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| 15:09 Uhr

Kriminalität in der Region
Mehr Sachbeschädigungen in Forst

 Auch am ehemaligen Gasthof „Lindeneck", der leer steht, ist vor einiger Zeit der Schriftzug „Keiner kann helfen" angesprüht worden.
Auch am ehemaligen Gasthof „Lindeneck", der leer steht, ist vor einiger Zeit der Schriftzug „Keiner kann helfen" angesprüht worden. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Seit September arbeitet wieder regelmäßig ein Präventionsrat – was ihn aktuell beschäftigt. Von Steffi Ludwig

Im September 2018 ist er wieder belebt worden, der Forster Präventionsrat, den es mit Unterbrechungen seit 2007 in der Rosenstadt gegeben hat. Problemlagen aus den Bereichen Ordnung und Sicherheit erkennen und etwas dagegen tun – das ist das Hauptanliegen des Gremiums, das am Dienstagabend wieder getagt hat.

Die Kriminalitätsstatistik für Forst sei zahlentechnisch zunächst nicht besorgniserregend, da nicht grundlegend anders als im Vorjahr, Brennpunkte und Trends gebe es aber eine Reihe. Das hat das Gremium festgestellt, dem  Mitglieder aus Bundes- und Landespolizei, des Seniorenbeirates, des Gewerbevereins, des Bezirksverbandes der Gartenfreunde, der Verwaltung, der Stadtverordnetenversammlung sowie die zwei Verfasser der offenen Briefe zum Thema Grenzkriminalität angehören. Den Vorsitz hat Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos).

Edgar Simmula, Leiter des Führungs- und Revierdienstes der Polizeiinspektion Cottbus-Spree-Neiße, hatte die Kriminalitätszahlen von 2018 dabei. Laut diesen sind die Straftaten in Forst von 2277 (2017) auf 2018 (2018) minimal zurückgegangen. Bei den Raubstraftaten ergebe sich zwar ein leichter Anstieg von vier auf 14, dafür seien die Körperverletzungen leicht von 158 auf 153 gesunken. Die schweren Fahrraddiebstähle hätten sich von 545 (2017) auf 274 (2018) fast halbiert. Hier stelle sich jedoch die Frage, ob weniger gestohlen oder weniger angezeigt wurde. „Das sagen die Zahlen leider nicht aus“, so Simmula.

Peter Fahrenkrug, Leiter des Polizeireviers Forst, stellte einige Trends für 2019 vor, die der Bereich der Kriminalpolizei in Forst erhoben hat, deren Zahlen jedoch nicht repräsentativ sind. So sei die Zahl der erfassten Straftaten gleichbleibend, dafür habe der Fahrraddiebstahl eine stark fallende Tendenz. Hier waren 2018 Täter ermittelt worden, die noch in U-Haft sitzen. Auch bei den Fahrzeugdiebstählen sei die Tendenz fallend. Hier war 2018 eine ost­europäische Bande gestellt worden. Rückläufig seien ebenso die Einbrüche in Gartenlauben, was Volker Ladewig, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbands der Gartenfreunde, bestätigte. Allerdings nehme die Zahl der Gärten auch ab, gab Ladewig zu bedenken.

Ein Problem in Forst sei die gestiegene Zahl an Sachbeschädigungen, so Peter Fahrenkrug. Dutzende Anzeigen zu Schmierereien an Gebäuden, Containern oder anderen Gegenständen seien bereits eingegangen. Gesprühte Schriftzüge wie „Keiner kann helfen“, sowie Zahlen- oder Buchstabenkombinationen seien in der ganzen Stadt zu finden. Hier gebe es auch einen Tatverdächtigen, so Fahrenkrug.

Ein heikles Thema sei auch weiter die Lage vor dem Kaufland, sagte Sylke Koal, Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit. Seit dem 1. April sei wieder das Alkoholverbot von 18 bis 24 Uhr aktuell. Problematisch sei, dass die Platzverweise, die Außendienst-Mitarbeiter des Ordnungsamtes geben, nur für kurze Zeit gelten, und sich die Probleme in den Platanenhain, den Sportplatz Grundschule Mitte oder die Mühlenstraße verschieben. Die Bereitschaftspolizei würde deshalb weiter den Außendienst unterstützen, so Fahrenkrug. Zudem werde voraussichtlich im Herbst die vierte Stelle im Außendienst starten, die sich dann auch dem Thema Fahrradwache widmen soll, sagte Verwaltungsvorstand Jens Handreck.

Jeff Staudacher, einer der Unterzeichner der offenen Briefe, war am Dienstag aufgrund des Wahlkampfes – er kandidiert für die FDP – nicht beim Präventionsrat, ist jedoch mit dem Neustart des Gremiums zufrieden: „Wichtig ist, dass die Probleme benannt werden und die Beteiligten an ihrer Kommunikation arbeiten.“ Klar sei auch, dass die kommunale Ebene nicht alles lösen könne.

Der Präventionsrat hat zwei Veranstaltungen organisiert (siehe Kasten). Michael Mäker, Leiter der Bundespolizeiinspektion Forst, kündigte an, dass die Bundespolizei Schüler der Gutenberg-Oberschule in Zivilcourage schule.

 Auch am ehemaligen Gasthof „Lindeneck", der leer steht, ist vor einiger Zeit der Schriftzug „Keiner kann helfen" angesprüht worden.
Auch am ehemaligen Gasthof „Lindeneck", der leer steht, ist vor einiger Zeit der Schriftzug „Keiner kann helfen" angesprüht worden. FOTO: LR / Steffi Ludwig
 Auch am ehemaligen Gasthof „Lindeneck", der leer steht, ist vor einiger Zeit der Schriftzug „Keiner kann helfen" angesprüht worden.
Auch am ehemaligen Gasthof „Lindeneck", der leer steht, ist vor einiger Zeit der Schriftzug „Keiner kann helfen" angesprüht worden. FOTO: LR / Steffi Ludwig