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Förderprogramm für Stadtumbau
Forst will Geld für Brachen, Bahnhofsumfeld und Straßen

Die Gebiet für Städtebauförderung werden kleiner.
Die Gebiet für Städtebauförderung werden kleiner. FOTO: Quelle: STadtumbaumonitoring der STadt Forst, Grafik Lenth/lr / LR
Forst. Konzept liegt beim Ministerium, Entscheidung steht aus.

Verfallende Fabriken, holprige Straßen und jede Menge leerstehende Wohnungen in Plattenbauten – in Forst gibt es noch viel zu tun. Aber von allein und ohne Geld oder Investoren passiert gar nichts. Seit den 90er-Jahren bemüht sich die Stadtverwaltung um Geld aus verschiedenen Programmen. Rund 66,5 Millionen Euro Fördermittel konnten in den zurückliegenden 26 Jahren eingesetzt werden, erläutert Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke bei der öffentlichen Vorstellung des Konzepts zur Stadtumbaustrategie für die Jahre 2018 bis 2030. Knapp 50 Zuhörer – unter ihnen auch Stadtverordnete und einige Bürgermeisterkandidaten – verfolgten die Ausführungen von Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung Angelika Geisler und Siegfried Reibetanz, Geschäftsführer des beauftragten Planungsbüros.

„Wir brauchen den Stadtumbau Teil drei, sonst können wir nicht mehr so viele Maßnahmen durchführen“, erläutert Geisler. Deshalb habe die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Planungsbüro im vergangenen Jahr basierend auf dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept das Konzept für den Stadtumbau erarbeitet und fristgerecht bis zum Jahresende 2017 beim Infrastrukturministerium und dem Landesamt für Bauen und Verkehr eingereicht.

Forster Stadtverordnete der SPD und der Linken kritisierten dieses eigenmächtige Handeln bereits im Bauausschuss. Ursprünglich wollten die Abgeordneten gemeinsam mit der Verwaltung das Konzeptpapier erarbeiten. Zu ihrer Verteidigung verwies Angelika Geisler auf den knappen Zeitrahmen und die Zwangslage der Stadt, unbedingt in der nächsten Förderperiode im Stadtumbauprogramm dabei zu sein.

Forst will sich deshalb in der neuen Förderperiode auf die Innenstadt konzentrieren und hier „eine hohe Wohn- und Lebensqualitätschaffen“, so Geisler. Deshalb wird der Bereich, in dem die Fördermittel eingesetzt werden können fast halbiert. Er umfasst im Großen und Ganzen das Gebiet zwischen Neiße, Heinrich-Heine-Straße, Gubener, Cottbuser, Bahnhof- und Sorauer Straße einschließlich Bahnhof und ein kleines Gebiet an der C.-A.-Groeschke-Straße. Die Maßnahmen betreffen weiterhin den Rückbau von Wohnungen. Dies sei nötige, so Siegfried Reibetanz, weil laut Prognose die Bevölkerung weiter abnimmt und dementsprechend weniger Wohnungen benötigt werden. Er führt, dass es eine hohe Nachfrage nach altersgerechten und kleinen Zwei-Raum-Wohnungen gibt. Jedoch sei es schwierig, diese Nachfrage zu befriedigen, wenn für die Herrichtung keine Fördermittel zur Verfügung stehen, so Reibetanz.

Im Blick hat das Konzept auch die historische Industriekultur – für Forst ein echtes Alleinstellungsmerkmal. „Es ist eine Herkulesaufgabe“, sagt Geisler und verweist auf über 40 Industriebrachen. In vier Fällen bemüht sich die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit dem jeweiligen Eigentümer im Moment um tragfähige Lösungen. Geisler betont, dass alle unsanierten Straßen im Fördergebiet als Einzelmaßnahmen sowie die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes im Konzept enthalten sind. Auf eine Nachfrage erläutert Heike Korittke, dass die Stadt Gespräche zur Südrandbebauung des Marktes führe. Ein Ergebnis sei aber noch offen.

Die Konzeptunterlagen liegen nun seit drei Monaten beim Ministerium. Wann entschieden wird, ob Forst in den nächsten Jahren Städtebaufördermittel erhalten wird, kann Angelika Geisler nicht sagen.

Einen Termin hat das Ministerium nicht benannt.