ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:27 Uhr

Fiktives Amt für Steamrose-Festival öffnet
Mit Zeitreisepass durch Forst

 Chris Ruhbach in stilechter Uniform mit einem Steampunk-Papagei, der als Beamter im Amt für Aetherangelegenheiten sitzen wird, und einem Zeitreisepass, der dann auch in Forst ausgegeben und abgestempelt wird.
Chris Ruhbach in stilechter Uniform mit einem Steampunk-Papagei, der als Beamter im Amt für Aetherangelegenheiten sitzen wird, und einem Zeitreisepass, der dann auch in Forst ausgegeben und abgestempelt wird. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. In Vorbereitung des Steamrose-Festivals wird das „Amt für Aetherangelegenheiten“ eröffnet. Von Steffi Ludwig

Ein bisschen verrückt klingt es schon, das „Amt für Aetherangelegenheiten“. Doch wie aus der Zeit gefallen ist nun mal alles, was mit Steampunk zusammenhängt – dem Stil, bei dem sich die Fans mit Kostümen und selbst gebauten Apparaten in eine Welt ohne Strom und Elektronen versetzen.

Chris und Dirk Ruhbach sind von diesem Stil begeistert, seit sie vor einigen Jahren darauf gestoßen sind. Die Macher der Feuershowgruppe Ravenchild, die in Kathlow zu Hause sind, bezeichnen sich privat als Steampunks und besuchen Festivals und  Messen in ganz Deutschland und darüber hinaus. Am 7. September veranstalten sie in Forst gemeinsam mit der Stadt das erste Zeitreise-Festival Steamrose (Dampfrose).

Am 30. März soll das „Amt für Aetherangelegenheiten – Außenstelle Niederlausitz“ in Forst im Geschäft „Uhren und Schmuck“ Renner eröffnet werden. „Das Amt ist eine fiktive Organisation, die auf einer Bücherserie der Steampunk-Autorin Anja Bagus beruht“, erklärt Dirk Ruhbach. „Aus Geigel“ hätten dies ein paar Leute vor einigen Jahren gegründet. Inzwischen gebe es 50 Außenstellen, eine weitere soll in Forst dazukommen. Ruhbachs Frau Chris zeigt ein dunkelgrünes Heftchen mit bunten Marken und Stempeln: ihren Zeitreisepass. Bei Messen oder Steampunk-Veranstaltungen werden diese Marken und Stempel im jeweiligen Amt für Aetherangelegenheiten ausgegeben – sozusagen als Andenken.

Auch in Forst werde es am 30. März sogenannte Temporalmarken geben, ebenso zur Ausstellung im Rosengarten. „Wer das Zeitreise-Festival besucht und den Tag danach, bei dem ein Brunch im Rosengarten sowie eine Kahnfahrt geplant sind, bekommt eine Visa-Marke“, erklärt Chris Ruhbach. Auch der Steampunk-Papagei, dem sie quasi das Gefieder über die Ohren gezogen haben und der nun nach einigen kosmetischen Verschönerungen so wunderbar zur Szene passt, wird im Amt dabei sein. Mit den Reichsbürgern und deren Gesinnung habe man jedoch so gar nichts zu tun, stellt Dirk Ruhbach klar.

Es sei einfach eine paradoxe Zauberwelt, in die man sich begebe. Tagtäglich sind die Ruhbachs, die beide geregelten Berufen nachgehen und im vergangenen Jahr allein mit ihren Feuershows 80 Auftritte hatten, derzeit mit der Organisation des Steamrose-Festivals beschäftigt. Stadtteilmanagerin Kathleen Hubrich hatte Ravenchild bei deren Aufführung zum 125. Jubiläum der Forster Stadteisenbahn Schwarze Jule angesprochen, ob sie nicht mal ein Konzept für solch ein Festival schreiben könnten. Nun wird es umgesetzt: Einen ganzen Tag lang soll es bei freiem Eintritt Musik, Shows, Händler, Fotos und vieles mehr aus der Steampunk-Welt zu erleben geben, unter anderem im Forster Hof, im Pavillon Genuss & Kunst, im Brandenburgischen Textilmuseum, im alten Heizkraftwerk und auf der Freifläche neben der Kirche.

In der Szene gebe es ausschließlich positive Reaktionen, erzählen die Ruhbachs. Egal ob aus Nürnberg, Leipzig oder Berlin – einige hundert Steampunks kämen auf jedem Fall. Auf welche Resonanz das Zeitreise-Festival jedoch gerade bei den Einwohnern der Region stoßen werde, bleibe die große Überraschung. Aber schon jetzt habe er von einigen gehört, die mit ausgefallenen Gefährten oder mit besonderer Kleidung beispielsweise aus Döbern zum Steamrose kommen wollen, berichtet Dirk Ruhbach schmunzelnd. „Es scheint zu einem Selbstläufer zu werden.“