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| 13:46 Uhr

Zukunftsdebabatte
Forst verstärkt das Stadt-Marketing

 Für die Imagekampagne Made in Forst hat der FDP-Ortsverband Forst-Döbern mit seinem Chef Jeff Staudacher (M.) die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) als Verbündete gewonnen. Die Rathauschefin sprach am Dienstagabend auf einer Veranstaltung der Liberalen über die Herausforderungen des Strukturwandels.
Für die Imagekampagne Made in Forst hat der FDP-Ortsverband Forst-Döbern mit seinem Chef Jeff Staudacher (M.) die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) als Verbündete gewonnen. Die Rathauschefin sprach am Dienstagabend auf einer Veranstaltung der Liberalen über die Herausforderungen des Strukturwandels. FOTO: Sven Hering
Forst. Die FDP legt mit ihrer Image-Kampagne Made in Forst los und sucht dafür Verbündete. Im Forster Rathaus stößt das Projekt auf Zuspruch. Trotzdem gab es für die Bürgermeisterin in den vergangenen Tagen auch Ärger. Von Sven Hering

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke müsste die Hutschnur hochgehen – und zwar regelmäßig, wenn er von seiner Heimatstadt Forst zu seinem Arbeitsplatz nach Potsdam fährt. Mit dem Auto. Zehn Leute verlieren sich auf zehn Kilometer Autobahn-Baustelle – ein Ende der Arbeiten sei nicht in Sicht.

Torsten Schüler redete sich am Dienstagabend ein wenig in Rage. Der FDP-Mann, der erst vor wenigen Wochen zum neuen Kreistagsvorsitzenden gewählt worden ist, nutzte die Gelegenheit, um auf ein paar Dinge hinzuweisen, die derzeit nicht wirklich funktionieren im Land. Der FDP-Ortsverband Forst-Döbern hatte zu der Runde eingeladen, um über das eigene große Projekt mit dem Namen Made in Forst zu diskutieren. Mit der Imagekampagne sollen die Unternehmer in der Rosenstadt unterstützt und damit die Stadt vorangebracht werden. Das vor der Landtagswahl vorgestellte Projekt werde jetzt wie versprochen umgesetzt, erklärte FDP-Ortsvereinschef Jeff Staudacher.

Unterstützung aus dem Rathaus

Einen Partner dafür haben die Liberalen bereits gewonnen. Die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) war nicht nur sehr gern der Einladung zu der Diskussionsrunde gefolgt, wie sie erklärte. Sie hatte mit Silke Steiniger und Stefan Palm auch noch die Experten für Wirtschaftsförderung und Tourismus aus dem Rathaus mitgebracht.

„Die Forster reden nicht so gern über das was sie machen“, erklärte die Stadtchefin und meinte damit renommierte Firmen wie Mrose oder Mattig&Lindner, die längst international hervorragend aufgestellt seien, die eigenen Erfolge dabei aber nicht unbedingt an die große Glocke hängen würden. Doch gerade diese Unternehmen zählen zu den Leuchttürmen, von denen sich die Bürgermeisterin in der Stadt noch einige mehr wünscht.

Die Voraussetzungen seien dafür nicht die schlechtesten. So verfüge die Kommune noch über eine große Fläche im Industriegebiet, „die es so längst nicht mehr in jeder Stadt gibt“, so Simone Taubenek. Allerdings: Dieses Areal zu entwickeln koste viel Geld. Deshalb könne das erst geschehen, wenn es einen verbindlichen Interessenten gebe.

Alternativen zu diesem Weg gibt es laut Rathauschefin keine. „Deshalb müssen wir immer wieder darauf hinweisen, dass die Region stirbt, wenn die Braunkohle ohne Ersatz gestrichen wird“, so Simone Taubenek.

Kooperationen mit dem Umland

„Alleine wird es für uns schwer“, betonte Torsten Schüler. Er plädierte deshalb dafür, umliegende Städte wie Cottbus mit der BTU mit einzubeziehen. Eine Blaupause, wie das funktionieren könnte, liefert zum Beispiel das Unternehmen Mattig&Lindner, das einige erfolgreiche Projekte gemeinsam mit der BTU oder ehemaligen BTU-Absolventen auf den Weg gebracht hat.

Ganz wichtig sei eine entsprechende Infrastruktur, so Torsten Schüler weiter. Erste Ansätze machten Mut. So werde das Radwegenetz im Landkreis derzeit für rund 16 Millionen Euro auf „höchstes europäisches Niveau“ gebracht. Der Ausbau der Bahnstrecke sei eine der 26 Maßnahmen, die Forst für das Strukturwandel-Paket angemeldet hat, ergänzte Simone Taubenek.

Die Tourismusbranche zeichnete erst jüngst mit dem Steamrose-Festival, das überregional auf Beachtung stieß, einen Erfolg. Die Besucher verwandelten die Stadt in einen bunten, lebendigen Ort. Radsport-Wettkämpfe mit internationalem Anspruch, dazu Konzerte, die Tausende Fans anzogen. Das alles war Stadtmarketing, wie es Kampagnen kaum besser hinbekommen würden. Für die Bürgermeisterin bedeutete das im Nachgang allerdings noch zusätzliche Arbeit. Sie verfasste persönliche Schreiben an die Forster, die sich in ihrer Ruhe gestört fühlten.