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| 18:06 Uhr

Die meisten Fiffis pro Tausend Einwohner
Forst ist Hundehauptstadt von Spree-Neiße

Auf 1000 Einwohner kommen in Forst 75 Hunde. In Spremberg sind es 70, in Guben 57. Die Steuern, die für die Vierbeiner fällig werden, sind unterschiedlich.
Auf 1000 Einwohner kommen in Forst 75 Hunde. In Spremberg sind es 70, in Guben 57. Die Steuern, die für die Vierbeiner fällig werden, sind unterschiedlich. FOTO: dpa / Stefan Puchner
Forst/Guben/Spremberg. Fast 100 000 Euro jährlich zahlen die Halter in der Rosenstadt in die Stadtkasse ein. Von Daniel Schauff

Hunde kosten – der Besuch beim Tierarzt geht nicht selten ordentlich ins Geld, beim Futterkauf können Herrchen und Frauchen ebenfalls gehörig viele Scheine und Münzen lassen, modebewusste Hundehalter investieren in Mäntel und Jäckchen für ihre Vierbeiner. Und da ist da noch die Hundesteuer.

Die Kommune erhebt mit der Hundesteuer eine sogenannte Aufwandssteuer. Was die Stadt mit dem Geld anrichtet, bleibt ihr überlassen – das Säubern der Straßen von Hundehinterlassenschaften wird durch die Hundesteuer nicht finanziert, auch wenn sich der Irrglaube hartnäckig in den Köpfen einiger Hundehalter hält.

Wie hoch die Hundesteuer ausfällt, ist grob gesagt Sache der Stadt selbst. Das zeigt sich im Vergleich der Hundesteuersätze in SPN deutlich. Forst nimmt von Haltern für den ersten Hund 66 Euro, für den zweiten 78, für den dritten und jeden weiteren 90 Euro. Richtig teuer wird es bei der Haltung von gefährlichen Hunden, 613,20 Euro zahlt der Hundehalter in der Rosenstadt, wenn er sich für eine der 13 Rassen entscheidet, die laut Paragraf drei der brandenburgischen Hundehalterverordnung gefährlich sind.

Im Vergleich zu den beiden anderen Spree-Neiße-Zentren Guben und Spremberg liegt die Hundesteuer in Forst auf ähnlichen Niveau – Guben verlangt 60 Euro für den ersten Hund, 84 für den zweiten, 100 Euro für den dritten und weitere. Spremberg verlangt beim Halten eines Hundes gerade einmal 46 Euro pro Jahr, ab dem zweiten und für alle weiteren Hunde 85 Euro. Damit ist Spremberg die für Hundehalter preiswerteste Stadt. Und – Zufall oder nicht – die Stadt mit den meisten Hunden. Rund 1600 sind es laut Haushaltsplanung der Stadt. Die nämlich rechnet in den kommenden Jahren mit konstanten Einnahmen von rund 74 000 Euro pro Jahr allein aus der Hundesteuer. In Forst sind es sogar noch mehr: 94 000 Euro veranschlagt die Stadt. Heißt: in Forst sind rund 1400 Hunde angemeldet. In Guben sind es 980 – 59 000 Euro im Jahr bringt das der Stadtkasse

Unklar ist derweil, wie viele Hundehalter ihre Hunde nicht ordnungsgemäß angemeldet haben. In Cottbus soll eine Bestandsaufnahme dazu Erkenntnisse liefern. Ab dem kommenden Jahr rechnet die Lausitzmetropole mit rund 15 000 Euro Mehreinnahmen durch die Hundehalter, die bislang keine Steuern zahlen. Die Spree-Neiße-Zentren machen hingegen eine solche Rechnung nicht auf. Forst, Spremberg und Guben rechnen auch in den kommenden Jahren mit den gleichen Hundesteuer-Einnahmen wie derzeit. Der Blick in die vergangenen Haushalte der drei Städte zeigt: Über Jahre hinweg waren die Einnahmen aus der Hundesteuer nahezu konstant und damit ein relativ sicherer Posten für die Finanzer in den Rathäusern.

Auch wenn Spremberg die meisten Hunde in seinen Stadtgrenzen Gassi gehen lässt – die Hundehauptstadt von Spree-Neiße ist Forst. In keiner Stadt kommen so viele Hunde auf einen Einwohner – 75 registrierte Hunde sind es pro tausend Einwohnern. In Spremberg sind es 70, in Guben gerade einmal knapp 60. Ein Vergleich mit dem großen Bruder Cottbus zeigt: Spree-Neiße ist offenbar ein beliebter Wohnort für Hundehalter. In der Lausitzmetropole kommen auf 1000 Einwohner nur 42 Hunde. Das macht sich auch in der Stadtkasse bemerkbar. Obwohl Cottbus mehr als fünfmal so viele Einwohner hat wie etwa Forst, tragen die Hundehalter nur dreimal so viel Geld ins Rathaus. Künftig allerdings voraussichtlich mehr, wenn die Stadt auch die Halter zur Kasse bittet, die bislang nicht zahlen.