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| 15:22 Uhr

Förderprojekt für Langzeitarbeitslose
Stadtteiltreff vermeldet Erfolge

 Kursleiterin Stefanie Menge und Jobcoach Robert Höhna betreuen den neuen Stadtteiltreff in Forst.
Kursleiterin Stefanie Menge und Jobcoach Robert Höhna betreuen den neuen Stadtteiltreff in Forst. FOTO: Sven Hering
Forst. Das vor gut zwei Monaten gestartete Projekt Stadtteiltreff in Forst hat erste Teilnehmer in Arbeit gebracht. Das ist das Hauptziel der Initiative, an der sich die Stadt, die BQS GmbH in Döbern und das Kompetenzzentrum Forst beteiligen. Von Sven Hering

Manchmal, so erzählt Stefanie Menge, fehlt es an den für viele inzwischen selbstverständlichen Dingen. Kein Handy, kein Computer, kein Internet. „Da springen wir dann ein, bei uns können zum Beispiel Computer genutzt, im Internet recherchiert oder auch Dinge ausgedruckt werden.“ Die Jobsuchenden legen sich E-Mail-Adressen an, lernen die verschiedenen Job-Portale kennen.

Seit gut zwei Monaten betreut die Kursleiterin gemeinsam mit Jobcoach Rober Höhna den neuen Stadtteiltreff in der Frankfurter Straße in Forst. Langzeitarbeitslose sollen dort durch Kurse und Beratungen fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden. Das Angebot ist freiwillig. Zum Jobcenter gibt es einen engen Kontakt. Die Stadt als Träger sowie die Partner von der BQS GmbH in Döbern und des Kompetenzzentrums Forst wollen zugleich regionalen Firmen die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und neue Arbeitskräfte zu rekrutieren.

Soviel zum Konzept, zur Theorie. Doch wie sieht die Praxis aus? 25 Teilnehmer sind durch den Stadtteiltreff inzwischen betreut worden, verrät Stefanie Menge. Der Großteil von ihnen wurde vom Jobcenter geschickt. Von diesen konnten inzwischen sechs vermittelt werden. Vier direkt in Arbeit – hier vor allem im Dienstleistungssektor oder auch als Produktionshelfer. Zwei starten eine Umschulung.

Für die Mitarbeiter im Stadtteiltreff ist das ein erster Erfolg. Denn die Ausgangslage ist mitunter mehr als schwierig. „Vor allem, was Bewerbungen angeht, gibt es doch große Defizite“, erklärt Robert Höhna. Das betrifft die klassische Bewerbung auf Papier, aber erst recht digitale Bewerbungen. „Wir verzeichnen derzeit einen ganz starken Trend, dass immer mehr Unternehmen Online-Bewerbungen verlangen“, sagt der Jobcoach. Spätestens da stehen viele Arbeitslose vor der Kapitulation. „Das wollen wir verhindern“, betont Stefanie Menge.

Doch im Angebot sind auch andere Dinge: Yoga, zum Beispiel. Die erste „Kinder-Yoga-Stunde“ hat bereits stattgefunden. In diesem Kurs sollen Eltern mit ihren Kindern, auf spielerische Weise, für erste Yoga-Übungen begeistert werden. Ziel des Kurses sei es, den Eltern grundlegende Kenntnisse im Kinder-Yoga zu vermitteln, um die gemeinsame Zeit mit Ihren Kindern qualitativ zu nutzen. Ganz nach dem Motto: „Entspannen geht auch mit dem Kind“. Doch nicht nur dafür seien solche Angebote wichtig. „Vor allem Alleinerziehende stehen oft vor einem Konflikt“, verrät Stefanie Menge. Eine feste Arbeit bedeute, so ihre Befürchtungen, weniger Zeit für das Kind zu haben. „Wir wollen den jungen Frauen vermitteln, dass es wichtig ist, die Zeit, die sie mit ihrem Kind verbringen, auch wirklich gut zu nutzen“, so die Kursleiterin. Nicht immer sei Quantität das ausschlaggebende Kriterium.

Weitere Kurse sollen in den kommenden Wochen folgen. Dabei geht es um Bewerbungstrends, die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, den Erwerb von digitalen Fähigkeiten oder um das Thema Gesund und nachhaltig leben, bei dem es zum Beispiel Anregungen zu gesunder Ernährung geben soll. An diesen Kursen können alle interessierten Forster teilnehmen. Um Anmeldung wird gebeten (siehe Infobox).

Noch nicht gestartet ist das ebenfalls geplante Reparaturcafé. Dort soll es die Möglichkeit geben, gemeinsam mit freiwilligen Helfern, defekte Kleingeräte, Kleidungsstücke oder andere Gegenstände reparieren zu lassen. Gesucht werden dafür noch ehrenamtliche Helfer, die Erfahrungen (durch berufliche Ausbildung oder aus ihrem Hobby) in der Elektronik und mit Näharbeiten haben oder gerne basteln. Der Stadtteiltreff will zwischen den Helfern und Inhabern defekter Geräte vermitteln und stellt den Treff selbst als Reparatur-Raum zur Verfügung.

 Stefanie Menge und Robert Höhna betreuen den neuen Stadtteiltreff in Forst.
Stefanie Menge und Robert Höhna betreuen den neuen Stadtteiltreff in Forst. FOTO: Sven Hering