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| 11:44 Uhr

Landtagswahl 2019
„Der Dietmar, der macht das“

 Letzter Tag des Wahlkampfes. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in seiner Heimatstadt Forst. „Die ist ein wenig zu kurz gekommen“, gab er zu. Hier nutzt er die Gelegenheit zu einem Plausch mit Anke Schwarzenberg (Linke). Schließlich wünscht man sich gegenseitig Erfolg. Schon in dieser Woche wird es wohl weitere  Gespräche zwischen SPD und Linken geben.
Letzter Tag des Wahlkampfes. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in seiner Heimatstadt Forst. „Die ist ein wenig zu kurz gekommen“, gab er zu. Hier nutzt er die Gelegenheit zu einem Plausch mit Anke Schwarzenberg (Linke). Schließlich wünscht man sich gegenseitig Erfolg. Schon in dieser Woche wird es wohl weitere  Gespräche zwischen SPD und Linken geben. FOTO: Sven Hering
Forst. Der Wahlkampf der SPD für die Landtagswahl 2019 ist vorüber. Doch Ministerpräsident Dietmar Woidke lies es sich nicht nehmen, noch einmal in seiner Heimatstadt aufzutreten. Dabei erlebt er eine Überraschung. Von Sven Hering

Samstag Mittag, die Sonne knallt, Dietmar Woidke hat die Ärmel seines Hemdes hochgekrempelt. Der Wahlkampf der SPD ist zwar offiziell vorbei. Doch der Forster hat sich entschieden, noch einmal in seiner Heimatstadt aufzutreten. „Der eigene Wahlkreis kommt leider immer etwas zu kurz“, gibt er zu. Er habe zwar einige Termine in der Rosenstadt gehabt. „Aber nicht so viele, wie ich gerne gemacht hätte, deswegen habe ich mir noch ein bisschen Zeit genommen für Forst.“ Am Nachmittag geht es weiter zur Feuerwehr nach Schenkendöbern, anschließend nach Potsdam.

Schwarzenberg rechnet mit schwieriger Regierungsbildung

Jetzt also noch einmal Forst. Dort wartet eine Überraschung. Denn die SPD ist nicht allein. Auch die Linke hat sich den kleinen Platz vor dem Kaufland für den letzten Wahlkampfauftritt ausgesucht. Vielleicht ja schon ein Fingerzeug auf das, was da demnächst kommen wird? Beide Seiten nehmen es locker. Woidke wechselt ein paar Worte mit Linke-Kandidatin Anke Schwarzenberg. Zum Abschluss gibt es einen freundschaftlichen Händedruck. Man wünscht sich gegenseitig, dass es gut ausgeht am Sonntag. Anke Schwarzenberg: „Wichtig ist, dass die AfD nicht stärkste Kraft wird. Bei allem anderen hoffe ich darauf, dass sich alle demokratischen Parteien finden. Dann wird es auch einen Weg geben.“ Sie rechne mit einer schwierigen Regierungsbildung. „Aber ich denke im Sinne der Demokratie müssen wir Kompromisse schließen und aus den Fehlern, die sicherlich die Regierung in den vergangenen Jahren auch gemacht hat, lernen.“

Thema Sicherheit für Woidke am wichtigsten

Sicherheit – das Thema habe die Leute vor allem umgetrieben, fasst Dietmar Woidke die Ergebnisse seines Wahlkampfes zusammen. „Die Menschen erwarten einen starken, handlungsfähigen Staat, es geht nicht nur um Polizei, sondern um die Durchsetzung von Gesetzen. Und die Menschen erwarten, dass alles dafür getan wird, dass sie soziale Sicherheit haben.“ Woidke nennt die Verhinderung von Altersarmut, höhere Löhne und eine Angleichung der Rente in Ostdeutschland. Ein dritter Punkt habe ebenfalls mit Sicherheit zu tun, nämlich Arbeitsplätze. Erst neue Jobs schaffen und dann aus der Kohle aussteigen. Das ist Woidkes Weg.

