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| 16:03 Uhr

Unterbringung von Verwaltung und Stadtarchiv
Dritten Standort doch erhalten?

 Das Verwaltungsgebäude der Stadt in der Cottbuser Straße 10 wurde 1891 erbaut. Es beherbergt etwa 30 Büros. 
Das Verwaltungsgebäude der Stadt in der Cottbuser Straße 10 wurde 1891 erbaut. Es beherbergt etwa 30 Büros.  FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Forster Verwaltung will Gebäude in Cottbuser Straße behalten – Ausschuss ist dagegen. Von Steffi Ludwig

Die Forster Stadtverwaltung will das Verwaltungsgebäude in der Cottbuser Straße 10 nun doch für die eigene Nutzung behalten und hat dafür noch kurz vor der Kommunalwahl eine Beschlussvorlage in die Ausschüsse eingebracht. Damit soll ein Beschluss aus dem Jahr 2011, in dem die Aufgabe des Verwaltungsstandortes Cottbuser Straße festgeschrieben ist, aufgehoben werden.

Der Grund sei, dass das Gebäude eines der wenigen Häuser der Gründerzeit in der Innenstadt sei, das unbedingt zu erhalten sei – und was nicht klar wäre, wenn man es verkaufe, erklärte Jens Handreck, Verwaltungsvorstand für Finanzen und Sicherheit, am Montagabend im Finanzausschuss. Der Investitionsstau in der Cottbuser Straße und Promenade sei nicht zu übersehen. Laut Heike Korittke, Verwaltungsvorstand für Stadtentwicklung und Bauen, würden die Chancen gut stehen, für die notwendige Sanierung des Gebäudes eine 100-prozentige Förderung im Rahmen der Städtebauförderung zu bekommen. Denn das Gebäude sei ein „denkmalgeschütztes Einzelobjekt in der Innenstadt, welches stadtbildprägend und städtebaulich von hoher Bedeutung ist“. Voraussetzung, um solche Fördermittel zu bekommen, sei jedoch, dass die Cottbuser Straße 10 als Verwaltungssitz neben dem Rathaus Lindenstraße 10 - 12 und der Promenade 9 festgeschrieben sei – was mit dem Beschluss aus dem Jahr 2011 nicht möglich sei.

Zudem müssten sonst die 30 Büros, die die Bereiche Bauen, Stadtentwicklung und Zentrales Gebäudemanagement umfassen, aus der Cottbuser Straße 10 in die Promenade 9 umziehen, was bei entsprechenden Anbauten rund 1,5 Millionen Euro koste, so Korittke. Dies hatte jedoch eine Bestandsanalyse vom Dezember 2018 als eine Variante zu einem geeigneten Standort für das Stadtarchiv herausgearbeitet. Bei dieser Variante würde das Stadtarchiv aus der Promenade 9 ausgelagert. Der Bauausschuss hatte diese Variante jedoch im März befürwortet. Nun schlägt die Verwaltung vor, die Cottbuser Straße doch weiterzuführen. In der Promenade 9 müssten so vorerst keine ­Büro­­arbeitsplätze hergerichtet werden, sondern das Gebäude solle für das Stadtarchiv modernisiert werden und einen Fahrstuhl bekommen.

Der Finanzausschuss stimmte jedoch dagegen – eine Ja-Stimme stand einer Gegenstimme und vier Enthaltungen gegenüber. Er finde es ungünstig, das jetzt noch in der alten Legislaturperiode zu entscheiden, sagte Ausschussvorsitzender Heinz-Peter Bischoff (Linke). Das sollten doch dann lieber die neuen Abgeordneten erledigen. Zudem fehle ihm eine tabellarische Darstellung, was nun wo untergebracht werden soll. Auch Heidrun Ließ (SPD) sagte, dass die SPD nicht zustimmen werde, da die Verwaltung bei sich anfangen sollte zu sparen, andere Vorhaben in Forst erstmal wichtiger wären und das Archiv ausgelagert werden sollte. Dass Verwaltungsgebäude hintenan stehen und Kitas und Schulen zuerst saniert würden, sei in Forst Praxis, so Jens Handreck. Der Beschluss würde auch nicht bedeuten, dass man gleich anfangen müsse.

Auch den Bauausschuss am Dienstagabend sowie den Hauptausschuss am Mittwoch beschäftigt das Thema, bevor es die Stadtverordneten am 24. Mai beschließen sollen.

 Das Verwaltungsgebäude der Stadt in der Cottbuser Straße 10 wurde 1891 erbaut. Es beherbergt etwa 30 Büros. 
Das Verwaltungsgebäude der Stadt in der Cottbuser Straße 10 wurde 1891 erbaut. Es beherbergt etwa 30 Büros.  FOTO: LR / Steffi Ludwig