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| 14:58 Uhr

Fehlende Niederschläge wirken sich aus
Flussbetten schon wieder trocken

 Besorgt betrachtet Stauwärter Uwe Landow das ausgetrocknete Flussbett des Neiße-Malxe-Kanals in Briesnig.
Besorgt betrachtet Stauwärter Uwe Landow das ausgetrocknete Flussbett des Neiße-Malxe-Kanals in Briesnig. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst . Ausnahmesituation in Forst ist noch früher als im Vorjahr eingetreten. Teichwirtschaft leidet. Von Steffi Ludwig

Dass der Neiße-Malxe-Kanal im nördlichen Forster Ortsteil Briesnig komplett austrocknet – das hatte Uwe Landow in seinen 35 Jahren als Stauwärter im August 2018 das erste Mal erlebt. In diesem Jahr ist dies aber schon wieder der Fall, und das noch über einen Monat früher. Denn bereits seit einer reichlichen Woche komme kein Wasser mehr aus dem Kanal, der zwischen Mulknitz und Bohrau aus der Malxe entspringt, beim Schöpfwerk in Briesnig an. Deswegen sei das Schöpfwerk bereits abgeschaltet worden. 2010, als es überdimensional viel Wasser gab, sei es dagegen ununterbrochen gelaufen, erinnert sich Landow.

„Das ist wirklich erschreckend, denn wir haben ja auch noch den ganzen Sommer vor uns“, sagt der Stauwärter, der in den zwei Schöpfwerken des Gewässerverbandes Spree-Neiße arbeitet und die Gewässer im Auftrag des Landes Brandenburg unterhält. Aber der trockene Winter und das trockene Frühjahr hätten die Situation noch mehr verschärft. „Und es ist weiter kein nennenswerter Niederschlag in Sicht.“

Im ausgetrockneten Flussbett seien bereits wieder Fische und Muscheln verendet. Die einzigen, die sich darüber freuen, seien Fischreiher und Storch, die alles weggeholt hätten, meint Uwe Landow sarkastisch. „Ansonsten ist die Natur der größte Leidtragende dieser Trockenheit.“ Viele Bäume seien eingegangen, weil auch der Grundwasserspiegel gesunken sei. Auf die Wasserversorgung der Anwohner habe der ausgetrocknete Kanal jedoch keinen Einfluss, höchstens auf die direkten Anlieger, die einen Brunnen haben, so Landow.

Hinzu komme das Problem, dass der Biber an vielen Stellen der Malxe Staudämme baue und so das wenige Wasser noch zurückgehalten werde. Mit Erlaubnis der Naturschutzbehörde seien einige dieser Biberstaue geöffnet worden – auch auf Nachfragen des Euloer Teichwirtes Christoph Junghanns.

Denn dessen Teiche werden durch die Malxe gespeist – aber es kommt kaum noch etwas an. „Wir haben schon knapp 70 Hektar Teiche, die gar kein Wasser mehr haben“, berichtet Junghanns. „Und der Rest hat nur etwa 20 Prozent des Wassers.“ Einige Teiche habe er nach den Erfahrungen des Vorjahres schon gar nicht mehr angestaut.

Bereits jetzt sei er mit Notabfischungen beschäftigt und habe schon Anfang Juli die extreme Lage vorgefunden wie 2018 Mitte August. „Wir hatten auch schon im Juni zeitweise die Fütterung der Fische eingestellt“, so der Teichwirt. Denn die Fische brauchen beim Verdauen Sauerstoff. Wenn im Wasser nicht ausreichend vorhanden ist, könne die Nahrung nicht umgesetzt werden – die Fische sterben. Inzwischen würden die Fische der drei Teiche, die noch ausreichend Wasser haben, wieder gefüttert.

„Die Temperaturen sind ja momentan auch durchaus verträglich, aber es fehlt eben das Wasser“, so Junghanns. Hinzu kommen die starken Fischverluste durch die Vögel, denn  Fischreiher oder Kormoran können durch das wenige Wasser gut angreifen. Im Jahr 2018 habe ihm bei den Speisefischen rund 25 Prozent an Zuwachs gefehlt. Denn auch bei den ein- und zweisömmrigen Jungfischen gab es Verluste. „Ein Fisch von uns braucht nun einmal drei Jahre zum Wachsen – und mit den Jungfischen ist die Grundlage für die nächsten Jahre weg“, bringt es Junghanns auf den Punkt. „Für unsere Kundschaft wird der Ertrag trotzdem reichen, aber für den Großhandel werden wir dann nicht mehr viel anbieten können.“

 Besorgt betrachtet Stauwärter Uwe Landow das ausgetrocknete Flussbett des Neiße-Malxe-Kanals in Briesnig.
Besorgt betrachtet Stauwärter Uwe Landow das ausgetrocknete Flussbett des Neiße-Malxe-Kanals in Briesnig. FOTO: LR / Steffi Ludwig