Mit wem er diesen Weg gemeinsam gehen wird, muss sich in den nächsten Wochen entscheiden. „Wir haben von vornherein gesagt, wir wollen Partner finden, mit denen wir das Land gemeinsam voranbringen können. Ich schließe da im Moment nur einen aus, das ist die AfD. Mit der ist kein Staat zu machen“, sagt der Ministerpräsident. Alle anderen kämen in Frage. „Wir werden Gespräche führen und sehen, ob man sich bei den Themen einig wird und ob die Personen miteinander klarkommen“, ergänzt er. Fünf Jahre seien schließlich eine lange Zeit. „Das Wichtigste, was Brandenburg für die kommenden Jahre braucht, ist eine stabile Landesregierung, die gemeinsam das Land voranbringt.“

Woidke ist optimistisch

Woidke glaubt, dass er es schaffen wird, dass er als Verhandlungsführer in die Gespräche über eine neue Regierung gehen kann. „Ich bin nach allem, was ich in den vergangenen Wochen erlebt habe, sehr optimistisch. Es gab viele Menschen, die mich angesprochen und ermutigt haben, die mir die Daumen drücken.“

So wie Tassilo Schlicht. Kurze Hose, Unterhemd, in der Hand eine Plastetüte. Der 62-Jährige war schnell etwas einkaufen, da hat er „den Dietmar“ entdeckt. „Wir kennen uns schon seit Ewigkeiten“, erzählt er. „Gerade haben wir gerätselt, wo wir uns eigentlich kennengelernt haben“, berichtet der Forster weiter. Den Dietmar, den finde er in Ordnung. „Er macht gute Politik und man sieht ja, er vergisst die kleinen Leute nicht.“ So hofft Schlicht, dass der alte auch der neue Ministerpräsident sein wird. „Der Dietmar, der macht das.“ Wichtigste Aufgabe: „Arbeitsplätze“, betont Schlicht, „auch wenn das für mich leider zu spät kommt.“

Das im Wahlkampf Versprochene muss umgesetzt werden

Ein wenig Schatten hat Ekkehard Freihöfer gesucht. Die Mittagssonne brennt inzwischen erbarmungslos. Unterm SPD-Schirm redet der 79-Jährige ein paar Minuten mit dem Ministerpräsidenten. Seine Erwartungen an die neue Landesregierung? „Ich wünsche mir, dass vieles von dem auch umgesetzt wird, was gerade jetzt im Wahlkampf versprochen worden ist.“

Bevor es Woidke zur nächsten Station zieht, blickt er noch einmal auf seine Tour durch das Land zurück. „Wir haben einen guten und ehrlichen Wahlkampf geführt. Es ist immer wichtig, ehrlich zu sein.“ Und die politische Konkurrenz? Die habe er beobachtet, aber nichts gesehen, was er hätte nachahmen wollen.

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung CDU gibt es dann aber doch noch. „Ob Spaßsongs weiterhelfen“, sagt Dietmar Woidke, „das wird sich am Sonntag zeigen.“

 Letzter Tag des Wahlkampfes. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in seiner Heimatstadt Forst. „Die ist ein wenig zu kurz gekommen“, gab er zu. Hier nutzt er die Gelegenheit zu einem Plausch mit Anke Schwarzenberg (Linke). Schließlich wünscht man sich gegenseitig Erfolg. Schon in dieser Woche wird es wohl weitere  Gespräche zwischen SPD und Linken geben.
Letzter Tag des Wahlkampfes. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in seiner Heimatstadt Forst. „Die ist ein wenig zu kurz gekommen“, gab er zu. Hier nutzt er die Gelegenheit zu einem Plausch mit Anke Schwarzenberg (Linke). Schließlich wünscht man sich gegenseitig Erfolg. Schon in dieser Woche wird es wohl weitere  Gespräche zwischen SPD und Linken geben. FOTO: Sven Hering