auf sein Amt. Er verweist zudem auf ähnliche Entwicklungen mit Amtsgemeinden und Spremberg. Dort, so Quander, sei er bei Verhandlungen von Anfang an am Tisch gewesen.

Wolfgang Katzula, der Bürgermeister von Groß Schacksdorf-Simmersdorf, wirbt indes für den Eingliederungsvertrag und verweist auf die Finanzlage der Gemeinde, die mit 130 000 Euro Schulden in die Verhandlungen mit Forst geht. "Das kann sich sehen lassen", sieht Katzula die Kassenlage positiv.

Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP) verspricht unterdessen "große Transparenz" bei den weiteren Verhandlungen mit der Gemeinde. Bisher seien die Verhandlungen in einer besseren Stimmung verlaufen, als es derzeit den Anschein habe, so der Bürgermeister, der einer Eingliederung offen gegenüber steht und auf gemeinsame Erfahrungen der Verwaltung aus den 90er-Jahren verweist. Groß Schacksdorf-Simmersdorf hat eine amtliche Einwohnerzahl von 1147. Dieser Wert stammt allerdings aus dem Jahr 2011. Wolfgang Katzula hat für die kommenden Jahren einen deutlichen Einwohnerrückgang ausgerechnet.

Zum Thema:
Die Gemeindevertreter von Groß Schacksdorf-Simmersdorf planen eine erste Lesung des Entwurfes in ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag. Vorgesehen ist auch eine Anhörung der Einwohner. Dann ist ein abschließender Beschluss vielleicht noch vor der Kommunalwahl am 25. Mai möglich. Im Dezember hatten sich die Einwohner mit knapper Mehrheit für die Verhandlungen mit Forst ausgesprochen.