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| 11:14 Uhr

Pilotprojekt: Mikroglas auf Straßen
Nachts kommt in Spree-Neiße die Erleuchtung

 Eine Spezialfirma war am Freitag zwischen Drebkau und Steinitz im Einsatz, um die spezielle Markierung aufzubringen.
Eine Spezialfirma war am Freitag zwischen Drebkau und Steinitz im Einsatz, um die spezielle Markierung aufzubringen. FOTO: Landkreis Spree-Neiße / René Wasilewski
Drebkau. Seit Freitag gibt es auf der Straße zwischen Drebkau und Steinitz besondere Effekte. Was das Autofahrer bringen soll? Von Sven Hering

In der Nacht kommt die Erleuchtung. Das hofft Frank Kuckert, Sachgebietsleiter in der Unteren Straßenbaubehörde beim Landkreis Spree-Neiße. Am Freitag ist auf der Kreisstraße K 7123 zwischen Drebkau und Steinitz zum ersten Mal im Landkreis Spree-Neiße eine Hochleistungsmarkierung aufgebracht worden. Eine Spezialfirma markierte auf einem knapp drei Kilometer langen Straßenabschnitt die Randstreifen. Das Besondere: Dabei ist ein ganz spezielles Verfahren zum Einsatz gekommen.

Hindernisse besser erkennen

„Wir denken hier besonders an die Sicherheit der Bürger in den Abend- und Nachtstunden“, sagt Frank Kuckert. Dreifache Reflektionswerte habe der Farbhersteller dem Landkreis versprochen. Hindernisse und Personen werde man dadurch noch deutlicher und frühzeitiger wahrnehmen können.

Damit sind die Arbeiten auf der Kreisstraße K 7123 zwischen Drebkau und Steinitz abgeschlossen. Seit Wochen lässt der Landkreis Spree-Neiße diese Verbindung mit mehreren Partnern auf Vordermann bringen. „Wir haben uns bewusst für diese Straße entschieden“, erklärt Frank Kuckert. Denn in wenigen Wochen werden zahlreiche Besucher der Kutschfahrweltmeisterschaften in Drebkau erwartet. „Ihnen“, so Kuckert, „wollen wir beste Bedingungen bieten.“

Doch was unterscheidet das Verfahren nun von herkömmlichen Markierungen? Frank Siegmund vom Unternehmen Swarco erklärt: Mikroglaskugeln werden im Markierungsmaterial eingebettet. Diese reflektieren das Scheinwerferlicht und bewirken dadurch ein „Aufleuchten“ der Straßenmarkierung. Bis zu dreimal heller als herkömmliche Rand- und Mittelstreifen sollen die neuen Markierungen leuchten.

Das österreichische Unternehmen Swarco ist nach eigenen Angaben mit Produktionsstätten in vier Ländern der weltweit zweitgrößte Hersteller von Reflexglasperlen. Die kleinsten Perlen seien nur wenige Tausendstel Millimeter groß, die maximalen Durchmesser liegen zwischen 1,5 und 2 Millimetern.

Höchstmögliche Sicherheit

Die zwischen Steinitz und Drebkau aufgebrachten Perlen sollen die Retroreflexion des Scheinwerferlichts optimieren. Sie sind laut Siegmund so eingebettet, dass sie zum Beispiel bei Regen aus dem Wasserfilm herausragen. Das gewährleiste höchstmögliche Sicherheit bei Nässe.

Frank Kuckert ist gespannt auf das Ergebnis. Sollten die Erwartungen erfüllt werden, sei es durchaus denkbar, auch auf anderen Straßen des Landkreises künftig auf die neuen Mikroglaskugeln zu vertrauen. Diese seien zwar etwas teurer als herkömmliche Markierungen, sollen aber auch länger halten.

Doch nicht nur an Autofahrer hat der Landkreis laut Kuckert gedacht. So wurde für die Besucher, die zu den Weltmeisterschaften mit dem Bike anreisen, die neuen Wegweiser in Drebkau vorgezogen. Diese seien jetzt schon zu großen Teilen sichtbar und leiten den Fahrradfahrer optimal zu den gewünschten Punkten. Bis zur Weltmeisterschaft sollen diese Schilder noch mit Informationstafeln komplettiert werden.

Zweispänner fahren um den WM-Titel

Vom 11. bis 15. September werden auf der Fahrsportanlage im Schlosspark Raakow die Zweispänner um den WM-Titel kämpfen. Der Veranstalter verspricht Leidenschaft und Eleganz, wenn sich Fahrer und Pferde aus bis zu 20 Nationen zum Wettkampf und zu einem gemeinsamen Wochenende voller emotionaler Momente, spannender Unterhaltung und mit kulinarischen Genüssen aus dem Spreewald und der Lausitz treffen.

Autofahrer müssen sich allerdings nicht so lange gedulden. Sie könnten sich ab sofort ein Bild über die „strahlende Schönheit“ auf einer der Zufahrtstraßen machen, so Frank Kuckert.